Bericht zum vergangenen Storchenjahr

Sehr gutes Storchenjahr 2017 im Landkreis Harburg

Im Landkreis Harburg erlebten wir 2017 ein ereignisreiches  Storchenjahr mit sehr gutem Brutergebnis.

 

Von 37 Storchenpaaren zogen 32 Paare 77 Junge auf.  5 Paare konnten keine Jungen aufziehen, sie verloren ihre Bruten durch Witterungseinflüsse, Kämpfe am Nest oder durch unbekannte Ereignisse.

 

Höchster Paarbestand seit Jahrzehnten

Im Landkreis Harburg waren 37 Nester mit Brutpaaren besetzt, darunter sind 5 Neuansiedlungen. Drei Nester wurden kurzzeitig von je einem Paar und ein Nest von einem Einzelstorch besetzt. Wie in jedem Jahr blieben auch einige Nester leer.

 

Sehr frühe Rückkehr der ersten Westzieher, Ostzieher zum Teil verspätet

Schon im Februar wurden 5 Nester von je einem Paar und 5 Nester von je einem Einzelstorch besetzt.  Die letzten Ostzieher (2 Paare) besetzten ihre Nester erst im Mai. Einige Altstörche schritten nicht mehr zur Brut, sie vagabundierten mit wahrscheinlich noch nicht geschlechtstreifen Störchen umher. Trupps von 15 bis 20 Störchen wurden zur Brutzeit öfter beobachtet, darunter auch bekannte ringtragende Altstörche.

 

Kämpfe um Nester

Der Weißstorchbestand im LK Harburg besteht aus etwa 2/3 Ostziehern und 1/3 Westziehern, mit zunehmender Tendenz der Westzieher. Das führte auch in diesem Jahr wieder zu Nestbesetzungen durch früher heimkommende Westzieher. Als dann die ostziehenden Nestbesitzer vom Vorjahr eintrafen, kam es zu heftigen Kämpfen, bei denen in einem Fall die Brut zerstört wurde.

 

Unbekannte Störungen des Brutverlaufes

In zwei Nestern, in denen kleine Jungstörche beobachtet wurden, regte sich plötzlich kein Leben mehr. Was geschehen war, konnte nicht ermittelt werden.

 

Witterungseinflüsse

Dauer- und Starkregen führten zum Sterben etlicher Jungstörche. Allein die Niederschläge am 30. Juni und 1. Juli haben 8 Jungstörchen nicht überlebt.

 

Höchste Anzahl flügger Jungstörche seit Jahrzehnten.

Obwohl von 5 Storchenpaare durch Witterungseinflüsse, Kämpfe am Nest und nicht zu klärende Einflüsse Gelege bzw. Jungstörche total verloren gingen und auch in anderen Nestern einige Jungstörche das Flüggealter nicht erreichten, ist das Brutergebnis mit 77 ausgeflogenen Jungstörchen sehr gut.

 

Zwei Jungstörche je Paar und Jahr sind erforderlich um den Brutbestand zu erhalten. Mit 2,08 Jungstörchen je Paar wurde dieser Wert wieder erreicht.

 

Storchenunfälle

Am 17. Juli verunglückte die Störchin des Nestes „Oldershausen, Am Katendeich“ tödlich an einem Mittelspannungsmast. Die Jungstörche aus ihrem Nest waren einige Tage vorher ausgeflogen.

 

Am 2. Juli wurde von einem Jäger ein kranker Storch in der Feldmark Oldershausen, Nähe Ordersee, gemeldet. Bei der Nachsuche stellte sich heraus, dass der Storch kurz vorher vom Fuchs gerissen worden war. Beide Läufe waren unterhalb der Tarsalgelenke gebrochen. Die Bruchstellen stammten von einer älteren Verletzung, sie waren schon verkrustet.

 

Betreuung der Störche
Gebietsbetreuer Hans Steinert sowie die Teilgebietsbetreuer Ortrud Hock und Frieder Günther fahren von Februar bis September herum und beobachten das Geschehen an und um die Storchennester.

 

Demnächst wird auch Tom Sauerland, als zukünftiger Nachfolger von Hans Steinert, mit von der Partie sein.


Beobachtet und notiert werden:
a)    Die Rückkehr-Termine der Störche aus den Winterquartieren.
b)    Ob Störche mit Ringen gekennzeichnet sind, deren Nummern dann abgelesen und der Vogelwarte gemeldet werden.
c)    Gesundheitszustand der Alt- und Jungstörche soweit möglich.
d)    Der Zustand der Nester.

Zur Aufgabe der Betreuer gehört auch, dass sie  tätig werden bei Storchenunfällen sowie  Grundstücksbesitzer beraten bei der  Instandhaltung der Nistplätze und bei Planungen zur Errichtung von Nisthilfen.
 
Alle vier Storchenbetreuer sind Mitglied  im Naturschutzbund Deutschland ( NABU ) Gruppe Winsen e.V.
Wenn Arbeitseinsätze an Storchennestern erforderlich sind, und das ist nicht selten, sind  immer  hilfswillige Mitglieder aus der NABU-Gruppe bereit anzupacken.

 

Arbeitseinsätze

a) Erledigte Arbeiten:

 1. Ergänzung der Horstschilder (Storchenstraße) um das Brutergebnis 2016.

 2. Erneuerung der Nisthilfe Nest „Stelle, Steller Chaussee“.

 3. Entfernen eines Bindegarnbündels aus dem Nest „Tönnhausen, Alter Viehdeich“

 
b) Erforderliche Arbeiten:

1. Ergänzung der Horstschilder (Storchenstraße) um das Brutergebnis 2017

2. Abtragen von altem Nistmaterial von mehreren Nestern um die Nistunterlagen zu entlasten und Reparatur einiger Nisthilfen.

 

Beobachtungen an den Nestern

Die Storchenbetreuer der NABU-Gruppe Winsen, Hans Steinert, Frieder Günther und Ortrud Hock haben auch im vergangenen Jahr wieder ausführlich Buch geführt über die  Ereignisse an den einzelnen Nestern. Ihre Beobachtungen können hier eingesehen werden: 2017, 2016

 

 

(c) Ortrud Hock
(c) Ortrud Hock

(Anklicken für vergrößerte Version)
(Anklicken für vergrößerte Version)

Legende: JZG = Gesamtzahl ausgeflogene Junge, NPa = Anzahl Nestpaare, NPm = Anzahl Nestpaare mit ausgeflogenen Jungen


Jahr Anzahl Nestpaare

Anzahl Nestpaare mit

ausgeflogenen Jungen

Ausgeflogene Jungstörche
2017  37 32 77
2016 32 23 50
2015 30 27 68
2014 34 28 67
2013 33 27 72
2012 27 20 50
2011 26 23 54
2010 23 16 42
2009 27 19 37
2008 26 19 38
2007 30 21 52
2006 27 23 56
2005 24 16 33
2004 30 25 65
2003 26 21 49
2002 31 19 46
2001 30 20 43
2000 27 24 58
1999 25 23 56
1998 23 20 57
1997 22 16 36
1996 23 18 45
1995 20 16 47
1994 23 18 43
1993 19 15 38
1992 16 14 32
1991 14 5 6
1990 14 9 23
1989 16 14 38
1988 14 10 24
1987 10 9 27
1986 13 9 24
1985 13 9 21
1984 13 9 23
1983 14 12 35
1982 15 10 23
1981 17 13 43
1980 15 14 46
1979 20 16 36
1978 19 16 47
1977 19 13 42
1976 19 15 43
1975 16 13 31
1974 18 14 32
1973 16 10 24
1972 18 15 48
1971 16 14 45

Download
Flyer Storchenbetreuung (Stand: 23.03.2015)
Informationsblatt zur Storchenbetreuung im Landkreis Harburg
NABU-Storch-Flyer.pdf
Adobe Acrobat Dokument 787.9 KB