Pflanze des Monats

Für jeden Monat hat unsere NABU-Gruppe eine Pflanze ausgewählt, die bekannter gemacht werden soll. Vor allem zur Winterszeit, wenn wachsende oder gar blühende Pflanzen eher selten sind, stellen wir aber auch mal einen Pilz vor.

 

Es handelt sich meist um Pflanzen (oder Pilze), die überall zu finden sind und oft auch im Garten der Natur wachsen. Der "Garten der Natur" befindet sich in Winsen auf dem ehemaligen Gartenschau-Gelände und wird von uns angelegt und weiterentwickelt als gärtnerische Anlage mit natürlichen und naturnahen Elementen. 


Januar 2020

Zarte Schwielenflechte (Physcia tenella)

 

Gruppe: Blattflechten, Familie: Physciaceae

Wenn im Winter Blütenpflanzen rar sind, fällt der Blick schon eher einmal auf Lebewesen, wie die Flechten, die auch im Winter ihr –meist unendlich langsames- Wachstum nicht einstellen. Flechten bestehen bekanntermaßen aus einem Pilz-Partner und einem Pflanzen-Partner, meist einer Grünalgen-Art, die untrennbar in Symbiose miteinander verbunden sind. Viele Flechten sind einerseits imstande, extremste Lebensräume hinsichtlich Feuchtigkeit und Temperatur zu besiedeln, andererseits reagieren manche Arten empfindlich auf Luftschadstoffe, wie z.B. Schwefeldioxid, und haben deshalb in belasteten Gebieten erheblich an Vielfalt eingebüßt.

 

Zarte Schwielenflechte an Eichenrinde, zusammen mit Moosen und einer weiteren Flechtenart (Bildmitte, oben). Winsen, 4. Januar 2020
Zarte Schwielenflechte an Eichenrinde, zusammen mit Moosen und einer weiteren Flechtenart (Bildmitte, oben). Winsen, 4. Januar 2020

Die Zarte Schwielenflechte wächst auf der Rinde von Bäumen. Dort bildet sie wenige Zentimeter große, oft rosettenförmige Lager, die ggf. zu größeren Flächen zusammenwachsen. Die einzelnen Läppchen dieser kleinen Flechte sind weißgrau, vielfach mit grünlichem Schimmer, und 0,5 bis 1 Millimeter breit. Schaut man sich die Flechte mit der Lupe an, fallen neben bis 2 Millimeter langen Wimpern an den Rändern der Läppchen besonders winzige rundliche Gebilde auf, die in großer Zahl an lippenartig aufgebogenen Enden mancher Läppchen zu finden sind. Es handelt sich hier um „Soredien“, die der Fortpflanzung dienen, indem sie sich von der Mutterpflanze ablösen und eine neue Flechte bilden können.

 

Zarte Schwielenflechte ca. 1,5 cm breit, mit "Wimpern" an den Rändern sowie Ansammlungen von Soredien (Sorale). Winsen, 3. Januar 2020
Zarte Schwielenflechte ca. 1,5 cm breit, mit "Wimpern" an den Rändern sowie Ansammlungen von Soredien (Sorale). Winsen, 3. Januar 2020

Die Zarte Schwielenflechte zählt nicht zu den in Hinblick auf Luftschadstoffe empfindlichen Arten und so fand ich sie auf Anhieb auf der rissigen Borke der großen Eichen im Winsener Schlosspark. Sie ist weit verbreitet und wegen ihrer Robustheit selbst in Großstädten häufig zu finden.

 

(Text und Bilder: Dietrich Westphal, Januar 2020)

 

 

Dezember 2019

Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris)

 

Familie: Kreuzblütengewächse

 

Hirtentäschelkraut, Winsen, 1. Dezember 2019
Hirtentäschelkraut, Winsen, 1. Dezember 2019

Beinah zu jeder Zeit hätte ich das Hirtentäschelkraut zur Pflanze des Monats machen können. Dieses anspruchslose Gewächs kommt fast überall vor und blüht das ganze Jahr über, außer während länger anhaltender Frostperioden. Ich hatte also kein Problem, dieses sehr vermehrungsfreudige Kraut zu finden, als ich mich am 1. Dezember auf die Suche nach einer Pflanze des Monats machte.

 

Hirtentäschelkraut, Blütenstand. Winsen, 1. Dezember 2019
Hirtentäschelkraut, Blütenstand. Winsen, 1. Dezember 2019

Je nach Standort und Nährstoffgehalt des Bodens erreicht das Hirtentäschelkraut (auch einfach „Hirtentäschel“) eine Höhe von 5 Zentimetern bis über einen halben Meter. Größere Exemplare reichen mit ihren Wurzeln fast einen Meter in den Boden. Die Pflanze bildet am Boden eine Blattrosette, deren einzelne Blätter grob gezähnte Ränder haben oder fiederteilig sind. Der aufrecht wachsende Stängel ist häufig verzweigt und mit einigen Blättern besetzt, deren pfeilförmiger Grund den Stängel umfasst. Das obere Ende des Stängels und, soweit vorhanden, der Nebenäste ist mit einem Blütenstand besetzt, der viele Einzelblüten enthält. Deren vier Blütenblätter sind weiß und messen ausgebreitet ca. 4 Millimeter. Die sich daraus entwickelnden flach dreieckigen oder herzförmigen Schötchen sitzen locker verteilt an dem während der Fruchtreife kräftig wachsenden Stängel.

 

Trotz ihrer geringen Größe produzieren die Blüten durchaus Nektar und sie werden gern von kleinen Bienenarten, Schwebfliegen und anderen Bestäubern angeflogen. Reife Früchte mit Samen findet man von April bis Dezember. Den besten Wuchs zeigt das Hirtentäschelkraut auf offenen, nährstoffreichen Böden, zum Beispiel an Weg- und Straßenrändern, in Gärten und auf Äckern. Es ist bei uns sehr häufig.

 

Hirtentäschelkraut, Früchte (Schötchen). Winsen, 1. Dezember 2019
Hirtentäschelkraut, Früchte (Schötchen). Winsen, 1. Dezember 2019

Die Form der Früchte des Hirtentäschels (der Schötchen) erinnert an die von Taschen, die Hirten in früheren Zeiten bei ihrer Arbeit mit sich führten. Auch der wissenschaftliche Name bedeutet dies (Bursa = Tasche, pastoris = zum Hirten gehörig).

 

(Text und Bilder: Dietrich Westphal, Dezember 2019)

 

 

 

November 2019

Kohl-Gänsedistel (Sonchus oleraceus)

 

Familie: Korbblütengewächse

 

Ersten Frost hatten wir dieses Jahr bereits Ende Oktober. Bei 4 Grad unter null sind viele Pflanzen erfroren, sogar das ansonsten unverwüstliche Knopfkraut. Die Gänsedisteln jedoch haben zunächst überlebt.

 

Kohl-Gänsedistel. Winsen, 21.10.2019
Kohl-Gänsedistel. Winsen, 21.10.2019

Die Kohl-Gänsedistel ist eine einjährige Pflanze, die eine Höhe von einem Meter (selten mehr) erreicht. Der Stängel ist hohl, aber stabil und hat meist einige Verzweigungen. Mit ihrer tief in den Boden reichenden Pfahlwurzel gilt die Kohl-Gänsedistel als Pionierpflanze. Die recht weichen Blätter sitzen wechselständig am Stängel. Ihre grüne Farbe hat einen Stich ins Bläuliche. Der Blattrand verläuft buchtig und ist mit vielen weichen Zähnchen besetzt. Die Basis der Blätter umfasst den Stängel mit spitz zulaufenden „Öhrchen“. Blütenkörbchen erscheinen, meist zu mehreren gebündelt, an den Enden der Stängel bzw. Verzweigungen. Sie sind voll aufgeblüht etwa 2,5 Zentimeter breit und bestehen aus einer Vielzahl von hellgelben Zungenblüten. Im November ist die Hauptblütezeit zwar bereits vorbei, aber man trifft die Kohl-Gänsedistel bis zum Eintreten längerer Frostperioden immer noch an. Die Befruchtung der Blüten erfolgt durch Insekten, wie Bienen und Schwebfliegen.

 

Blütenstand der Kohl-Gänsedistel mit ihren hellgelben Zungenblüten. Winsen, 21.10.2019
Blütenstand der Kohl-Gänsedistel mit ihren hellgelben Zungenblüten. Winsen, 21.10.2019
Kohl-Gänsedistel, stängelumfassender Blattgrund. Winsen, 21.10.2019
Kohl-Gänsedistel, stängelumfassender Blattgrund. Winsen, 21.10.2019

Als ausgesprochener Kulturfolger gedeiht die Kohl-Gänsedistel auch innerhalb der Ortschaften, zum Beispiel auf Wegrändern, Gärten und Unkrautfluren. Man findet sie auch im Offenland, auf Brachflächen, Ackerrändern und Abfallplätzen. Von ihrem ursprünglichen Vorkommensgebiet aus, der gemäßigten Zone Europas und Asiens (und Nordafrika), hat sie sich inzwischen fast weltweit ausgebreitet. Dazu beigetragen hat wohl, dass sie zeitweise als Gemüsepflanze genutzt und früher sogar angebaut wurde.

 

(Text und Bilder: Dietrich Westphal, November 2019)

 

 

 

Oktober 2019

Herbst-Löwenzahn (Leontodon autumnalis)

 

Familie: Korbblütengewächse

 

Habichtskraut, Pippau, Ferkelkraut, Gänsedistel…alle blühen sie gelb und spät im Jahr. Nicht leicht zu unterscheiden, zumal es bei uns jeweils mehrere Arten davon gibt. Weil ich den Herbst-Löwenzahn, der auch in diese Gruppe ähnlich aussehender Korbblütler fällt, zur Pflanze des Herbst-Monats Oktober mache, habe ich mir die zum Erkennen nötigen Merkmale eingeprägt und mich auf die Suche begeben….und wundere mich, wie oft man diese Pflanze findet, wenn man nur genau hinschaut.

 

Herbst-Löwenzahn (mitte) und gewöhnlicher Löwenzahn. Beachte die verschiedene Blattform. Winsen, 24.09.2019
Herbst-Löwenzahn (mitte) und gewöhnlicher Löwenzahn. Beachte die verschiedene Blattform. Winsen, 24.09.2019

Wie der gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum) bildet auch der Herbst-Löwenzahn eine grundständige Blattrosette. Die länglichen Blätter sind zwar nicht ganz so wild gezackt wie bei jenem, aber doch schrotsägeförmig fiederteilig. Während die ähnlichen Ferkelkräuter behaarte Blätter aufweisen, sind die des Herbst-Löwenzahns kahl. Aus der Rosette erheben sich ein bis mehrere, bis zu einem halben Meter hohe Blütenstängel. Diese sind nicht oder wenig verzweigt. An den Enden des Stängels bzw. der Verzweigungen sitzt je ein Blütenkörbchen, deren Einzelblüten alle mit einem zungenförmigen gelben Blütenblatt ausgestattet sind. Das Körbchen hat eine Breite von etwa 3 Zentimetern und ist damit kleiner als der Blütenstand des gewöhnlichen Löwenzahns. Alle Blüten sind zwittrig und werden gern von verschiedenen Insekten aufgesucht, wie Bienen, Schmetterlingen, Hummeln und Schwebfliegen. Der Herbst-Löwenzahn blüht vom Hochsommer bis zum Oktober.

 

Einzelblüte des Herbst-Löwenzahns mit Besuch von einer Schwebfliege. Winsen, 22.09.2019
Einzelblüte des Herbst-Löwenzahns mit Besuch von einer Schwebfliege. Winsen, 22.09.2019

Da ich den Herbst-Löwenzahn kaum suchen musste, um ihn zu finden, gehe ich davon aus, dass die Angaben zu seinem Vorkommen in der Bestimmungsliteratur, wonach der „sehr häufig“ ist, auch auf den Bereich von Winsen zutreffen. Er benötigt stickstoffsalzreichen Boden und wächst auch auf verdichteten Standorten, wie grasige Wege, Straßenränder oder Gewerbegebiete.

 

(Text und Bilder: Dietrich Westphal, September 2019)

 

September 2019

Vogelknöterich (Polygonum aviculare)

 

Familie: Knöterichgewächse

 

Dem Boden anliegend, rankt ein kleines Gewächs mit unscheinbaren Blüten über unbefestigte Wege, aus den Ritzen im Straßenpflaster und auf verdichteten Böden, wo kaum eine andere Vegetation aufkommt. Die Pflanze ist unempfindlich gegen Tritt und sogar gegen gelegentliches Überfahren, ob mit Fahrrad oder Auto. Ein solcher Überlebenskünstler ist der Vogelknöterich.

 

Vogelknöterich (Polygonum aviculare). Winsen, 30.07.2017
Vogelknöterich (Polygonum aviculare). Winsen, 30.07.2017

Die Stängel des Vogelknöterichs sind reich verzweigt und werden bis zu einem halben Meter lang, bleiben gewöhnlich aber kürzer. Dabei liegen sie meist dem Boden an und wachsen oft nur an den Enden wenige Zentimeter empor. Die Stängel haben an jeder Verzweigung eine Verdickung (Knoten, daher der Name Knöterich). Die schmalen, um die drei Zentimeter langen Blätter haben keinen oder nur einen kurzen Stiel. Die Blüten stehen zu 1 bis 3, selten mehr, in den Blattachseln. Sie sind meist rosa gefärbt, aber nur etwa drei Millimeter groß. Da sie keinen Nektar bilden, werden sie kaum von Insekten besucht. Die Befruchtung erfolgt im Wesentlichen durch Selbstbestäubung.

 

Vogelknöterich (Polygonum aviculare), Blüten in den Blattachseln. Borstel, 06.08.2016
Vogelknöterich (Polygonum aviculare), Blüten in den Blattachseln. Borstel, 06.08.2016

Einige Standorte, auf denen man den Vogelknöterich findet, wurden bereits oben genannt. Darüber hinaus wächst er häufig auch in Gärten und auf Äckern. Allgemein bevorzugt die Art Rohböden oder Sandböden, die reich sind an Stickstoffsalzen. Die Blütezeit des Vogelknöterichs reicht von Mai bis in den Oktober hinein.

 

Der Vogelknöterich wird von alters her als Vogelfutter verwendet, wie dem Namen zu entnehmen. In der Heilkunde wurde er früher als Auswurf förderndes Mittel angewandt.

 

(Text und Bilder: Dietrich Westphal, September 2019)

 

 

August 2019

Strahlenlose Kamille (Matricaria discoidea)

 

Familie: Korbblütengewächse

 

Die Strahlenlose Kamille ist ein äußerst zähes Gewächs. Bei uns vorm Haus gibt es einige Exemplare, die in den Lücken der Straßenpflastersteine wachsen, heiße Sonnenstrahlung, Überflutung bei starkem Regen und sogar gelegentliches Überfahren durch Autos und den Tritt von Mensch und Tier ertragen.

 

Strahlenlose Kamille zwischen Pflastersteinen, ein zähes Gewächs! Winsen, 12. August 2019
Strahlenlose Kamille zwischen Pflastersteinen, ein zähes Gewächs! Winsen, 12. August 2019

Die Pflanze ist eher unscheinbar und wird nur ausnahmsweise bis ca. 40 cm hoch. Die Exemplare zwischen den Pflastersteinen vor unserem Haus erreichen nur etwa 5 bis 10 cm Größe. Der Stängel ist oft schon vom Grund an verzweigt und aufrecht. Die Blätter sind zwei bis etwa fünf Zentimeter lang und an den Rändern in feine Zipfel gespalten. Die gelblich-grünen Blütenkörbchen an den Enden der zahlreichen Verzweigungen sind einen halben bis knapp über einen Zentimeter breit und besitzen im Gegensatz zur Echten Kamille keine weißen Zungenblüten am Rand.

 

Die Blütezeit der Strahlenlosen Kamille reicht von Juni bis September, oft auch bis Oktober. Sie bevorzugt offenen, nährstoffreichen Lehm- oder Tonboden, begnügt sich aber auch mit eher sandigen Standorten. Die Blüten werden von Insekten bestäubt oder sind selbstbefruchtend. Die Früchte verschleimen bei Nässe, bleiben an den Füßen von Tieren, Schuhen von Menschen oder Autoreifen kleben und werden so weit verbreitet. Die Zähigkeit der Pflanze dient somit auch der Fortpflanzung.

 

Strahlenlose Kamille, ein Prachtexemplar in der Sandgrube. Holtorfsloh, 3. Juli 2019
Strahlenlose Kamille, ein Prachtexemplar in der Sandgrube. Holtorfsloh, 3. Juli 2019

Man findet die Strahlenlose Kamille an sonnigen Plätzen überall im Siedlungsbereich, u.a. an Straßenrändern (und sogar auf der Straße), auf Schotterflächen und ungenutztem Land. Ebenfalls heimisch ist sie z.B. auf Ackerbrachen und in Abbaugruben.

 

Die ganze Pflanze duftet ähnlich wie die Echte Kamille, besonders die Blüten. Ihr ätherisches Öl ist allerdings anders zusammengesetzt, so dass man sie nicht als Ersatz verwenden kann.

 

Die Strahlenlose Kamille ist ein Neuling (Neophyt). Die aus Nordostasien und dem westlichen Nordamerika stammende Pflanze trat erst 1852 erstmals in Europa auf und hat sich schnell über weite Teile des Kontinents verbreitet.

 

(Text und Bilder: Dietrich Westphal, August 2019)

 

 

Juli 2019

Breitblättrige Sumpfwurz (Epipactis helleborinae)

 

Familie: Orchideen

 

Ja, es gibt Orchideen nicht nur in den Blumenläden. Allerdings muss man bei unserer häufigsten Art, der Breitblättrigen Sumpfwurz (oder auch Sumpf-Stendelwurz) schon recht genau hinschauen, um sie als Angehörige dieser Pflanzenfamilie zu erkennen.

Breitblättrige Sumpfwurz, stattliche Exemplare mit Blütenknospen. Radbruch, 7. Juli 2017
Breitblättrige Sumpfwurz, stattliche Exemplare mit Blütenknospen. Radbruch, 7. Juli 2017

Dabei kann diese Pflanzenart durchaus zu stattlichen Exemplaren mit einer Höhe ihres Stängels bis zu einem Meter heranwachsen. Die unteren zwei Drittel des Stängels sind mit ovalen Blättern von bis 15 cm Länge und bis 10 cm Breite besetzt. Die Orchideen-Natur der Sumpfwurz lässt sich schon am parallelen Verlauf der Blattnerven erkennen. Das obere Drittel des Stängels ist mit einigen wenigen bis zu mehreren Dutzend Blüten mit Durchmessern von 2-3 cm sowie deren Tragblättern besetzt, die für ein Mitglied dieser Pflanzenfamilie eher unscheinbar anmuten. Bei näherem Hinsehen erkennt man aber den typischen Aufbau: 3 gleichartige Kelchblätter bilden die äußere Blütenhülle, 3 Blütenblätter die innere. Von letzteren ist die nach unten gerichtete als „Lippe“ ausgebildet, die im Gegensatz zu den grünlichen oder rötlichen anderen Teilen der Blüte weißlich oder rosa ist und als Landeplatz für bestäubende Insekten dient.

 

Breitblättrige Sumpfwurz, Blüten mit rosa Lippe. Drennhausen, 20. Juli 2014
Breitblättrige Sumpfwurz, Blüten mit rosa Lippe. Drennhausen, 20. Juli 2014

Die Breitblättrige Sumpfwurz blüht von Juni bis August. Die Früchte sind hängende Kapseln, die sich bei trockenem Wetter öffnen und je Kapsel bis zu 10.000 winzige Samen freisetzen. Diese werden vom Wind unter Umständen kilometerweit verfrachtet. Vegetativ vermehrt sich die Sumpfwurz durch ihren langen Wurzelstock, so dass die Pflanze oft truppweise anzutreffen ist.

 

Breitblättrige Sumpfwurz, unreife Früchte, die bis 10.000 Samen enthalten. Drennhausen, 10. August 2017
Breitblättrige Sumpfwurz, unreife Früchte, die bis 10.000 Samen enthalten. Drennhausen, 10. August 2017