Insekten 2

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Roseneule (Thyatira batis)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Eulenspinner und Sichelflügler (Drepanidae)

 

Die Roseneule war mir von verschiedenen „Leuchtaktionen“ in Wald und Feld bekannt, aber das Exemplar auf dem Bild ist das erste, das sich von unserer Haustür-Beleuchtung anlocken ließ. Der Name ist irreführend. Die Art zählt gar nicht zu den Eulenfaltern, sondern zur Spinner-Familie „Drepanidae“, aber der sperrige Name „Rosenflecken-Wollrückenspinner“ hat sich nicht recht durchgesetzt.
 

Aussehen, Merkmale:

Die Falter haben eine Spannweite von rund 3,5 Zentimetern. Die Vorderflügel sind dunkelgrau und die Hinterflügel hellgrau. Letztere sind beim sitzenden Falter nicht zu sehen, weil die Tiere die Vorderflügel über dem Hinterleib zusammenklappen. Auf den Vorderflügeln unübersehbar sind jeweils fünf große überwiegend rosafarbene Flecken, nach denen die Art benannt ist.

 

Vorkommen, Nahrung:

Roseneulen kommen außer in Mitteleuropa auch in Nordafrika und weiten Teilen Asiens vor. Sie leben in und vor allem am Rand von Wäldern, auf Feuchtwiesen und auch in Hausgärten. Gemäß niedersächsischer roter Liste ist die Art nicht gefährdet. Die Raupen fressen hauptsächlich an den Blättern von Brombeeren, Himbeeren und gelegentlich Johannisbeeren.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Roseneulen haben zwei Generationen im Jahr, eine von Mai bis Anfang Juli und die zweite im August. Man mag raten, welcher Generation das abgebildete Tier angehört (25. Juli). Sie sind nachtaktiv und fliegen häufig zum Licht. Die Weibchen legen ihre Eier an Blattränder der Futterpflanzen der Raupen. Diese sich ebenfalls nachtaktiv und verbringen die Tage meist reglos auf oder unter den Blättern ihrer Nahrungspflanzen. Die Raupen der zweiten Generation verpuppen sich in lockeren Gespinsten zwischen Blättern und ergeben im nächsten Frühling die Falter.

 

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, August 2022

 

Krawatten-Köcherfliege (Mystacides nigra)

Klasse: Insekten

Ordnung: Köcherfliegen (Trichoptera)

Familie: Langfühler-Köcherfliegen (Leptoceridae)

 

Von Zeit zu Zeit betreibe ich auf unserer Terrasse eine helle Lampe, jeweils für 2 bis 3 Stunden, um Insekten anzulocken und diese zu fotografieren. Außer den sprichwörtlichen „Motten“ kommt eine ganze Reihe teils seltsamer Insekten ans Licht, darunter unlängst auch ein paar Exemplare der Krawatten-Köcherfliege.
 

Aussehen, Merkmale:

Sie sieht tatsächlich aus wie ein Miniatur-Schlips von knapp einem Zentimeter Körperlänge. Die Tiere sind schlank und in der Draufsicht merkwürdig eckig. Die Farbe ist schwarz, teils mit einem Stich zu dunkelblau. Lediglich Fühler und Beine sind zum Teil weiß gefärbt bzw. geringelt. Die Fühler sind länger als der Körper.

 

Vorkommen:

Krawatten-Köcherfliegen sind weit verbreitet und wo für die Entwicklung der Larven geeignete Gewässer zur Verfügung stehen, auch häufig. Ich kann allerdings auf Basis der einmaligen Beobachtung an meinem Licht nicht einschätzen, wie es um den Bestand im Bereich Winsen steht. Die Larven bevorzugen langsam fließende Gewässer mit Sand- oder Schlammgrund. Sie leben in einem selbstgebauten Köcher aus Sandkörnern und Pflanzenteilen. Die erwachsenen Tiere verlassen das Wasser und können von Mai bis Juli beobachtet werden.

 

Nahrung:

Die Nahrung der Larven besteht aus verrottendem Pflanzenmaterial, welches sie am Gewässergrund vorfinden. Ob die erwachsenen Krawatten-Köcherfliegen überhaupt Nahrung zu sich nehmen, oder ausschließlich von dem zehren, was ihnen ihre Larven mitgegeben haben, ist nicht bekannt.

 

Sonstiges:

Unter dem Namen Krawatten-Köcherfliege findet man zwei Arten, nämlich Mystacides nigra und M. azurea. Die lassen sich nur durch Untersuchung der Geschlechtsorgane unterscheiden...

 

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Juli 2022

 


Bunter Uferkurzflügler (Paederus riparius)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Kurzflügler

 

Vor ein paar Tagen habe ich in den Luhewiesen nördlich von Winsen das „Genist“ (angeschwemmtes Material im bei Hochwasser gebildeten Spülsaum) auf Schnecken- und Muschelschalen durchsucht. Dabei fiel mir auch ein Käfer aus der Familie der Kurzflügler in die Hände. Davon gibt es in Deutschland über 1.500 Arten, die meist recht ähnlich aussehen. Dazu sind die meisten ziemlich klein und ziemlich „wuselig“. Gewöhnlich also keine einfache Bestimmung und einfaches Fotografieren auch nicht.
 

Aussehen, Merkmale:

Dieser hier allerdings gehört mit ca. 8 Millimetern Größe nicht zu den ganz kleinen Arten und die charakteristische Farbgebung hat die Bestimmung als „Bunter Uferkurzflügler“ erleichtert. Der Käfer ist, wie auf den Bildern zu erkennen, sehr schlank. Die Deckflügel sind stark verkürzt. Darunter befindet sich jedoch ein kunstvoll gefaltetes zweites Flügelpaar, das die Käfer durchaus zum Fliegen befähigt. Der Kopf ist schwarz gefärbt, das Halsschild ist rot, die Deckflügel dunkelblau, der vordere Teil des Hinterleibes rot und die Spitze des Hinterleibes wieder schwarz.

 

Vorkommen, Nahrung:

Bunte Uferkurzflügler kommen das ganze Jahr über im Uferbereich von Gewässern, in Sumpfgebieten und sonstigen feuchten Lebensräumen vor. Dort machen sie Jagd auf vielerlei Kleingetier, wie sehr kleine Schnecken, Insekten und deren Larven. Auch pflanzliche Kost sollen die Käfer aufnehmen.
Die Art kommt in weiten Teilen Süd- und Mitteleuropas vor.

 

Besonderes:
Die Käfer sind in der Lage, aus Drüsen am Ende des Hinterleibes zu ihrer Verteidigung eine ätzende Flüssigkeit zu verspritzen. Die kann auch beim Menschen eine entzündliche Dermatitits hervorrufen.

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Mai 2022

 

Kiefern-Marienkäfer (Harmonia quadripunctata)

Kiefern-Marienkäfer (Harmonia quadripunctata), überwinterndes Tier aus dem Feuerholz. 25. Januar 2022
Kiefern-Marienkäfer (Harmonia quadripunctata), überwinterndes Tier aus dem Feuerholz. 25. Januar 2022

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Marienkäfer

 

Zwischen unserem im Freien gelagerten Feuerholz finde ich immer wieder verschiedene Käferarten, die sich dort zum Überwintern verkrochen haben und die erst mit steigender Temperatur im Frühling wieder aktiv werden. Regelmäßig sind einige Vertreter der Marienkäfer dabei, wie der abgebildete Kiefern-Marienkäfer.
 

Aussehen, Merkmale:

Marienkäfer sind bunt, klein und rundlich. Bei einigen Arten variiert die Färbung derart, dass die Unterscheidung von anderen Arten schon eine Herausforderung sein kann. Beim Kiefern-Marienkäfer ist das auch nicht ganz leicht. Mit einer Länge von bis zu 6 mm ist er aber schon eine der größeren Arten. Die Flügeldecken sind meist hellrot gefärbt und variabel mit schwarzen oder hellen Punkten besetzt. Am äußeren Rand befindet sich oft eine helle Linie, in der auf beiden Seiten zwei schwarze Punkte eingebettet sind. Der Halsschild dagegen ist hell - gelb bis weißlich – und trägt schwarze Punkte in verschiedenen Größen. Aber, wie gesagt, die Färbung ist variabel und so ein Kiefern-Marienkäfer kann auch mit gelben Flügeldecken oder völlig ohne Punkte daher kommen.

 

Vorkommen, Nahrung:

Die Tiere sind in großen Teilen Europas heimisch und leben in Kiefernwäldern. Aber auch einzelne Kiefern in Hausgärten, wie am Fundort des Exemplars auf dem Foto, scheinen ihnen als Lebensraum zu genügen. Wie viele verwandte Marienkäfer ernähren sie sich von verschiedenen Blattlaus-Arten, insbesondere natürlich solchen, die auf Kiefern leben.  

Text und Fotos: Dietrich Westphal, April 2022

 


Gemeine Wespe (Vespula vulgaris)

Klasse: Insekten

Ordnung: Hautflügler

Familie: Faltenwespen

 

Neulich habe ich zwischen unserem gestapelten Feuerholz mal wieder eine Wespenkönigin gefunden. Solche jungen Königinnen sind im Winter die einzigen Überbleibsel eines Wespenvolkes. Aber um welche Wespenart handelt es sich eigentlich?
 

Aussehen, Merkmale:

Das Aussehen von Wespen mit ihrer schwarz-gelben Färbung ist allgemein bekannt. Es ist aber nicht ganz einfach, die verschiedenen Wespenarten, die bei uns vorkommen, zu unterscheiden, unmöglich ist es aber nicht.
Am häufigsten begegnet man wohl den überwinternden jungen Königinnen der beiden Arten der Kurzkopfwespen, nämlich der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe. Das typische Merkmal einer Kurzkopfwespe ist bei seitlicher Ansicht des Kopfes an einem im Winter vor Kälte starren Tier gut zu erkennen: Das dunkle, nierenförmige Auge grenzt fast unmittelbar an den Oberkiefer, der darunter als gelbes Dreieck zu erkennen ist (siehe Foto). Bei den Langkopfwespen befindet sich zwischen dem Auge und dem Oberkiefer noch eine „Wange“, so dass das Auge nicht direkt an den Oberkiefer grenzt. Zur Unterscheidung der beiden Kurzkopfwespen lohnt ein Blick von vorn. Hier auf der Stirn gibt es bei der Deutschen Wespe nur einen bis drei kleine schwarze Punkte oder Striche (Foto zum Vergleich). Bei der Gemeinen Wespe erkennen wir einen senkrechten Strich, der nach unten breiter wird und oft einem Anker ähnelt.

 

Vorkommen:

Gemeine Wespen und ihre Nester findet man verbreitet in Europa und Asien. Darüber hinaus wurde die Art in weiten Teilen der Welt, häufig unbeabsichtigt, eingeschleppt. In warmen Gebieten, wie z.B. am Mittelmeer, ist sie eher in den kühleren Regionen, z.B. der Gebirge, zu finden.
 

"Lästlinge":
Nur die beiden Kurzkopfwespen, also Deutsche und Gemeine Wespe, bedienen sich an unseren Speisen und Getränken. Die Langkopfwespen, wie z.B. die durchaus nicht seltene Sächsische Wespe und die Mittlere Wespe, interessieren sich in der Regel nicht dafür. Auch die große Hornisse lässt uns in Ruhe Marmeladenbrot und Torte essen. Nur wenige Wespenarten sind also „lästig“. Auf der anderen Seite fangen die Arbeiterinnen auch dieser Arten im Lauf des Sommers enorme Mengen anderer, ggf. von uns Menschen ebenfalls als lästig empfundene Insekten als Larvennahrung.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Januar 2022

 


Silberspinnerchen (Cilix Glaucata)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Sichelflügler

 

Viele Schmetterlinge lassen sich von unserer Hausbeleuchtung nicht anlocken. Aber gestern habe ich eine Schwarzlichtröhre dazu geschaltet, mit dem Erfolg, dass sich neben diversen anderen auch ein Falter anlocken ließ, den ich noch nicht kannte. Die Bestimmung als Silberspinnerchen war dann nicht schwer. Nach ein paar Stunden habe ich das Licht wieder gelöscht, um es den Schmetterlingen zu ermöglichen, dessen „Bannkreis“ zu verlassen.
 

Aussehen, Merkmale:

Die Spannweite des Silberspinnerchens beträgt ca. 20 Millimeter. Damit ist er der kleinste der europäischen Sichelflügler-Arten. Die Färbung der Flügel wird (z.B. bei WIKIPEDIA) als „porzellanweiß“ beschrieben. Entlang des Außenrandes der Vorderflügel ist eine Reihe dunkler Flecken vorhanden und am Innenrand ein großer bräunlicher Fleck. In der Flügelmitte erkennt man einen hellgrauen Schatten mit einigen silbrig glänzenden Schuppen. Die Flügel werden im Sitzen steil dachförmig gehalten. Das Tier ähnelt so dem Kot von Vögeln, was es ohne Zweifel vor dem gefressen werden schützt („Vogelkotmimese“). Die Vorderflügel sind abgerundet und nicht, wie bei den anderen Drepanidae, sichelförmig zugespitzt.

 

Vorkommen, Nahrung:

Das Silberspinnerchen kommt in weiten Teilen Süd- und Mitteleuropas vor und erreicht auch das südliche Skandinavien. In Deutschland nimmt die Häufigkeit des Auftretens von Nordwest nach Südost zu. In der Niedersächsischen Roten Liste der Schmetterlinge hat es den Status „V“ (Vorwarnliste). Die Raupen ernähren sich überwiegend von den Blättern der Schlehe (Prunus spinosa) und daneben auch vom Weißdorn (Crataegus monogyna).
 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Silberspinnerchen haben zwei Generationen im Jahr die von Ende April bis Anfang Juni und dann wieder von Juli bis Mitte August fliegen. Unter günstigen Bedingungen kann es zu einer dritten Generation kommen, die dann von Ende August bis Ende September zu finden ist. Sie sind nachtaktiv. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an Blätter der Pflanzen, von denen sich die Raupen ernähren. Die Raupen sind ebenfalls nachts aktiv. Sie verpuppen sich an der Nahrungspflanze in einem Kokon. Die Puppen der zweiten (oder der dritten) Generation überwintern und die Falter schlüpfen dann im April des folgenden Jahres.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, August 2021

 


Streifenwanze (Graphosoma italicum)

Klasse: Insekten

Ordnung: Wanzen

Familie: Baumwanzen

 

Die hübschen Streifenwanzen kommen im Norden Deutschlands erst seit ein paar Jahrzehnten vor. Ihre ursprüngliche Heimat ist der Mittelmeerraum und das südliche Mitteleuropa. Ich frage mich, ob sie sowas wie frühe Klimaveränderungs-Gewinnler sind.

 

Aussehen, Merkmale:

Männchen wie Weibchen sind um einen Zentimeter lang. Sie sind, typisch für Baumwanzen, breit und flach gebaut. Die Tiere sind leuchtend rot gefärbt, auf der Oberseite mit schwarzen Längsstreifen und auf der Unterseite mit schwarzen Punkten. Diese Zeichnung macht sie unverwechselbar. Beine und Fühler sind überwiegend schwarz. Wie bei dem abgebildeten Exemplar kommen an den Gliedmaßen aber auch Anteile von Rot vor.

 

Vorkommen, Nahrung:

Die Streifenwanzen haben sich in West- und Mitteleuropa innerhalb von wenigen Jahrzehnten erheblich nach Norden verbreitet und kommen derzeit bis ins südliche Skandinavien vor. In Deutschland sind sie nur im Nordwesten selten. Ich bin den Tieren in den 80er Jahren erstmals begegnet, und zwar auf Mallorca. Jetzt, nach etwa 40 Jahren, sind sie um Winsen herum keine Seltenheit mehr. Man trifft sie oft auf den Blütenständen von Doldengewächsen an, wie Wilde Möhre, Pastinaken oder Fenchel. In meinem Garten finde ich sie, sehr dekorativ, auf den Blüten des Giersch.
Larven („Nymphen“) und erwachsene Streifenwanzen sitzen auf den genannten und diversen weiteren Doldenblütern, wo sie an halbreifen Samen saugen.
 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die erwachsenen Wanzen (Imagines) überwintern meist versteckt am Erdboden. Die Paarung findet im Mai und Juni des darauf folgenden Jahres statt. Die Weibchen legen ihre Eier in den Monaten Juni und Juli ab. Erste erwachsene Streifenwanzen der neuen Generation gibt es dann etwa ab August, aber Larven werden noch bis in den Oktober hinein gefunden. Die Art entwickelt eine Generation pro Jahr.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Juli 2021

 


Sumpf-Halsläufer (Odacantha melanura)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Laufkäfer

 

Wer sich dazu bequemt, auch die kleinen Lebewesen unserer Umwelt wahrzunehmen, entdeckt selbst in der nach der Artenzahl ausgedünnten Landschaft, oft auf den wenigen verbliebenen „Inseln“ der Natur, immer wieder etwas Neues. So erging es mir neulich mit einem kleinen bunten Käfer, der am Ufer eines Tümpels auf verrottenden Stängeln des Rohrkolbens herumkletterte. Aber ich war sicher, so einen schon einmal gesehen zu haben. Als ich später mein Bestimmungsbuch zur Hand nahm, war die Sache klar: Vorn auf dem Buchdeckel ist er abgebildet!
 

Aussehen, Merkmale:

Der Sumpf-Halsläufer wird 6 bis 8 Millimeter lang und ist durch Körperform und Färbung unverwechselbar. Kopf und Halsschild sind glänzend dunkelblau bis schwarz. Ebenso gefärbt sind Flecken auf den hinteren Enden der Deckflügel, der sichtbare Teil des Hinterleibs sowie Teile der Beine und Fühler. Der größere Rest der Deckflügel, Schenkel und Schienen der Beine sowie die ersten vier Fühlerglieder dagegen sind hell gelblich bis orange gefärbt. Kopf und Halsschild sind langgestreckt. Dabei ist der Kopf auf Höhe der Augen breiter als der sehr schmale Halsschild. Die Deckflügel sind deutlich ausladender als Kopf und Hals.

 

Vorkommen, Nahrung:

Der Fundort an einem Gewässerrand entspricht dem Lebensraum. Die Käfer findet man an den Stängeln verschiedener Röhricht-Pflanzen, wie Schilf und Rohrkolben oder an den Ufern in der Bodenstreu und unter Steinen.
Der Sumpf-Halskäfer ist in einem riesigen Gebiet heimisch, das von Westeuropa bis Ostasien reicht. Allerdings ist er bei uns nicht häufig. Wegen anhaltender Zerstörung seiner Lebensräume, u.a. Vernichtung von Kleingewässern, musste er in die Vorwarnliste der Roten Liste für Niedersachsen aufgenommen werden.
Käfer wie Larven ernähren sich räuberisch von sehr kleinen Insekten, vor allem sogenannten Springschwänzen (Collembolen).
 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Larven entwickeln sich in den Stängeln von Wasserpflanzen und verpuppen sich auch dort. Die Käfer schlüpfen vor dem Winter, verbleiben jedoch bis zum Frühling in den Stängeln. Die Paarung findet im Frühling statt.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Mai 2021

 


Aurorafalter (Anthocharis cardaminensis)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Weißlinge (Pieridae)

 

Dieses Jahr nicht…aber es kommt vor, dass die Aurorafalter schon ab Ende März fliegen. Wann diese Schmetterlinge ihre Puppenhülle verlassen, ist stark von der Witterung abhängig und um Ostern 2021 war es nun mal eher winterlich. Die ersten Exemplare habe ich aber in den letzten Tagen gesehen.

 

Aussehen, Merkmale:

Die Spannweite dieses Schmetterlings beträgt ca. 45 Millimeter. Damit erreicht sie nicht ganz die Größe des allgemein häufigen und bekannten Kleinen Kohlweißlings (Pieris rapae, bis 50 mm Spannweite), entspricht diesem aber in den Proportionen. Bei der Färbung der Flügel überwiegt weiß. Im Unterschied zu den Kohlweißlingen ist bei den Männchen des Aurorafalters die Oberseite der Vorderflügel zur Hälfte intensiv orange gefärbt. Beide Geschlechter besitzen einen schwarzen Mittelfleck auf den Vorderflügeln und deren Spitzen sind dunkel. Den Weibchen fehlt die orange Färbung. Sie können deshalb sehr leicht mit Kohlweißlingen verwechselt werden. Ruhende oder an Blüten saugende Falter klappen häufig die Flügel über dem Rücken zusammen. So erkennt man, dass die Unterseiten der Hinterflügel grün und weiß marmoriert sind, ein weiteres Merkmal, das bei Kohlweißlingen so nicht vorkommt.

 

Vorkommen, Nahrung:

Der Aurorafalter bewohnt ein riesiges Gebiet, das große Teile Europas und Asiens bis an den Pazifik umfasst. Hier lebt er bevorzugt in feuchten Niederungen, kommt aber auch im Bergland vor, soweit z.B. im Bereich von Gewässern zusagende Bedingungen herrschen.
Die wichtigste Nahrungspflanze sowohl der Falter (Nektar) als auch der Raupen ist das Wiesen-schaumkraut (Cardamine pratensis). Es wird aber auch eine Reihe weiterer Pflanzen, meist aus der Familie der Kreuzblütler, vom Aurorafalter aufgesucht bzw. von den Raupen befressen. Beispiele sind Knoblauchrauke, Turmkraut und Silberblatt.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Aurorafalter haben eine Generation im Jahr. Die Weibchen suchen nach der Paarung im Frühjahr die Nahrungspflanzen der Raupen auf. Meist sind dies das Wiesenschaumkraut und die Knoblauchrauke. Die Raupen ernähren sich fast ausschließlich von den heranreifenden Früchten (Schoten) dieser Pflanzen. Im Sommer sind sie ausgewachsen und verpuppen sich, meist am Stängel ihrer Nahrungspflanze hängend. Dort überwintern sie, bis die Falter im folgenden Frühling schlüpfen.

Das Wiesenschaumkraut als wichtigste Nahrungspflanze ist in den letzten Jahrzehnten insbesondere durch Entwässerungsmaßnahmen und Grünlandumbruch, aber auch durch intensive Mahd von Wegeseitenbereichen und Gewässerunterhaltung erheblich zurückgegangen. Dadurch ist auch der einstmals häufige Aurorafalter mancherorts bereits selten geworden.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, April 2021

 


Veränderlicher Schönbock (Phymatodes testaceus)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Bockkäfer

 

Wer Feuerholz lagert, kennt das. Besonders im Frühling und Frühsommer krabbeln da so einige Käfer heraus, deren Larven sich in den Holzscheiten entwickelt haben. Oft handelt es sich um Angehörige der Familie der Bockkäfer, die an ihren bis über körperlangen Fühlern erkannt werden können. Einer der häufigsten von denen aus dem Feuerholz ist der Veränderliche Schönbock.

 

Aussehen, Merkmale:

Der Veränderliche Schönbock erreicht eine Länge von 8 bis 16 Millimetern. Die Tiere sind schlank gebaut mit parallel verlaufenden Außenrändern der Flügeldecken. Das Halsschild dagegen ist scheibenförmig rund. Die Augen sind nierenförmig ausgerandet und in der Ausrandung setzen die über körperlangen Fühler an. Die Schenkel der ansonsten schlanken Beine sind zum Gelenk mit der Schiene, dem folgenden Beinglied, keulenförmig verdickt. Die Färbung der Käfer ist äußerst variabel, sie sind wahrlich veränderlich. Die Bilder zeigen drei Beispiele.

 

Vorkommen, Nahrung:

Die Art kommt in ganz Europa außer dem äußersten Norden vor und man findet die Käfer auch in Teilen Asiens und Nordamerikas. Sie leben in Laubwäldern, aber auch im gehölzreichen Offenland sowie Parks und Gärten. Die Larven entwickeln sich in abgestorbenen Laubbäumen, vor allem Eichen und Buchen, aber auch Obstbäumen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer: