Insekten 2

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Wipfel-Stachelwanze (Acanthosoma haemorrhoidale)

Wipfel-Stachelwanze am Licht, 13.09.2010, Winsen ©: D. Westphal
Wipfel-Stachelwanze am Licht, 13.09.2010, Winsen ©: D. Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Schnabelkerfe

Familie: Stachelwanze

 

Aussehen, Merkmale:

Wie viele der bei uns heimischen Wanzen besitzt die Wipfel-Stachelwanze einen zwar abgeflachten, aber kompakten Körper. Der Kopf läuft nach vorn schmal zu. Die Fühler haben nur fünf Glieder und damit viel weniger als etwa die Fühler von Käfern, mit denen die Wanzen trotz einiger Ähnlichkeiten nicht verwandt sind. Auf der Unterseite des Kopfes sitzt ein in Ruhestellung nach hinten eingeklappte Stechrüssel. Der Halsschild ist breit, gut gepanzert und weist beiderseits einen kräftigen Stachel auf (Name!). Das große Schild(chen) des Hinterleibes ist ebenso wie die körpernahen Teile der Vorderflügel kräftig sklerotisiert (gepanzert), während die Spitzen der Vorderflügel und die Hinterflügel häutig sind. Die Tiere sind 15 bis 18 mm lang und recht gute Flieger.
Die Färbung wird von Rot- und Grüntönen bestimmt, die individuell sehr verschieden verteilt sein können. Auf der Oberseite sind viele schwarze „Punktgruben“ vorhanden.
 

Vorkommen:

Die Wipfel-Stachelwanze kommt in weiten Teilen Europas und Asiens vor und ist bei uns häufig. Sie lebt auf Laubhölzern, etwa an Waldrändern und in Gärten. Die erwachsenen Tiere fliegen in der Dunkelheit zum Licht, man kann sie besonders im Herbst in der Nähe von Lampen entdecken.

 

Nahrung:

Stachelwanzen ernähren sich pflanzlich. Dabei saugen sie gern an Früchten, wie Vogelbeeren und Wildkirschen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Stachelwanzen überwintern als voll entwickelte Insekten (Imago). Die Weibchen legen ihre Eier im folgenden Frühling vorzugsweise auf Weißdorn ab. Die sich ab Juni entwickelnden Larven häuten sich fünfmal, bis sie etwa Ende August ausgewachsen sind.

 

Sonstiges:

In Deutschland leben über 800 Wanzenarten. Weltweit sind es etwa 40.000. Ihren schlechten Ruf, der ihnen -zu Unrecht- anhängt, verdanken sie einer einzigen, nicht einmal sonderlich typischen Art, der am Menschen Blut saugenden Bettwanze (Cimex lectularius).

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Oktober 2018