Insekten 2

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Veränderlicher Schönbock (Phymatodes testaceus)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Bockkäfer

 

Wer Feuerholz lagert, kennt das. Besonders im Frühling und Frühsommer krabbeln da so einige Käfer heraus, deren Larven sich in den Holzscheiten entwickelt haben. Oft handelt es sich um Angehörige der Familie der Bockkäfer, die an ihren bis über körperlangen Fühlern erkannt werden können. Einer der häufigsten von denen aus dem Feuerholz ist der Veränderliche Schönbock.

 

Aussehen, Merkmale:

Der Veränderliche Schönbock erreicht eine Länge von 8 bis 16 Millimetern. Die Tiere sind schlank gebaut mit parallel verlaufenden Außenrändern der Flügeldecken. Das Halsschild dagegen ist scheibenförmig rund. Die Augen sind nierenförmig ausgerandet und in der Ausrandung setzen die über körperlangen Fühler an. Die Schenkel der ansonsten schlanken Beine sind zum Gelenk mit der Schiene, dem folgenden Beinglied, keulenförmig verdickt. Die Färbung der Käfer ist äußerst variabel, sie sind wahrlich veränderlich. Die Bilder zeigen drei Beispiele.

 

Vorkommen, Nahrung:

Die Art kommt in ganz Europa außer dem äußersten Norden vor und man findet die Käfer auch in Teilen Asiens und Nordamerikas. Sie leben in Laubwäldern, aber auch im gehölzreichen Offenland sowie Parks und Gärten. Die Larven entwickeln sich in abgestorbenen Laubbäumen, vor allem Eichen und Buchen, aber auch Obstbäumen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Käfer treten in den Monaten Juni und Juli auf. Sie sind gar nicht so leicht zu finden, weil sie nachtaktiv sind. Die Larven leben zunächst zwischen Bast und Splintholz und verpuppen sich am Ende ihrer Entwicklung einige Zentimeter tief im Splintholz. Es dauert ein bis zwei Jahre bis zur Verpuppung der Larve und dem Schlüpfen des fertigen Käfers.
Hat man, etwa aus dem Feuerholz, Schönböcke im Haus, muss man nicht befürchten, dass das Bauholz von ihnen befallen wird. Die Käfer sind unbedingt auf Holz mit Rinde angewiesen.

 

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, März 2021

 


Großer Frostspanner (Erannis defoliaria)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Spanner

 

Keine Schmetterlinge mehr, wenn es im Herbst kälter wird? Nichts da, einige kältefeste Arten findet man auch im Winter noch, zumindest solange die Temperatur nicht dauerhaft unter den Gefrierpunkt sinkt. Zu dieser Gruppe zählen etliche Mitglieder der Familie der Spanner, unter anderem der Große Frostspanner.

Aussehen, Merkmale:

Die Spannweite der Männchen dieser Art beträgt ca. 45 Millimeter. Damit erreicht es etwa die Größe eines Kleinen Kohlweißlings (Pieris rapae). Die Vorderflügel sind von langgestreckt-dreieckiger Form und äußerst variabel gefärbt. So findet man überwiegend einfarbige Tiere von gelblich bis fast schwarz. Häufiger aber sind Tiere mit mehr oder minder breiten dunklen Binden auf hellem Grund oder auch mit einem Hell-Dunkel-Muster, ohne dass Binden vorhanden sind.
Die gelb-schwarz gescheckten Weibchen dagegen sind fast völlig flügellos und bewegen sich laufend fort.

 

Vorkommen, Nahrung:

Große Frostspanner leben überall da wo Laubbäume stehen, also in Wäldern, Parks und Gärten. Die Art ist bei uns, jahrweise unterschiedlich, häufig bis sehr häufig. Das Verbreitungsgebiet umfasst das nördliche und mittlere Europa.
Die Falter nehmen keine Nahrung mehr auf und leben von den Reserven, die sie sich als Raupe angefressen haben. Die Raupen ernähren sich von Knospen und Blattwerk verschiedenster Laubbäume. Besonders beliebt sind Buchen, Birken, Eichen, aber auch Weißdorn und Obstbäume. Bei starkem Befall kann es zu Kahlfraß an Bäumen kommen.
Natürliche Feinde sind in erster Linie Schlupfwespen und Raupenfliegen.


Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Raupen der Großen Frostspanner verpuppen sich in Kokons im Boden. Aus diesen schlüpfen im Herbst die Schmetterlinge. „Frost“, wie der Name nahelegt, ist dafür aber nicht erforderlich. Die flugunfähigen Weibchen erklimmen Bäume und locken die Männchen zur Paarung mittels Duftstoffen an. Nach der Paarung platzieren die Weibchen ihre bis zu 300 Eier in Vertiefungen und Spalten der Rinde im Kronenbereich der Bäume. Die Falter sterben anschließend, während die Eier überwintern. Aus ihnen schlüpfen im folgenden Frühling die Raupen, die sich ab Juni an einem selbst gesponnenen Faden zum Boden „abseilen“ und sich dort verpuppen.

 

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, November 2020

 


Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Edelfalter

 

Gewöhnlich berichte ich an dieser Stelle von Tierarten, die mir aktuell begegnet sind. Diesmal habe ich eine Art herausgesucht, die ich in diesem und den zurückliegenden Jahren nur noch sehr selten oder gar nicht beobachtet habe. Es handelt sich um den Kleinen Fuchs, der noch vor nicht allzu vielen Jahren einer unserer häufigsten Tagfalter war.

Aussehen, Merkmale:

Das Aussehen dieses Falters dürfte wenigstens den Älteren unter uns geläufig sein. Der Kleine Fuchs erreicht eine Flügelspannweite von 5 Zentimetern und ist damit in etwa so groß wie ein Großer Kohlweißling. Die Grundfarbe der Flügeloberseiten ist ein leuchtendes Orangerot. Die Flügelansätze sind dunkelbraun und an den Vorderrändern der Vorderflügel befinden sich abwechselnd schwarze und gelbe Flecken. An den Außenrändern von Vorder- und Hinterflügeln sind Säume von blauen, dunkel umrandeten Flecken vorhanden.

 

Vorkommen, Nahrung:

Der Kleine Fuchs war früher fast überall in größerer Zahl anzutreffen. Besonders an blütenreichen Standorten, wie Wegränder, Brachflächen, Magerrasen, Bachufern und Ackerrändern war er zu finden. Von diesen Vorkommen scheint derzeit nichts mehr oder nicht mehr viel übrig zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass die Art in anderen Landesteilen weniger selten ist. Im Bereich um Winsen (Luhe) habe ich jedenfalls in diesem Sommerhalbjahr keinen einzigen dieser Schmetterlinge gesehen.
Während sich die Falter von Nektar aus Blüten insbesondere von Wasserdost und Kratzdisteln, darüber hinaus aber auch vieler weiterer Pflanzen ernähren, fressen die Raupen fast ausschließlich an der Großen Brennnessel.


Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die überwinternden Falter erscheinen je nach Witterungsverlauf im März oder April und fliegen bis in den Mai. Die Weibchen legen ihre Eier an Brennnesseln, den Nahrungspflanzen der Raupen, ab, wo diese nach dem Schlüpfen gesellig leben. Sie entwickeln sich schnell und bereits ab Ende Juni geht die Puppenruhe zu Ende und die ersten Falter der nachfolgenden Generation erscheinen. Diese überwintern und pflanzen sich im darauf folgenden Frühling fort.

 

Sonstiges:

Es steht zu befürchten, dass der Klimawandel, die intensive Landnutzung und der Landschaftsverbrauch für Wohnbebauung, Gewerbe und Verkehr ein weiteres Opfer gefordert haben. Anders ist das fast vollständige Verschwinden einer einstmals sehr häufigen Insektenart wohl kaum zu erklären. Die Beobachtungen passen zu einer ganzen Reihe weiterer Tagfalter, die ebenfalls selten geworden sind, wie dem Schwalbenschwanz, dem Trauermantel, vieler Perlmuttfalter, Scheckenfalter und Bläulinge.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Oktober 2020

 


Blutbär (Tyria jacobaeae)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Eulenfalter

 

Außer einigen sehr seltenen und flüchtigen Begegnungen in den zurückliegenden Jahren war es mir bis vor kurzem nicht vergönnt, einmal einen oder gar mehrere Blutbär-Falter eingehender zu beobachten. Dabei findet man die Raupen dieses Schmetterlings, der auch Jakobskrautbär genannt wird, regelmäßig auf Greiskräutern, vor allem auf dem Jakobs-Greiskraut. In diesem Jahr jedoch kommen anscheinend mehr dieser auffallenden Falter als sonst vor und ich sah sie schon im Garten, im Eckermannpark, im NSG Ilmenau-Luhe-Niederung und an manch anderen Orten. Momentan (Juli 2020) sind die Raupen stellenweise massenhaft auf ihren Nahrungspflanzen zu sehen.

 

Aussehen, Merkmale:

Die Falter haben eine Flügelspannweite von etwa 4 Zentimetern. Sie gehören damit nicht gerade zu den Riesen unter den Schmetterlingen, fallen aber durch die intensive Färbung sofort ins Auge. Dazu kommt, dass sie zwar zu den Nachtfaltern zählen, aber durchaus auch tagsüber herumfliegen. Die Vorderflügel sind schwarz, tragen an den Außenrändern jeweils zwei große rote Flecken und der Vorderrand ist von einem roten Strich gesäumt. Die Hinterflügel sind bis auf einen schmalen schwarzen Saum leuchtend rot gefärbt.
Bunt sind auch die Raupen, gelb und schwarz geringelt.

 

Vorkommen, Nahrung:

Der Blutbär ist zwar weit verbreitet, aber anscheinend ist er nur lokal und zeitlich begrenzt häufiger anzutreffen. Nach den vorliegenden Informationen nimmt der Bestand langfristig ab. Die Art wird deshalb in der „Roten Liste“ für Niedersachsen als „stark gefährdet“ geführt.
Die Raupen ernähren sich von den Pflanzen, auf denen sie gesellig leben, vor allem eben dem Jakobs-Greiskraut


Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die weiblichen Blutbären legen ihre Eier an die Unterseite von Blättern der Nahrungspflanzen. Die Raupen findet man von Juli bis August. Zur Überwinterung verpuppen sie sich in einem Kokon am Boden. Die Falter fliegen dann im folgenden Jahr im Mai und im Juni.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Raupen nehmen die vor allem im Jakobs-Greiskraut enthaltenen giftigen Alkaloide mit der Nahrung auf, ohne dass sie Schaden leiden. Sie werden dadurch selbst giftig und sind vor Fressfeinden geschützt. Die auffallenden Farben sowohl der Raupen als auch der Falter sind als Warntracht zu verstehen, die Ungenießbarkeit anzeigt.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Juli 2020

 


Kleiner Rindenläufer (Calodromius spilotus)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Laufkäfer

 

Bei dieser Art ist der Name Programm. Die Käfer sind klein und flink auf den Beinen. Das abgebildete Exemplar fiel mir beim Feuerholz zerkleinern in die Hände, wie schon manch anderer Käfer zuvor.

 

Aussehen, Merkmale:

Der Kleine Rindenläufer wird etwa 4 Millimeter lang. Der Körper ist insgesamt flach gebaut. Kopf und Halsschild sind schlank und deutlich von den breiteren Flügeldecken abgesetzt. Die Färbung des Körpers ist überwiegend dunkel: Kopf und Flügeldecken schwarz, Halsschild dunkelbraun. Auffallend sind die hellen Flecken auf den Flügeldecken, von denen je einer in der Nähe der „Schulter“ zu finden ist und je ein weiterer auf dem hinteren Teil der Flügeldecken. Fühler, Taster und Beine sind gelbbraun bis hell gelb. Der Kleine Rindenläufer besitzt kräftige Kiefer (Mandibeln) und wohl ausgebildete, große Komplexaugen.

 

Vorkommen, Nahrung:

Die Art kommt fast überall in Europa vor. In Mitteleuropa ist sie im Süden häufiger als im Norden. Die Käfer sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber unter Baumrinde, meist von Kiefern und Fichten, aber auch von verschiedenen Laubbäumen. Kleine Rindenläufer ernähren sich –familientypisch- räuberisch. Ihre geringe Größe und ihr flacher Körperbau befähigt sie dazu, in Löcher, Spalten und Risse der Baumrinde einzudringen und dort kleine Insekten und deren Larven zu jagen.


Fortpflanzung, Lebensdauer:

Kleine Rindenläufer können das ganze Jahr hindurch in unterschiedlicher Häufigkeit angetroffen werden. Sie überwintern und paaren sich auch zur Winterszeit. Die Käfer der jeweils neuen und einzigen Generation pro Jahr erscheinen im Spätsommer.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, April 2020

 


Säbel-Dornschrecke (Tetrix subulata)

Klasse: Insekten

Ordnung: Heuschrecken

Familie: Kurzfühlerschrecke

 

Man kann sich nicht darauf verlassen, alle heimischen Heuschreckenarten allein mittels ihrer „Gesänge“ zu unterscheiden. Einige Arten „musizieren“ einfach nicht – kein Schrillen, Raspeln oder zirpen. Zu diesen zählen die Dornschrecken, also die Säbel-Dornschrecke und (in Niedersachsen) vier weitere Arten.

 

Aussehen, Merkmale:

Die Säbel-Dornschrecke erreicht um einen Zentimeter Körperlänge (8 bis 12 Millimeter) und zählt damit zu den kleinsten heimischen Heuschreckenarten. Durch den in einen spitzen Dorn nach hinten verlängerten Halsschild, der den Körper weit überragen kann, erreichen die Tiere aber eine Gesamtlänge von mehr als 15 Millimetern. Unter dem Dorn geschützt liegen die Hinterflügel. Die Vorderflügel dagegen sind zu einer winzigen Schuppe reduziert. Dennoch sind Säbel-Dornschrecken geschickte Flieger. Es kommen aber auch Tiere vor, deren Dorn, also der verlängerte Halsschild nur bis zum Körperende reicht. Bei diesen sind auch die Hinterflügel verkürzt und die Flugfähigkeit ist verloren gegangen. Die Färbung variiert erheblich. Dunkelbraune, rötliche und graue Tiere mit ganz unterschiedlicher Zeichnung, z.T. mit weißlichen Flecken, können am selben Ort vorhanden sein.

 

 

Vorkommen:

Man findet Säbel-Dornschrecken fast nur in Feuchtgebieten. Dort leben sie auf ausgetrockneten Schlammflächen, feuchten Wiesen, Gewässerufern und in Kies-, Lehm- und Tongruben. Sie kommen zwar in großen Teilen Europas vor, die Art ist aber in Niedersachsen nicht häufig und wird in der Roten Liste als „gefährdet“ geführt. Der Nachweis der Art ist allerdings wegen des fehlenden Gesanges nicht einfach. Man muss in geeignet erscheinenden Lebensräumen schon den Kescher schwingen und hoffen, auf diese Weise ein oder mehrere Dornschrecken zu erhaschen.

 

 

Nahrung:

Säbel-Dornschrecken sind Vegetarier, die sich von Algen, Moosen und Flechten, aber auch z.B. von Gräsern ernähren.

 


Fortpflanzung, Lebensdauer:

Erwachsene Säbel-Dornschrecken gibt es die meiste Zeit des Jahres. Paarungen finden aber überwiegend in den Monaten April bis Juni statt. Die Eier werden auf der Erdoberfläche oder flach im Boden abgelegt. Im Sommer findet man die ersten Nymphen (Larven), die sich bis zum Herbst entweder zum Vollinsekt entwickeln oder in einem späten Larvenstadium überwintern. Es wird vermutet, dass die Tiere auch unter Wasser überwintern.

 

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Dezember 2019

 


Streckfuß (Calliteara pudibunda)

Klasse: Gliedertiere

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Spanner

 

Faszinierend, so eine Raupe vom Streckfuß, wie sie mir vor ein paar Tagen in Stelle, Fachenfelde, über den Weg krabbelte. Attraktiv die Färbung und die Haarbürsten auf dem Rücken. Man erwartet, dass so ein Tier auch einen bunten Schmetterling hervorbringt. Dem ist aber nicht so. Der zugehörige Falter ist eher langweilig gefärbt.

 

Aussehen, Merkmale:

Die Raupe wird bis über 5 Zentimeter lang, ist ausgewachsen leuchtend grünlichgelb und zwischen den Segmentringen samtschwarz gefärbt. Das Tier trägt Büschel aus langen gelben Haaren, die auf dem Rücken bürstenähnlich verdichtet sind. Am Körperende ist ein langes Büschel aus roten Haaren vorhanden. Man nennt die Art deshalb auch „Rotschwanz“. Der Falter hingegen ist zwar mit 4 bis 7 Zentimeter Spannweite nicht klein, aber nur grau gefärbt mit mehr oder minder verwaschenen Zeichnungselementen auf den Vorderflügeln. Man könnte meinen, dass die gefächerten Fühler (Männchen) bereits das attraktivste an ihm sind. In Ruhestellung werden die Vorderbeine meist auffallend weit nach vorne gestreckt (Name), wie es das Tier auf dem Foto wenigstens mit einem Bein zeigt.

 

Vorkommen:

Der Streckfuß zählt bei uns zu den häufigeren Nachtfaltern. Man findet ihn in den verschiedensten Waldtypen, in Obstwiesen, im Offenland, soweit Gehölze vorhanden sind, und in Parks und Gärten. Dabei sind die Raupen natürlich viel auffallender als die Falter.

 
Fortpflanzung, Lebensweise:

Die Falter fliegen in einer Generation von Ende April bis in den Juli hinein. Die Raupen findet man dann von Juli bis Oktober. Sie ernähren sich von den Blättern verschiedenster Laubbäume und Sträucher, wie Rotbuche, Hainbuche, Salweide, Stiel-Eiche, Apfelbaum und viele mehr. Im Herbst verpuppen sie sich in einem Kokon am Boden. Die Falter schlüpfen, wenn die Temperaturen im folgenden Frühling wieder ansteigen.


Besonderheiten:

Gelegentlich findet man Raupen, die abweichend gefärbt sind. Eine dieser Varianten trägt eine komplett rote Behaarung.

 

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Oktober 2019

 


Grünes Blatt (Geometra papilionaria)

Klasse: Gliedertiere

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Spanner

 

Aussehen, Merkmale:

Von einem Schmetterling namens "Grünes Blatt" erwartet man die entsprechende Farbe. Dieser Falter entspricht dem vollständig. Für einen Nachtschmetterling ist das Grüne Blatt recht groß und er ist auch nicht gerade eine Seltenheit. Aber entdecken Sie mal einen grünen Schmetterling, der sich tagsüber kaum einmal rührt, im grünen Blattwerk eines Baumes. Ich hatte mehrfach die Gelegenheit an Leuchtabenden zur Überprüfung von Beständen von Nachtfaltern teilzuhaben und meist wurde dabei auch das Grüne Blatt von der Lampe angelockt.

 

Vorkommen:

Das Grüne Blatt ist allgemein verbreitet und bei uns nicht selten. Es lebt in Laubwäldern, im Siedlungsbereich mit Baumbestand, in Heide- und Marschland.

 
Fortpflanzung, Lebensweise:

Die Falter fliegen in nur einer Generation von Juni bis August. Die Raupen entwickeln sich hauptsächlich an Birkenlaub, aber auch an den Blättern einer Reihe anderer Gehölze, wie Esche, Hasel oder Holunder. Die jungen Raupen überwintern an den Nahrungspflanzen. Sie wachsen im Frühling des folgenden Jahres heran und verpuppen sich am Boden in zusammengerollten Blättern. Ab Juni schlüpfen dann die Falter.


Besonderheiten:

Früher wurden alle Spanner in die Gattung Geometra gestellt. Nähere Erkenntnisse über die Biologie der Schmetterlinge haben dazu geführt, dass heute allein das Grüne Blatt in dieser Gattung verblieben ist.

 

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, August 2019

 


Prachtwanze (Miris striatus)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schnabelkerfe

Familie: Weich-/Blindwanzen

 

Aussehen, Merkmale:

Miris striatus ist die einzige heimische Vertreterin der Gattung Miris. Sie ist schlank gebaut und um einen Zentimeter lang. Die Färbung der Prachtwanze ist recht variabel. Die Abbildungen zeigen ein vergleichsweise helles Tier. Bei manchen Exemplaren überwiegt schwarze Färbung, auch der Beine und der langen Fühler. Besonders auffallend sind die gelben Flügeladern, die in lebhaftem Kontrast zu der schwarzen Grundfarbe stehen.

 

Vorkommen:

Die Prachtwanze lebt vor allem auf Laubgehölzen an sonnigen Stellen, wie Gebüsch- oder Waldränder oder auf freistehenden Bäumen. Meist sind es Weiß- und Schlehdorn, Hasel und Birke, an denen die Art gefunden werden kann. Sie kommt in weiten Teilen Europas vor, ist aber meist nicht häufig.

 
Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Prachtwanze hat nur eine Generation im Jahr. Erwachsene Prachtwanzen sind kurzlebig und nur im Zeitraum Mai bis Ende Juni anzutreffen. Die in frische Pflanzentriebe abgelegten Eier überwintern. Die Entwicklung der Larven beginnt demnach erst 7 bis 8 Monate nach der Eiablage.


Nahrung:

Larven wie erwachsene Prachtwanzen ernähren sich überwiegend von Blattläusen und anderen kleineren Insekten oder deren Larven. Gelegentlich saugen sie aber auch an jungen Trieben von Pflanzen.

 

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Juni 2019

 


Ölkäfer (Meloe proscarabaeus)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Ölkäfer

 

Ölkäfer sind bei uns recht selten. Umso erstaunter war ich, als mir neulich während einer vogelkundlichen Exkursion bei Drage in der Elbmarsch einer über den Weg krabbelte. Einer meiner Begleiter meinte, solche Käfer dort schon häufiger beobachtet zu haben – und wie zur Bestätigung fanden wir gleich darauf noch ein weiteres Exemplar.

 

Aussehen, Merkmale:

Der Schwarzblaue Ölkäfer erreicht eine Länge von über 3 Zentimetern und ist damit ein recht großes und auffallendes Insekt. Er ist länglich gebaut, aber alles andere als schlank. Der besonders bei den Weibchen geradezu aufgeblasen wirkende Hinterleib will gar nicht so recht zum schmalen Halsschild und Kopf passen. Beine und Fühler sind recht lang und kräftig. Die Fühler der Männchen sind in der Mitte geknickt. Der ganze Käfer einschließlich der Glieder ist blauschwarz gefärbt.

 

Vorkommen, Nahrung:

Die Käfer sind in Deutschland stellenweise noch recht häufig und kommen darüber hinaus in fast ganz Europa und im angrenzenden Asien vor. Sie leben vorzugsweise da, wo sandiger Boden nur lückenhaft bewachsen ist. Der Bestand schwindet in letzter Zeit, so dass der Schwarzblaue Ölkäfer in die Rote Liste als gefährdete Art aufgenommen werden musste.

 

Ölkäfer sind tagaktiv und ernähren sich als Vollinsekt von verschiedenen grünen Pflanzenteilen.

 


Fortpflanzung, Lebensdauer: