Pflanze des Monats

Für jeden Monat hat unsere NABU-Gruppe eine Pflanze ausgewählt, die bekannter gemacht werden soll. Vor allem zur Winterszeit, wenn wachsende oder gar blühende Pflanzen eher selten sind, stellen wir aber auch mal einen Pilz vor.

 

Es handelt sich meist um Pflanzen (oder Pilze), die überall zu finden sind und oft auch im Garten der Natur wachsen. Der "Garten der Natur" befindet sich in Winsen auf dem ehemaligen Gartenschau-Gelände und wird von uns angelegt und weiterentwickelt als gärtnerische Anlage mit natürlichen und naturnahen Elementen. 


Februar 2019

Elfen-Krokus (Crocus tommasinianus)

 

Familie: Schwertliliengewächse

 

Krokus ist nicht gleich Krokus. Wer hätte gedacht, dass die Gattung weltweit über 200 Arten umfasst? Dem versierten Gärtner wird aufgefallen sein, dass einige Krokusse bereits im Februar blühen, wenn das Wetter es zulässt, und andere erst im Zeitraum März-April. Natürlich spielt der Standort – mehr oder weniger sonnig – eine Rolle, aber auch die Zugehörigkeit zu verschiedenen Arten.

 

 

Elfen-Krokusse kämpfen sich durch den Schnee. Winsen, 29. März 2018
Elfen-Krokusse kämpfen sich durch den Schnee. Winsen, 29. März 2018
Elfen-Krokus kurz vorm Aufblühen. Winsen, 10. Februar 2008
Elfen-Krokus kurz vorm Aufblühen. Winsen, 10. Februar 2008

Der Elfen-Krokus ist eine ausdauernde Pflanze, die als Knolle (keine Zwiebel) im Erdboden überwintert. Blätter und Blüten werden sehr früh im Jahr, bereits ab dem ausgehenden Winter, neu gebildet und sterben im Verlauf des Sommerhalbjahres wieder ab. Diese Krokus-Art wird bis über 15 Zentimeter groß, bleibt meist jedoch deutlich kleiner. Die grundständigen Laubblätter, häufig 6 pro Pflanze, sind parallelnervig und schmal. Typisch für die Gattung Crocus ist der weiße Mittelstreifen. Die Blätter erscheinen gleichzeitig mit den Blüten. Letztere sind zwittrig und im unteren Teil zu einer langen, ca. 3 Millimeter durchmessenden Röhre verwachsen. Die 6 in zwei Kreisen zu je 3 angeordneten Blütenblätter sind gleichgestaltig, oberhalb der Röhre bis über 4 Zentimeter lang und beim Elfen-Krokus meist einfarbig blassviolett bis lila. Die Befruchtung erfolgt durch Insekten, insbesondere Hummeln. Nach der Befruchtung schiebt sich eine dreifächrige Kapsel mit einer Vielzahl von Samen aus dem Boden.

 

Voll aufgeblüht in der Frühlingssonne. Winsen, 12. März 2011
Voll aufgeblüht in der Frühlingssonne. Winsen, 12. März 2011

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Elfen-Krokus liegt in Südosteuropa. Dort wächst er z.B. in Laubwäldern, meist auf kalkhaltigen Böden. Spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Art in Kultur und seitdem wohl auch in Mitteleuropa als Zierpflanze verbreitet.

 

(Text und Bilder: Dietrich Westphal, Februar 2019)

 

 

Januar 2019

Mäuseschwänzchen – Später Zapfenrübling (Baeospora myosura)

 Familie: Schwindlingsverwandte

 

Einigermaßen erstaunt bin ich, als ich beim Laub harken auf einem halb im Boden steckenden Kiefernzapfen eine ganze Kolonie winzig kleiner Pilze entdecke. Ich bücke mich also, um mir das genauer anzusehen. Dabei fällt mein Blick auf weitere Zapfen, die von Nachbars Kiefer stammen und wohl schon längere Zeit auf unserem Rasen liegen. Ein Großteil davon trägt auch so einen Bewuchs, jeweils eine kleine Welt für sich.

 

Mäuseschwänzchen auf Kiefernzapfen, Winsen, 23. Dezember 2018
Mäuseschwänzchen auf Kiefernzapfen, Winsen, 23. Dezember 2018

Die Bestimmung ergibt, dass es sich um das „Mäuseschwänzchen“ handelt, auch bekannt als „Später Zapfenrübling“. Der Pilz wächst ab Herbst bis in den Winter in kleinen Kolonien, seltener auch einzeln. Die weißlichen Stiele sind 1 bis 2 Millimeter dick und wenige Zentimeter lang. Der hellbraune Hut ist zunächst halbkugelig, später flach ausgebreitet und hat einen Durchmesser von 5 bis 20 Millimetern. Die Lamellen auf der Unterseite des Hutes sind zunächst weiß, später gelblich und stehen recht dicht.

 

Die kleinen Pilze wachsen ausschließlich auf verrottenden Zapfen, meist von Fichten, aber wie in diesem Fall, auch von Kiefern. Seltener findet man sie auf Zapfen von Douglasien oder Lärchen. Er ist in den Nadelwäldern weiter Teile Europas, Asiens und Amerikas verbreitet und meist auch häufig. Durch die Beliebtheit von Nadelbäumen als Ziergehölz hat der Pilz auch Einzug in viele Gärten gehalten.

 

Mäuseschwänzchen, junge Pilze auf Kiefernzapfen, Winsen, 23. Dezember 2018
Mäuseschwänzchen, junge Pilze auf Kiefernzapfen, Winsen, 23. Dezember 2018
Mäuseschwänzchen-Kolonie auf Kiefernzapfen, Winsen, 27. Dezember 2018
Mäuseschwänzchen-Kolonie auf Kiefernzapfen, Winsen, 27. Dezember 2018

Das Mäuseschwänzchen ist nicht giftig und gilt bis auf den zähen Stiel sogar als essbar. Sonderlich ergiebig ist es allerdings nicht. Es gibt eine Reihe weiterer „Zapfenpilze“. Diese bilden ihre Fruchtkörper aber meist erst im Frühling.

 

(Text und Bilder: Dietrich Westphal, Januar 2019)