Insekten 2

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Echte Käferzikade (Issus coleoptratus)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schnabelkerfe

Familie: Käferzikaden

 

Aussehen, Merkmale:
Sowohl der wissenschaftliche als auch der deutsche Name beziehen sich auf die entfernte Ähnlichkeit dieser Zikaden mit Käfern (Coleoptera = Käfer). Die Tiere sind kompakt gebaut und werden etwa 5 bis 7 Millimeter lang. Die Vorderflügel sind lederartig und liegen wie ein Käferpanzer über dem Hinterleib. Hinterflügel fehlen; die Tiere sind flugunfähig. Die Färbung reicht von hell bräunlich bis oliv-grau. Oft sind auf den Deckflügeln dunklere Flecken oder Binden vorhanden. Auch heben sich die Flügeladern oft durch dunkle Färbung ab. Die kurzen Fühler sitzen unterhalb der Augen. Sie bestehen aus zwei kräftigen Grundgliedern und einer fadenförmigen Spitze.

Vorkommen:
Die Echte Käferzikade ist besonders in Westeuropa weit verbreitet und oft auch häufig. Nach Angaben aus der Literatur (Wikipedia) sollen die Mittelgebirge in Deutschland etwa die Nordgrenze des Vorkommens markieren. Der Fundort der Tiere auf den Fotos (Winsen/Luhe) liegt aber weit nördlich der Mittelgebirge. Es wäre zu klären, ob man es hier mit einem weiteren Fall der Ausbreitung einer Tierart nach Norden zu tun hat, möglicherweise im Rahmen des Klimawandels (siehe auch NABU-Kleintierseite „Gemeine Sichelschrecke“, „Eichenschrecken“ und „Grüne Kräuselspinne“).
Käferzikaden leben an trockenen bis frischen Standorten, in Laub- und Mischwäldern sowie in Parks und Gärten, soweit dort Laubgehölze vorhanden sind.

Nahrung:
Zikaden, so auch die Echte Käferzikade, ernähren sich von Pflanzensäften. Mit ihrem auf der Unterseite des Körpers befindlichen Saugrüssel zapfen sie verschiedene Laubbäume an, auf denen sie leben.

Fortpflanzung, Lebensdauer:
Trotz ihrer geringen Größe bringen die Käferzikaden nur eine Generation pro Jahr hervor. Erwachsene Tiere trifft man von Juni bis Oktober an, gelegentlich sogar bis November. Sie überwintern als Larven an immergrünen Gewächsen (u.a. Efeu, Eibe, Liguster) oder in der Laubstreu am Boden.

Sonstiges:
In Deutschland gibt es nur eine weitere Art der Gattung Issus, die Fliegen-Käferzikade (Issus muscaeformis). Diese besitzt eine deutliche weiße Querbinde am unteren Teil der Stirn. Das hier gezeigte Tier, sie Foto, hat dort nur eine leichte Aufhellung.

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Januar 2019

 

Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer (Psyllobora vigintiduopunctata)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Marienkäfer

 

Unter der Bezeichnung "Marienkäfer" finden sich dutzende von Arten und der bekannte "Siebenpunkt" ist nur einer von ihnen. Den meisten Marienkäfern gemeinsam ist ihre rundliche Form und die auffallend bunte Färbung. Man erkennt deshalb unschwer, dass man mit dem "Zweiundzwanzigpunkt" einen Marienkäfer vor sich hat.

 

Aussehen, Merkmale:

Der "Zweiundzwanzigpunkt" ist nur 3 bis 4,5 Millimeter groß und damit deutlich kleiner als der bekannte "Siebenpunkt". Außerdem ist er nicht wie dieser rot gefärbt, sondern leuchtend gelb. Auf jeder Flügeldecke befinden sich 11 schwarze Punkte und auch der Halsschild ist auf gelbem Grund mit schwarzen Flecken versehen. Beine und Fühler sind ebenfalls überwiegend gelb gefärbt.
 

Vorkommen, Nahrung:

Außer im hohen Norden kommt der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer in ganz Europa vor. Auch in Nordafrika und Teilen von Asien ist er heimisch. Man findet ihn in Gärten, an Waldrändern und im Grünland. Besonders oft hält er sich auf Eichen auf. Anders als viele verwandte Arten, die vor allem Blattläuse verzehren, ernährt sich der "Zweiundzwanzigpunkt", sowohl Käfer als auch Larve, vom Echtem Mehltau, einem Pilz, der auf den Blättern verschiedener Pflanzen einen weißlichen Belag bildet und besonders oft an Eichen auftritt.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Käfer erzeugen eine Generation pro Jahr. Die Weibchen legen im Frühling ihre Eier auf vom Mehltau befallene Blätter, wo sich dann die Larven entwickeln. Schon ab April erscheinen die Käfer, die bis zum Herbst beobachtet werden können und dann meist gemeinschaftlich im Boden überwintern. Allerdings sind natürliche Feinde, wie die abgebildete Raubwanze imstande, die Lebensdauer erheblich zu verkürzen…

 

Besonderheiten:

Marienkäfer, auch der "Zweiundzwanzigpunkt", sondern aus den Beinen ein übelriechendes Wehrsekret ab, das vor vielen natürlichen Feinden schützt, aber anscheinend nicht vor allen.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Dezember 2018

 


Wipfel-Stachelwanze (Acanthosoma haemorrhoidale)

Wipfel-Stachelwanze am Licht, 13.09.2010, Winsen ©: D. Westphal
Wipfel-Stachelwanze am Licht, 13.09.2010, Winsen ©: D. Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Schnabelkerfe

Familie: Stachelwanze

 

Aussehen, Merkmale:

Wie viele der bei uns heimischen Wanzen besitzt die Wipfel-Stachelwanze einen zwar abgeflachten, aber kompakten Körper. Der Kopf läuft nach vorn schmal zu. Die Fühler haben nur fünf Glieder und damit viel weniger als etwa die Fühler von Käfern, mit denen die Wanzen trotz einiger Ähnlichkeiten nicht verwandt sind. Auf der Unterseite des Kopfes sitzt ein in Ruhestellung nach hinten eingeklappte Stechrüssel. Der Halsschild ist breit, gut gepanzert und weist beiderseits einen kräftigen Stachel auf (Name!). Das große Schild(chen) des Hinterleibes ist ebenso wie die körpernahen Teile der Vorderflügel kräftig sklerotisiert (gepanzert), während die Spitzen der Vorderflügel und die Hinterflügel häutig sind. Die Tiere sind 15 bis 18 mm lang und recht gute Flieger.
Die Färbung wird von Rot- und Grüntönen bestimmt, die individuell sehr verschieden verteilt sein können. Auf der Oberseite sind viele schwarze „Punktgruben“ vorhanden.
 

Vorkommen:

Die Wipfel-Stachelwanze kommt in weiten Teilen Europas und Asiens vor und ist bei uns häufig. Sie lebt auf Laubhölzern, etwa an Waldrändern und in Gärten. Die erwachsenen Tiere fliegen in der Dunkelheit zum Licht, man kann sie besonders im Herbst in der Nähe von Lampen entdecken.

 

Nahrung:

Stachelwanzen ernähren sich pflanzlich. Dabei saugen sie gern an Früchten, wie Vogelbeeren und Wildkirschen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Stachelwanzen überwintern als voll entwickelte Insekten (Imago). Die Weibchen legen ihre Eier im folgenden Frühling vorzugsweise auf Weißdorn ab. Die sich ab Juni entwickelnden Larven häuten sich fünfmal, bis sie etwa Ende August ausgewachsen sind.

 

Sonstiges:

In Deutschland leben über 800 Wanzenarten. Weltweit sind es etwa 40.000. Ihren schlechten Ruf, der ihnen -zu Unrecht- anhängt, verdanken sie einer einzigen, nicht einmal sonderlich typischen Art, der am Menschen Blut saugenden Bettwanze (Cimex lectularius).

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Oktober 2018