Seevengeti

Hand in Hand für die Natur - ein Beispiel

Die Seevengeti (Kunstwort aus Seeveniederung und der Serengeti in Tansania, insbesondere durch Bernhard Grzimeks Dokumentation „Serengeti darf nicht sterben“ bekannt geworden) ist in Zusammenarbeit der Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg mit unserer NABU-Gruppe und einem engagierten Landwirt entstanden.

 

Tatsächlich erinnern der Magerrasen, die Dornengebüsche und offenen Sandflächen eher an die Steppe Ostafrikas denn an die typische Elbmarschenlandschaft. Entstanden ist diese etwa 10 Hektar große (oder kleine) „Steppe“ während des Baus des Rangierbahnhofes Maschen in den 1970er Jahren. Gestein und unbrauchbare Böden wurden auf der Fläche der heutigen Seevengeti am Steller See aufgeschüttet und der Natur überlassen. Diese nahm das Angebot gerne an und schuf für diese Gegend untypische, daher aber umso wertvollere Lebensräume z. B. für seltene Insekten, Vögel und Pflanzen.

Ein Problem stellte dabei im Laufe der Zeit der starke Birkenbewuchs da, der zu einer Bedrohung für dieses Kleinod wurde. Regelmäßige Entkusselungsarbeiten engagierter Naturschützer gerieten zum Kampf gegen Windmühlen und neue Ideen mussten her, diese Fläche effektiver vor dem Zuwachsen zu schützen.

 

Die entscheidende Anregung brachte eben die Serengeti in Tansania: Dort gelingt es den Bäumen und Sträuchern trotz Dornen und Stacheln nicht, die Savanne zu dominieren. Verantwortlich dafür sind die Herden von Pflanzenfressern, wie Büffel, Zebras und Antilopen. Ihr Weideverhalten sorgt für eine Balance die allen Bewohnern dieses Lebensraums zu Gute kommt.

 

So sollte es auch bei Maschen geschehen – die Idee einer „Seevengeti“ war geboren.

Ein Paradies für den Neuntöter.

Nun laufen dort keine Zebras und Antilopen herum, stattdessen übernehmen Rinder deren Arbeit. Sie drängen aufkeimende Sträucher und Bäume zurück und sorgen mit ihren Hufen dafür, dass offene Sandböden entstehen und bleiben. Das heißt nicht dass die Fläche „baumfrei“ ist – besonders dornige Gehölze und ältere Eichen mit dickerer Borke überstehen diesen Prozess und erfüllen ihre Aufgaben als Teil dieser Naturlandschaft.

Eine Aussichtsplattform erlaubt den Blick auf dieses Biotop, das ständigen Änderungen unterliegt – den Rindern schreibt schließlich niemand vor wo sie zu fressen und zu trampeln haben! Von ihr ist auch der Steller See gut zu sein, über dem gern auch mal Seeadler kreisen.

 

Dieses Projekt wurde als Gemeinschaftsanstrengung aller Beteiligten umgesetzt, die mehrere Jahre dauerte und viel Arbeit und Einsatz erforderte. Ausgleichszahlungen und Sponsoren sorgten für die finanzielle Ausstattung des Projekts und das Ergebnis heute zeigt: die Mühen haben sich gelohnt!

Die Seevengeti steht interessierten und verantwortungsbewussten Besuchern stets zur Besichtigung zur Verfügung. Eine Infotafel vor Ort vermittelt viele weitere Informationen zu Projekt und Lebensraum. Der genaue Standort ist auf der folgenden Karte markiert:

 

Noch Fragen oder Anregungen? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!

 

 

Landkreis Harburg - Naturschutzabteilung