Pflanze des Monats

Für jeden Monat hat unsere NABU-Gruppe eine Pflanze ausgewählt, die bekannter gemacht werden soll.

 

Es handelt sich meist um Pflanzen, die überall zu finden sind und oft auch im Garten der Natur wachsen. Der "Garten der Natur" befindet sich in Winsen auf dem ehemaligen Gartenschau-Gelände und wird von uns angelegt und weiterentwickelt als gärtnerische Anlage mit natürlichen und naturnahen Elementen. 


Januar 2017

Gewöhnliche Lepraflechte (Lepraria incana)

Gewöhnliche Lepraflechte, Durchmesser ca. 10 cm, 3. Januar 2018, Winsen (c) Dietrich Westphal
Gewöhnliche Lepraflechte, Durchmesser ca. 10 cm, 3. Januar 2018, Winsen (c) Dietrich Westphal
Die Qualität der Aufnahme lässt zwar zu wünschen übrig, aber bei starker Vergrößerung sind die "Sorale" auf der Oberfläche der Lepraflechte zu erkennen, die der vegetativen Fortpflanzung dienen. 3. Januar 2018, Winsen (c) Dietrich Westphal
Die Qualität der Aufnahme lässt zwar zu wünschen übrig, aber bei starker Vergrößerung sind die "Sorale" auf der Oberfläche der Lepraflechte zu erkennen, die der vegetativen Fortpflanzung dienen. 3. Januar 2018, Winsen (c) Dietrich Westphal

Für diese „Pflanze“ des Monats musste ich mich nur ein paar Schritte aus dem Haus bewegen. Es handelt sich dabei um eines dieser symbiotisch aus einem Pilz und einer Algen-Art bestehenden Lebewesen. Viele Flechten sind zwar gegen verschmutzte Luft empfindlich, ansonsten aber äußerst zäh. Ob Sommer, ob Winter, ob trocken oder nass – Flechten findet man immer.

 

Flechten sind alles andere als einfach zu bestimmen. Ich bin mir –als interessierter Laie- zwar einigermaßen sicher, dass es sich bei der hier vorgestellten Art um ein Mitglied der Gattung Lepraria handelt, aber bei der Art hört die Sicherheit auf und ich habe mich für incana entschieden, weil diese Art überall sehr häufig vorkommen soll.

 

Die Gewöhnliche Lepraflechte ist eine Krustenflechte, deren Lager oft unregelmäßige Form haben und die mehrere Quadratdezimeter groß werden können. Die mehlig-körnige Oberfläche ist von grau- bis blaugrünlicher oder auch weißlicher Farbe. Die einzelnen Körnchen sind etwa ein Zehntel Millimeter groß. Es handelt sich dabei um Soredien, Gebilde aus Algen und Pilzfasern, die sich von der Flechte lösen und der vegetativen Vermehrung dienen.

 

Lepraria incana wächst vorzugsweise auf Baumrinde, aber gelegentlich auch auf Steinen und, wie im vorliegenden Fall, auf Beton-Mauern. In milden bis gemäßigten Lagen ist sie sehr häufig. Gegen Luftverunreinigungen ist sie kaum empfindlich.

 

Viele Flechten erreichen trotz ihrer eher geringen Größe ein Alter, das in Jahrzehnten, wenn nicht sogar in Jahrhunderten gezählt wird.

 

(Text und Bilder: Dietrich Westphal, Dezember 2016)