Insekten

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Kupfer- Rosenkäfer (Protaetia cuprea)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Blatthornkäfer

 

Rosenkäfer, auch Goldkäfer genannt, waren in und um Winsen immer Einzelerscheinungen. Ich entdeckte sie auf den Blüten verschiedener Pflanzenarten, wie Weißdorn, Holunder, Rainfarn oder verschiedenen Doldenblütern. Das Tier auf den Fotos habe ich auf dem Blütenstand der Roten Fetthenne angetroffen – ein reizvoller Farbkontrast!

 

Aussehen, Merkmale:

Kupfer-Rosenkäfer werden 1,4 bis 2,3 Zentimeter groß und sind dabei recht breit gebaut. Sie sind meist grün, gelegentlich goldfarben, blaugrün oder violett gefärbt und immer metallisch glänzend. Auch Beine und Fühler sind derart gefärbt. Auf den Flügeldecken befinden sich einige kurze weiße Linien. Die Fühler sind, wie bei allen Blatthornkäfern, an ihrem Ende blattartig gefächert. Wegen ihres Aussehens und ihrer Aktivität im hellen Sonnenschein sind sie recht auffallende Insekten.

 

 

Vorkommen, Nahrung:

Die Käfer kommen in großen Teilen Europas vor und man kann sie von April bis Oktober finden, jedoch nicht überall. Im Tiefland, den Marschbereichen, sind sie recht selten. Während die Käfer Pollen und andere weiche Teile von Blüten fressen sowie Pflanzensäfte aufnehmen, leben die Larven (Engerlinge, ähnlich denen der Maikäfer) in morschem Holz, in Kompost und gelegentlich in Ameisenhaufen, wo sie sich ausschließlich von Holzmulm und verrottenden Pflanzenteilen ernähren.

 

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Käfer erreichen ein Alter von drei bis fünf Monaten. Sie paaren sich im Zeitraum April bis Juni. Die Entwicklungszeit der Engerlinge (Larven) beträgt zwei bis drei Jahre.

 

 

Sonstiges:

Rosenkäfer können vergleichsweise gut fliegen. Dafür müssen sie nicht, wie andere Käfer, die Deckflügel öffnen, sondern sie entfalten die Hinterflügel durch eine Aussparung der Deckflügel. Das ergibt ein charakteristisches Flugbild. Der Kupfer- Rosenkäfer ist gemäß Bundesnaturschutzgesetz „besonders geschützt“.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Oktober 2018

 

Eichenschrecken (Meconema thalassinum und Meconema meridionale)

Klasse: Insekten

Ordnung: Heuschrecken

Familie: Laubheuschrecken

 

Aussehen, Merkmale:

Die Gemeine Eichenschrecke (M. thalassinum) sieht aus wie eine kleine Ausgabe des bekannten Grünen Heupferds. Die Körperlänge beträgt aber nur 1 bis 1,5 Zentimeter (ohne Hinterleibsanhänge gemessen). Die Südliche Eichenschrecke (M. meridionale) bleibt meist etwas kleiner. Während die Gemeine Eichenschrecke in ausgewachsenem Zustand über wohl ausgebildete Flügel verfügt, besitzt die Südliche Eichenschrecke nur winzige Flügelstummel und kann für eine Larve der ersteren Art gehalten werden. Beide Arten sind grün gefärbt, die Weibchen oft blassgrün, die Männchen meist etwas intensiver. Die Weibchen tragen am Hinterleib einen fast körperlangen Legestachel, die Männchen sind mit schlanken Hinterleibsanhängen (Cerci) ausgestattet, mit denen sie sich während der Paarung am Weibchen festhalten können. Die Fühler der Eichenschrecken sind bis zu viermal so lang wie ihr Körper.

 

Vorkommen:

Die Gemeine Eichenschrecke ist eine heimische, weit verbreitete und häufige Art. Sie hält sich überwiegend im Kronenbereich von Laubbäumen auf, besonders in Eichen (Name!). Die auch nachts aktive Art wird vom Licht angelockt und findet sich gelegentlich in beleuchteten Zimmern mit offenem Fenster. Die Südliche Eichenschrecke dagegen ist ein Neubürger, die zunächst in Süddeutschland auftauchte und in rascher Ausbreitung nach Norden begriffen ist. Das hier abgebildete Weibchen habe ich vor wenigen Tagen in Winsen (Luhe) entdeckt. Sie lebt ebenfalls in den Kronen von Laubbäumen, aber auch in Hecken oder Rankgewächsen (z.B. Clematis). Sie bevorzugt dabei kleinklimatisch geschützte innerörtliche Bereiche.

 

Nahrung:

Beide Eichenschrecken-Arten verschmähen Pflanzenkost und ernähren sich ausschließlich von Blattläusen, kleinen Raupen und anderen kleinen Insekten.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Tiere sind meist erst im August erwachsen und leben bis in den Oktober. Die Weibchen begeben sich nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Kronenbereich der Bäume, in denen sie leben, abwärts zum Stamm und legen ihre Eier mit Hilfe ihres Legestachels in Risse und Löcher der Rinde. Die Entwicklung kann dann ein oder zwei Jahre dauern.

 

Sonstiges:

Die Eichenschrecken besitzen keine speziellen Organe zur Erzeugung von Lauten. Sie trommeln dafür mit den Hinterbeinen auf derbere Blätter oder auch Zweige. Für Menschen sind derart erzeugte Geräusche allerdings nahezu unhörbar.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, September 2018

 

Spargelhähnchen (Crioceris asparagi)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Blattkäfer

 

Die hübschen bunten Spargelhähnchen waren früher mal häufiger, aber in Zeiten wirksamer Insektizide sind auch ihre Bestände zurückgedrängt worden. In Anbetracht des gewaltigen Appetits der Käfer und besonders der Larven habe ich schon Verständnis dafür, dass die Landwirte was zum Schutz ihres Spargels tun. Neulich ist es mir jedoch gelungen, einige Käfer und deren Larven am Rand eines Spargelfeldes bei Winsen zu entdecken.

 

Aussehen, Merkmale:

Das Spargelhähnchen ist nur 5 bis 7 Millimeter groß und länglich gebaut. Es ist auffallend bunt gefärbt: Kopf und Fühler sind schwarz, das Halsschild rot. Die Flügeldecken sind metallisch dunkelblau bis schwarz gefärbt mit meist jeweils 3 gelben eckigen Flecken. Bei vielen Exemplaren ist der Außenrand der Flügeldecken, wie das Halsschild, rot gefärbt, siehe Foto.

 

Vorkommen, Nahrung:

Spargelhähnchen kommen in Süd- und Mitteleuropa ursprünglich überall an Spargel vor, sowohl an Wildpflanzen als auch an Kulturspargel. Andere Pflanzen dienen dem Spargelhähnchen nicht als Nahrung. Vor allem wegen des Einsatzes wirksamer Pflanzenschutzmittel sind die Bestände der Art zurückgegangen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Tiere paaren sich im Frühsommer. Die Weibchen legen danach ca. 100 Eier auf die Stängel der Spargelpflanzen, aus denen alsbald Larven schlüpfen, die grau oder olivgrün gefärbt sind. Ausgewachsen sind sie bis 8 Millimeter lang. Sie verpuppen sich im Boden und die schon im Herbst schlüpfenden Käfer überwintern dort unter Laub und Steinen oder in den Stängeln der Spargelpflanzen. In warmen Jahren kann es zur Ausbildung einer zweiten Generation kommen, deren Larven im August und September an Spargel zu finden sind.

 

Besonderheiten:

Die Käfer werden als „Hähnchen“ bezeichnet, weil sie imstande sind, mit Hilfe ihrer Flügeldecken zirpende Geräusche zu erzeugen.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, August 2018

 

Gemeine Narzissenschwebfliege (Merodon equestris)

Klasse: Insekten

Ordnung: Zweiflügler

Familie: Schwebfliegen

 

Sie sind pelzig behaart, recht groß und sie finden sich auf Blüten ein. Jedenfalls sind mir diese Tiere bisher im Garten nicht aufgefallen. Ich habe sie wohl für Hummeln gehalten. Ein zweiter Blick und etwas mehr Neugierde ist allemal lohnend…

 

Aussehen, Merkmale:

Die Gemeine Narzissen-Schwebfliege erreicht eine Größe von 1,1 bis 1,4 Zentimetern und kann wegen ihrer dichten und sehr variabel gefärbten Behaarung, oberflächlich betrachtet, tatsächlich mit Hummeln verwechselt werden. Wenn man genau hinschaut, bemerkt man aber erhebliche Unterschiede: Die Tiere haben nur zwei Flügel, Hummeln deren vier. Die Beine, typisch für Fliegen, sind recht dünn, die Fühler kurz und die Augen größer als die der Hummeln. Man findet Exemplare mit schwarzem Brustbereich und rötlich braun behaartem Hinterleib, andere mit gelbem Brust-Vorderteil und grauweißem Hinterleibsende und wieder andere mit braunem Brustteil und grauem Hinterleib. Und damit sind bei weitem nicht alle Färbungsvarianten genannt.

 

Vorkommen:

Die Gemeine Narzissen-Schwebfliege ist außer im hohen Norden in Europa und darüber hinaus weit verbreitet. Sie scheint bei uns nicht selten zu sein, denn nachdem ich mich erst einmal mit den Tieren befasst hatte, sind sie mir nicht nur im eigenen Garten, sondern auch anderenorts aufgefallen.

 

Nahrung:

Die erwachsenen Fliegen sind Blütenbesucher und ernähren sich im Wesentlichen von Nektar aus Blüten diverser Pflanzenarten. Die Larven hingegen leben in und von den Zwiebeln vieler Zwiebelgewächse, wie beispielsweise Narzissen, Hyazinthen und Ritterstern.

 

Fortpflanzung, Lebensweise:

Als erwachsene Tiere treten die Narzissenschwebfliegen im Zeitraum Mai bis Juli auf. Die Weibchen legen ihre Eier in den Bereich der Zwiebeln von Pflanzen, in denen sich die Larven entwickeln. Sind sie Erwachsen, verlassen die Larven die Zwiebeln und verpuppen sich in der umgebenden Erde. Soweit bekannt, haben sie eine Generation im Jahr.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Juni 2018

 

Nachtschwalbenschwanz (Ourapteryx sambucaria)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Spanner

 

Das Licht vor der Haustür hat mir schon so manchen Schmetterling vor die Kameralinse gelockt, aber diesmal war es schon etwas Besonderes: Ein Nachtschwalbenschwanz, einer der größten unserer heimischen Spanner-Falter.

 

Aussehen, Merkmale:

Der Nachtschwalbenschwanz kann eine Spannweite von bis zu 5 Zentimetern erreichen. Die Flügel sind cremegelb gefärbt und haben auf den Vorderflügeln je zwei und auf den Hinterflügeln je eine dünne bräunliche Querlinie. Auffälligstes Merkmal sind die schwanzartig verlängerten Spitzen der Hinterflügel, auf deren Ansatz sich jeweils zwei kleine Flecken befinden, von denen einer einen roten Kern besitzt.

Vorkommen:

In Gegenden mit viel Hecken und Gebüsch, wie Gärten, Auwäldern und Laubwäldern ist die Art mancherorts noch regelmäßig anzutreffen. Mein Eindruck ist, dass sie in den letzten Jahren deutlich seltener geworden ist. Der Nachtschwalbenschwanz kommt in weiten Teilen Europas vor, fehlt aber im äußersten Süden und im Norden.

 

Fortpflanzung, Lebensweise:

Die Falter fliegen meist in nur einer Generation von Juni bis August. Die Raupen entwickeln sich an Schwarzem Holunder, aber auch an einer ganzen Reihe anderer Sträucher, wie Efeu oder Schlehe. Sie sehen aus wie dünne Stöckchen mit Höckern und Verdickungen und sind deshalb kaum zu entdecken. Die Raupen überwintern an der Nahrungspflanze und verpuppen sich dort im Frühjahr in einem lockeren Gespinst.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Juni 2018

 

Gelbrandkäfer (Dytiscus spp.)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Echte Schwimmkäfer

 

Ich staune immer wieder, wenn mir beim „Tümpeln“ Exemplare der großen Wasser- oder Schwimmkäfer in den Kescher geraten. Diese stromlinienförmig gebauten Tiere mit ihren zu effektiven Rudern umgestalteten Hinterbeinen sind äußerst faszinierend. Wenig bekannt ist, dass die Gattung Dytiscus ein gutes halbes Dutzend Arten enthält, die alle als Gelbrandkäfer bezeichnet werden. Von zwei Arten habe ich neulich einige Fotos gemacht, nämlich Dytiscus marginalis (dem Gemeinen Gelbrandkäfer) und Dytiscus dimidiatus.

 

Aussehen, Merkmale:

Dytiscus dimidiatus wird fast 4 Zentimeter lang und Dytiscus marginalis erreicht immerhin 3,5 Zentimeter. Beide Arten sind von breit-ovaler Form. Ihre Körper sind ohne „Ecken und Kanten“ und bieten dem Wasser beim Schwimmen nur wenig Widerstand. Die Färbung oberseits ist ein dunkles Braun, oft mit olivgrünem Schimmer. Unterseits sind die beiden hier vorgestellten Arten gelb bis rot-gelb gefärbt. Beide Arten haben an den Außenkanten der Flügeldecken und des Halsschildes einen gelblichen Rand (Name!). Bei Dytiscus marginalis sind auch Vorder- und Hinterrand des Halsschildes gelb gefärbt. Die Flügeldecken der meisten Weibchen beider Arten weisen auffallend tiefe Längsfurchen auf, während die Flügeldecken der Männchen glatt sind.
Gänzlich anders sehen die Larven aus. Sie sind ausgewachsen 6 bis 8 Zentimeter groß und langgestreckt. Ihr Kopf trägt geradezu furchterregende spitze Kiefer.

Vorkommen, Nahrung:

Dytiscus marginalis ist weit verbreitet und sein Wohngewässer betreffend nicht wählerisch. Teichbesitzer mögen ihn kennen. Dytiscus dimidiatus dagegen ist nicht häufig und in Niedersachsen eine gefährdete Art. Er lebt bevorzugt in naturbelassenen Gewässern, meist in Moorgebieten. Der Wechsel zu einem neuen Wohngewässer fällt den Gelbrandkäfern leicht, denn sie sind nicht nur geschickte Schwimmer, sondern auch gute Flieger.
Gelbrandkäfer und ihre Larven ernähren sich räuberisch, meist von anderen im Gewässer lebenden Kleintieren. Sie überfallen aber auch Kaulquappen, Kleinfische, Molche und kleine Frösche. Es ist von daher kein Wunder, dass sie in Teichen für Jungfische nicht gern gesehen sind.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Paarungen erfolgen vor allem im Herbst, aber auch in den Frühjahrsmonaten. Larven sind deshalb nahezu ganzjährig in den Gewässern anzutreffen. Erwachsene Larven verpuppen sich an Land in selbst gegrabenen Erdhöhlen. Gelbrandkäfer erreichen ein für Insekten sehr hohes Alter von bis zu fünf Jahren.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Mai 2018

 


Fichten-Gespinstblattwespe (Cephalcia abietis)

Fichten-Gespinstblattwespe, Winsen, 26. April 2018 ©: D. Westphal
Fichten-Gespinstblattwespe, Winsen, 26. April 2018 ©: D. Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Hautflügler

Familie: Gespinstblattwespen

 

Neulich fand ich auf unserer Terrasse zwei merkwürdige Insekten, deren Zugehörigkeit zu einer der bekannten Insekten-Familien mir zunächst nicht klar war. Die Tiere waren wenig scheu und so betrachtete ich sie mit der Lupe ausgiebig. Schließlich konnte ich sie als Fichten-Gespinstblattwespen identifizieren.

 

Aussehen, Merkmale:

Cephalcia abietis ist 11 bis 14 Millimeter groß. Kopf und Brust sind schwarz mit gelben Elementen. Der Hinterleib ist gelb, was aber unter den dunkel getönten und geaderten Flügeln nicht zu erkennen ist. Die langen Fühler werden meist gerade nach vorn gehalten. Im Gegensatz zu den bekannten staatenbildenden Wespen haben die Blattwespen keine „Wespentaille“, sondern der Hinterleib setzt ohne Verjüngung am Bruststück an.

 

Vorkommen:

Die Fichten-Gespinstblattwespe lebt normalerweise in älteren Fichtenwäldern, hat aber allem Anschein nach auch ihren Weg in unsere Gärten gefunden, soweit dort, wie vielfach der Fall, ältere Nadelbäume stehen. Man trifft die voll entwickelten Blattwespen von Ende April bis Ende Juni an.

 

Fortpflanzung:

Das Weibchen legt insgesamt um die 100 Eier in kleinen Portionen in Schlitze, die sie mit Hilfe ihres Legestachels in vorjährige Fichtennadeln ritzt. Die Larven sehen ähnlich aus wie Schmetterlingslarven. Sie entwickeln sich über den Sommer in gemeinschaftlichen Gespinsten, die an befallenen Fichten durchaus auffallen können. Im Spätsommer verkriechen sie sich im Boden unter den Bäumen und können dort jahrelang ruhen, bis sie sich verpuppen.

 

Nahrung:

Die Larven ernähren sich von älteren Fichtennadeln. Der Neuaustrieb wird nicht abgefressen, so dass der Baum gewöhnlich keinen erheblichen Schaden erleidet.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Mai 2018

 


Kleiner Zangenbock (Rhagium inquisitor)

Kleiner Zangenbock, 23. April 2016, Winsen (c) Dietrich Westphal
Kleiner Zangenbock, 23. April 2016, Winsen (c) Dietrich Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Bockkäfer

 

Insekten überwintern in allen Stadien ihrer Entwicklung; als Ei, Larve, Puppe oder auch als voll entwickeltes Tier. Der Kleine Zangenbock gehört zu letzteren. Allerdings bekommt man ihn erst zu Gesicht, wenn die Temperatur im Frühling wieder steigt.

 

Aussehen, Merkmale:

Die Fühler des Kleinen Zangenbocks sind für einen Bockkäfer recht kurz, aber ansonsten entspricht er den allgemeinen Merkmalen der Familie. Der Körper ist langgestreckt und die Beine sowie die Mundwerkzeuge sind kräftig (Name!). Die Farbe des Chitinpanzers ist schwarz, aber der Käfer ist größtenteils mit grau-gelblichen Haaren bedeckt, so dass nur einige dunkle Flecken und Streifen zu sehen sind. Die Vorderbrust und der Kopf sind erheblich schmaler als die Flügeldecken, so dass der Käfer deutliche „Schultern“ hat. Die Flügeldecken haben drei teilweise dunkel gezeichnete Längsrippen, von denen die Inneren besonders kräftig ausgebildet sind. Die Käfer erreichen eine Körperlänge von 10 bis 20 Millimetern.

 

Vorkommen, Nahrung:

Die Kleinen Zangenböcke sind tagaktiv und ernähren sich von Blüten und Baumharz. Die Larven leben unter der Rinde von Nadelbäumen.
Die Art ist in Europa, Asien und auch in Nordamerika weit verbreitet. Ihr Lebensraum sind Nadelwälder und sonstige Nadelbaumbestände. Das abgebildete Tier habe ich in meinem Garten gefunden, nachdem dort eine größere Fichte gefällt worden ist.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Erst im zweiten Jahr ihrer Entwicklung verpuppen sich die Larven in einer selbst angelegten Puppenwiege. Die Käfer schlüpfen im Herbst, bleiben aber bis zum Frühling des nächsten Jahres in ihrer Puppenwiege unter der Rinde. Den Winter überstehen sie mit Hilfe eines natürlichen Frostschutzmittels in ihren Körperflüssigkeiten. Sie kommen dann im April zum Vorschein und reproduzieren sich im folgenden Sommer. Der Lebenszyklus des Kleinen Zangenbocks beträgt damit rund zwei Jahre.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Dezember 2017

 


Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata)

Gemeine Sichelschrecke, Weibchen, August 2014, Salzhausen ©: D. Westphal
Gemeine Sichelschrecke, Weibchen, August 2014, Salzhausen ©: D. Westphal
Gemeine Sichelschrecke, Larve, Juli 2017, Neu Wulmstorf ©: D. Westphal
Gemeine Sichelschrecke, Larve, Juli 2017, Neu Wulmstorf ©: D. Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Heuschrecken

Familie: Laubheuschrecken

 

Aussehen, Merkmale:

Die Gemeine Sichelschrecke ähnelt ein wenig dem bekannten Grünen Heupferd. Sie ist aber mit kaum über 1 ½ Zentimetern Körperlänge erheblich kleiner. Die Grundfärbung ist grün und der ganze Körper ist mit feinen dunklen Punkten gesprenkelt. Während die Vorderflügel in Ruhe den Körper hinten nur wenig überragen, sind die Hinterflügel viel länger und schauen ein ganzes Stück unter den Vorderflügeln hervor. Die fadenförmigen Fühler sind bis zu viermal so lang wie der Körper und die Legeröhre am Hinterleib des Weibchens ist sichelförmig nach oben gebogen (Name!).

 

Vorkommen:

Älteren Bestimmungsbüchern (meins stammt von 1993) kann entnommen werden, dass die nördlichsten Fundorte der Art im Vogelsberg und bei Köln liegen. Vor einigen Jahren ist die Gemeine Sichelschrecke dann aber erstmals im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide gesichtet worden. Vor drei Jahren habe ich auf Hinweis eines Freundes Fotos der Tiere auf einer Brachfläche bei Salzhausen machen können und vor wenigen Tagen fand ich eine Larve von Phaneroptera falcata in der Wulmstorfer Heide, nur wenige Kilometer von der Elbe entfernt.
Die Art ist sehr wärmeliebend und kommt vorzugsweise auf Trockenrasen, in Heidegebieten, an besonnten Weg- und Waldrändern sowie ähnlichen Trockenbiotopen vor. Man darf spekulieren, ob die Ausbreitung nach Norden mit dem Klimawandel in Zusammenhang steht…

Nahrung:

Die Sichelschrecke ernährt sich rein vegetarisch. Sie frisst junge Triebe, Blätter und Früchte verschiedenster Laubgehölze. In Gefangenschaft kann man sie z.B. mit jungen Himbeerblättern füttern.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Tiere sind meist erst im August erwachsen und leben bis zum Oktober. Die Weibchen legen ihre abgeflachten Eier im Herbst mit Hilfe ihrer Legeröhre zwischen die Epidermis von Blättern ihrer Futterpflanzen. Die im folgenden Frühling schlüpfenden Larven sind nach ca. 60 Tagen und sechs Larvenstadien erwachsen.

 

Sonstiges:

Während Phaneroptera falcata bei uns die einzige Sichelschrecke mit voll ausgebildeten Flügeln ist, gibt es im Mittelmeergebiet mehrere solcher Arten, die sich einander sehr ähneln.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Juli 2017

 

Blutroter Schnellkäfer (Ampedus sanguineus)

Blutroter Schnellkäfer, 27. Mai 2017 (c) Dietrich Westphal
Blutroter Schnellkäfer, 27. Mai 2017 (c) Dietrich Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Schnellkäfer

 

Auf einer der weißen Blütendolden des Gierschs in unserem Garten entdecke ich einen wegen seiner roten Flügeldecken auffallenden Käfer. Größenmäßig macht er mit seinen ca. 12 mm Länge nicht viel her, aber mit seinem Verhalten. Es gelingt mir zwar, das Tier einzufangen und ein paar Fotos zu machen, aber als ich den Käfer berühre, um ihn in eine bessere Position für weitere Fotos zu bringen, zieht der die Beine an, kullert auf den Rücken, schnellt plötzlich mehrere Zentimeter hoch, breitet die Flügel aus und entfleucht…

 

Aussehen, Merkmale:

Der Blutrote Schnellkäfer ist lang und schmal gebaut. Kopf und Bruststück sind glänzend schwarz. Die Flügeldecken hingegen sind leuchtend rot gefärbt. Die Oberseite ist mit feinen Härchen bedeckt. Die Fühler sind deutlich gesägt und etwa so lang wie der Kopf und das Bruststück zusammen. Die Beine sind recht kurz und können in Aussparungen des Unterkörpers „eingeklappt“ werden.

 

Vorkommen, Nahrung:

Als fertig entwickelter Käfer ernährt sich der Blutrote Schnellkäfer rein vegetarisch. Oft findet man ihn auf Doldenblüten (wie dem Giersch). Die Larven hingegen sind räuberisch und fressen Larven und Puppen anderer Insekten, bevorzugt die von Bockkäfern.
Die Art kommt bei uns fast überall vor und ist recht häufig.

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Im August schlüpfen die Larven, sogenannte Drahtwürmer, aus den von den Weibchen abgelegten Eiern. Sie sind lang und schmal und haben eine dicke Körperhaut. Die Drahtwürmer leben einige Jahre in altem faulendem Holz, meist von Buchen oder Eichen. Schließlich verpuppen sie sich und es entwickelt sich der fertige Käfer.
Schnellkäfer sind nicht etwa besonders „schnell“. Der Name weist auf das Vermögen hin, sich mithilfe eines kleinen Dorns und einer Mulde auf der Unterseite des Brustabschnitts „hochzuschnellen“, damit wieder in die Bauchlage zu kommen und gegebenenfalls einem Feind (oder einem Fotografen) zu entkommen.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Mai 2017

 

Kleiner Kolbenwasserkäfer (Hydrochara caraboides)

Kleiner Kolbenwasserkäfer (Hydrochara caraboides), Handorf, 10.04.2017 (c) Dietrich Westphal
Kleiner Kolbenwasserkäfer (Hydrochara caraboides), Handorf, 10.04.2017 (c) Dietrich Westphal
Kleiner Kolbenwasserkäfer – Larve (Hydrochara caraboides), Penkefitz (Elbe) Mai 1993 (c) Dietrich Westphal
Kleiner Kolbenwasserkäfer – Larve (Hydrochara caraboides), Penkefitz (Elbe) Mai 1993 (c) Dietrich Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Wasserkäfer

 

Ein Blick unter die Wasseroberfläche unserer Binnengewässer erschließt einen weitgehend unbekannten Lebensraum. Die Unterwasserwelt besteht keineswegs nur aus Fischen, sondern entfaltet ihre größte Vielfalt oft in Gewässern, die für Fische zu klein sind oder gar gelegentlich austrocknen. Neben vielen anderen Insekten kommen in solchen Gewässern erstaunlich viele Wasser- und Schwimmkäfer vor. Einer davon ist der Kleine Kolbenwasserkäfer.

 

Aussehen, Merkmale:

Der breit-ovale, glänzend schwarz gefärbte Körper des Kleinen Kolbenwasserkäfers ist um die 15 Millimeter lang. Manche Individuen schimmern mehr oder weniger ausgeprägt olivgrün. Wie bei vielen Wasserkäfern sind die Taster der Mundwerkzeuge länger als die kolbenartigen Fühler, denen diese und weitere Arten ihren Namen verdanken. Spektakulärer als der Käfer ist seine Larve. Deren gelblicher, gestreckter Körper ist seitlich mit äußeren Kiemenbüscheln besetzt und hat am Kopf geradezu Furcht erregende Kiefer.

 

Vorkommen, Nahrung:

Der Kleine Kolbenwasserkäfer lebt im Uferbereich von Tümpeln, Gräben und Weihern, bevorzugt im Bestand von Wasserpflanzen. Man findet ihn in weiten Teilen Europas und dem angrenzenden Asien. Durch Verfüllung von Kleingewässern, übermäßige Gewässerunterhaltung und durch Fischbesatz ist die Art bei uns selten geworden.
Die Käfer ernähren sich überwiegend von faulenden pflanzlichen Material, während die Larven räuberisch von allen Kleintieren leben, die ihnen zwischen die Kiefer kommen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die meisten Wasserkäfer, so auch der Kleine Kolbenwasserkäfer, haben eine Generation pro Jahr. Die Eiablage der weiblichen Käfer erfolgt in Kokons, die frei an der Wasseroberfläche treiben und die durch ein schornsteinähnliches Gebilde mit der Außenluft verbunden sind. Die Larven entwickeln sich im Sommer recht schnell. Sie verlassen das Wasser, wenn sie ausgewachsen sind, um sich im Substrat des Uferbereichs zu verpuppen.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, April 2017

 


Hopfen-Schnabeleule (Hypena rostralis)

Hopfen-Schnabeleule an der weißen Hauswand, 24.08.2014 (c) Dietrich Westphal
Hopfen-Schnabeleule an der weißen Hauswand, 24.08.2014 (c) Dietrich Westphal

Stamm: Gliedertiere

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Eulenfalter

 

Als ich das Licht anschalte, geistert ein kleiner, dunkel gefärbter Schmetterling durch den Vorratsraum. Ich kenne das schon – unser Keller scheint genau die richtige Temperatur zum Überwintern der Hopfen-Schnabeleule zu haben. Nach kurzer Zeit landet das aufgescheuchte Tier an der Wand.

 

Aussehen, Merkmale:

Die Flügelspannweite der Hopfen-Schnabeleule beträgt zirka 3 Zentimeter. Das ist deutlich weniger als z.B. die des bekannten Kleinen Kohlweißlings (4 bis 5 cm). Flügelfärbung und Zeichnung sind sehr variabel. Meist überwiegen graubraune Farbtöne auf den breit-dreieckigen Vorderflügeln. Dunkelbraune Linien und hellere graue Bänder können vorhanden sein, ebenso wie ein heller Ring oder Punkt auf jedem Vorderflügel. Das auffallendste Merkmal sind die stark verlängerten Palpen (Taster), die den Kopf des Tieres weit überragen.

 

Vorkommen:

Bis auf das nördliche Skandinavien kommt die Hopfen-Schnabeleule in ganz Europa und darüber hinaus in Teilen Asiens vor. Sie ist allgemein verbreitet und in Niedersachsen nicht gefährdet.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Art hat eine bis zwei Generationen im Jahr. Anscheinend entwickelt sich nur aus einem Teil der von den überwinterten Tieren abgelegten Eier eine im Sommer fliegende Generation, die ihrerseits Eier ablegt. Der andere Teil der im Frühjahr abgelegten Eier entwickelt sich erst im Herbst zu Faltern, die dann wiederum überwintern. Die Eier der Sommergeneration entwickeln sich bis zum Herbst ebenfalls zu Faltern, die dann auch überwintern.

 

Lebensweise, Nahrung:

Es liegen zwar einige Beobachtungen von Faltern an Weiden- und Schilfblüten vor, aber ansonsten scheint über deren Nahrung nicht viel bekannt zu sein. Die Nahrung der Raupen ist dagegen sehr wohl bekannt. Sie fressen kaum einmal etwas anderes als Hopfen.

 

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Februar 2017

 


C-Falter, Weißes C (Polygonia c-album)

C-Falter in Winterruhe. 22. Dezember 2006, Winsen (c) Dietrich Westphal
C-Falter in Winterruhe. 22. Dezember 2006, Winsen (c) Dietrich Westphal
C-Falter, helle Variante. 29. Juni 2010, Roth (Rhön) (c) Dietrich Westphal
C-Falter, helle Variante. 29. Juni 2010, Roth (Rhön) (c) Dietrich Westphal
C-Falter, dunkle Variante. 16. Juli 2014, Winsen (c) Dietrich Westphal
C-Falter, dunkle Variante. 16. Juli 2014, Winsen (c) Dietrich Westphal

Stamm: Gliedertiere

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Edelfalter

 

Viele der bunten Schmetterlinge, die sich im Sommer auf verschiedenerlei Blüten einfinden, überwintern nicht als Ei oder Puppe, sondern als „fertige“ Falter. Man findet sie dann gelegentlich auf Dachböden, in Garagen oder auch in Nistkästen, wo sie mit hochgeklappten Flügeln still sitzen, bis sie im Frühling durch höhere Temperaturen wieder zum Leben erweckt werden. Zu diesen Schmetterlingen gehört der C-Falter.

 

Aussehen, Merkmale:

Der C-Falter hat eine Flügelspannweite von 4 bis 5 Zentimetern. Er ist damit etwas kleiner als das bekanntere Tagpfauenauge. Die Flügel sind stark gebuchtet. Auf der orangenen Grundfarbe sind recht variable Muster aus schwarzen, braunen und gelben Flecken und Streifen vorhanden. Die Unterseite ist hellbraun bis dunkelbraun gefärbt und oft grünlich marmoriert. Charakteristisch ist die weiße Zeichnung in Form des Buchstaben „C“ auf der Unterseite der Hinterflügel.

 

Vorkommen:

Der C-Falter lebt in weiten Teilen Europas und Asiens sowie in Nordafrika. Man findet ihn an Waldrändern und Schneisen sowie an Hecken und in Parks und Gärten. Insgesamt bevorzugt die Art einen feuchten Lebensraum. Dabei ist sie bei weitem nicht so häufig wie etwa der Kleine Fuchs oder das Tagpfauenauge.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Bei uns entwickeln sich gewöhnlich zwei Generationen des C-Falters im Jahr. Die erste fliegt von Juni bis Ende Juli und die zweite ab Mitte August und nach der Überwinterung im darauf folgenden Jahr bis Mai oder gar Juni.

 

Lebensweise, Nahrung:

Die Falter saugen nach der Überwinterung den Nektar insbesondere aus Weidenblüten. Später im Jahr besuchen sie gern blühende Beerensträucher und nektarreiche Gartenblumen, wie den Sommerflieder. Ab dem Hochsommer saugen die Falter auch gern an Fallobst.

 

Sonstiges:
Die meisten unserer bunten Tagfalter haben in den letzten Jahrzehnten teils erhebliche Bestandseinbußen hinnehmen müssen, so auch der C-Falter. Hauptsächlich liegt das an der Intensivierung der Landnutzung und dem starken Einsatz von Agrarchemie.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Dezember 2016

 


Großer Leuchtkäfer, Glühwürmchen (Lampyris noctiluca)

Großer Leuchtkäfer (c) Dietrich Westphal
Großer Leuchtkäfer (c) Dietrich Westphal
Großer Leuchtkäfer (c) Dietrich Westphal
Großer Leuchtkäfer (c) Dietrich Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Leuchtkäfer

 

Sehr alte Leute mögen sich noch daran erinnern, dass Leuchtkäfer früher eine allgemeine und häufige Erscheinung waren. Heute begegnet man den „Glühwürmchen“ leider nur noch selten, und wenn, handelt es sich meist nur um einzelne Exemplare. Von den drei in Deutschland vorkommenden Leuchtkäfer-Arten, sieht man bei uns am ehesten den Großen Leuchtkäfer.

 

Aussehen, Merkmale:

Die Männchen (siehe Abbildungen) des Großen Leuchtkäfers sind schlank und gut einen Zentimeter lang. Die Flügeldecken sind schwarz bis dunkel olivgrün mit längs verlaufende Rippen. Die Tiere haben wohl ausgebildete Hinterflügel und sind flugfähig. Der halbrunde Halsschild ragt weit nach vorn, so dass der Kopf des Käfers mit den erstaunlich großen Augen nur in der Seitenansicht zu sehen ist. Am Ende des Hinterleibes sitzen auf der Unterseite zwei Leuchtorgane (auf dem Foto als weiße Punkte schwach zu erkennen). Die Weibchen sind mit fast 2 Zentimeter Länge deutlich größer als die Männchen, haben aber keinerlei Flügel, nicht einmal Stummel. Während die Männchen nur schwach leuchten, können die Weibchen mit ihren Leuchtorganen recht helle Signale geben, die dem Anlocken von Männchen dienen.

 

Vorkommen:

Glühwürmchen sind weit verbreitet. Sie können in den Monaten Juni bis September während der Dämmerung und in der Nacht vorzugsweise in feuchteren Biotopen beobachtet werden, wenn auch heute nicht mehr häufig. Dennoch gelten sie zur Zeit gemäß Roter Liste als noch nicht gefährdet.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Flugunfähigkeit der Weibchen befähigen sie zu einer vermehrten Produktion von Eiern, aus denen nach wenigen Wochen Larven schlüpfen, die übrigens auch Leuchtorgane besitzen. Das Larvenstadium kann mehrere Jahre dauern, bis sich wieder ein Käfer entwickelt, der dann im Sommer nur wenige Wochen lebt.

 

Nahrung:

Weibchen und Männchen nehmen als Vollinsekt kaum oder keine Nahrung mehr auf. Die Larven der Art ernähren sich von Nackt- und Gehäuseschnecken, die sie durch einen Giftbiss töten.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, August 2016

 

Ausrufungszeichen (Agrotis exclamationis)

Ausrufungszeichen, (c) Dietrich Westphal
Ausrufungszeichen, (c) Dietrich Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Eulenfalter

 

Den abgebildeten Falter fand ich neulich Nacht an unserem Haus unter der Außenlampe. Ein Nachtschmetterling aus der Familie der Eulenfalter. Diese Familie umfasst allein Deutschland viele hundert Arten. Ein Blick in die Bestimmungsliteratur ergab sehr schnell: Es handelt sich um ein „!“ (Ausrufungszeichen).

 

Aussehen, Merkmale:

Das Ausrufungszeichen (oder auch Ausrufungszeichen-Erdeule) zeichnet sich, wie viele andere Nachtschmetterlinge, nicht durch Farbenpracht aus, sondern es überwiegen graue und bräunliche Farbtöne. Eulenfalter besitzen auf den Vorderflügeln, mehr oder weniger deutlich ausgeprägt, sogenannte Makel. Nach ihrer Form nennt man sie Ring-, Nieren- und Zapfenmakel. Beim Ausrufungszeichen sind Zapfen- und Nierenmakel schwarz gefärbt und bilden damit einen Strich und einen Punkt, eben ein „!“.
Mit seinen 3 bis 4 Zentimetern Flügelspannweite ist die Art ein mittelgroßes Mitglied seiner Familie. Sitzend legt der Falter die Flügel flach nach hinten, so dass die Hinterflügel von den Vorderflügeln völlig verdeckt sind. Oft liegen selbst die Vorderflügel so weit „über Kreuz“, dass von einem Flügel nur ein Teil zu sehen ist.

 

Vorkommen:

Das Ausrufungszeichen wird in der Literatur als allgemein verbreitet und häufig bezeichnet. Die Falter sind allenthalben in offenem Grasland zu finden und sollen besonders hohe Bestandsdichten nicht nur auf Wiesen und Weiden, sondern auch in Gärten und Parks erreichen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Falter treten gewöhnlich von Ende Mai bis Anfang August in einer Generation pro Jahr auf. Der einzelne Falter wird dabei nur wenige Wochen alt. Die nach der Eiablage schlüpfenden Raupen überwintern im Boden, entwickeln sich im folgenden Frühling weiter und verpuppen sich anschließend. Gelegentlich schlüpfen in günstigen Lagen und warmen Jahren im Spätsommer die Falter einer –unvollständigen- zweiten Generation und fliegen bis in den Oktober hinein.

 

Nahrung:

Die Raupen des Ausrufungszeichens leben im Boden und ernähren sich von den Wurzeln von Gräsern und (überwiegend) krautigen Pflanzen. Die Falter wurden saugend unter anderem an Flatter-Binsen, Sommerflieder (Buddleja) und Labkraut gefunden.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Juni 2016

 

Gespinstmotte (Yponomeuta spp.)

Foto vom 31.05.2016, Winsen (c) Dietrich Westphal
Foto vom 31.05.2016, Winsen (c) Dietrich Westphal
Larven und Puppen, 09.06.2007, Preten, (c) Dietrich Westphal
Larven und Puppen, 09.06.2007, Preten, (c) Dietrich Westphal
Gespinstmotte, 22.08.2010, Winsen, (c) Dietrich Westphal
Gespinstmotte, 22.08.2010, Winsen, (c) Dietrich Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Gespinstmotten

 

Jedes Jahr in den Monaten Mai und Juni sind manche Weidenbüsche, Weißdorn-, Schlehen- und Pfaffenhütchen- Sträucher sowie Traubenkirschen- Bäume in ein geisterhaft anmutendes Kleid gehüllt: Ein feines, aber dichtes grau-weißes Gespinst überzieht die Gehölze. Oft hört man, dass der Eichenprozessionsspinner Urheber der Erscheinung ist, aber der ist daran unschuldig. Vielmehr steckt eine ganze Gattung von Kleinschmetterlingen, die Gespinstmotten (Yponomeuta) dahinter.

 

Aussehen, Merkmale:

Die bekanntesten und wohl auch häufigsten Vertreter der Gattung haben Flügelspannweiten von eineinhalb bis zweieinhalb Zentimetern. Sowohl die schmalen, langgestreckten Vorderflügel als auch Kopf, Brustabschnitt und Beine sind überwiegend weiß oder grauweiß gefärbt. Die Hinterflügel sind bei manchen Arten grau, bei anderen bräunlich. Auf Körper und Vorderflügeln sind schwarze Punktreihen vorhanden, die zum Teil arttypisch sind. Manche Gespinstmotten- Arten sind untereinander allerdings so ähnlich, dass nur ausgesprochene Fachleute in der Lage sind, sie zu bestimmen.

 

Vorkommen:

Gespinstmotten sind weltweit verbreitet und auch bei uns kommen einige Arten häufig bis sehr häufig vor. Man findet die kleinen Falter zur Flugzeit vor allem an den Futterpflanzen ihrer Raupen. Sie fliegen auch gern zum Licht, so dass man sie nachts in der Nähe von Straßenlaternen, Schaufenstern oder anderer Beleuchtung antrifft.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Gespinstmotten bilden gewöhnlich eine Generation im Jahr. Die Falter der meisten Arten fliegen im Zeitraum von Juni bis August. Die Weibchen legen die Eier in Gruppen an den Zweigen der jeweiligen Raupennahrungspflanze ab. Die jungen Raupen überwintern und leben dann im nächsten Frühling gemeinsam in weitläufigen Gespinsten, die das gesamte Gehölz überziehen können. Häufig kommt es zum Kahlfraß. Zu Beginn des Sommers verpuppen sich die Raupen und etwa zwei bis drei Wochen danach schlüpfen die Falter.

 

Nahrung:

Über die Nahrung der Falter habe ich keine Angaben gefunden. Da sie aber einen wohl ausgebildeten Saugrüssel haben und auch mehr als nur ein paar Tage leben, ist davon auszugehen, dass sie, wie andere Schmetterlinge auch, an Blüten Nektar saugen oder nahrhafte Flüssigkeit an Obst, Faulstoffen und anderen Dingen aufnehmen. Die Nahrung der Raupen unterscheidet sich von Art zu Art. Die Gespinste an den oben erwähnten Gehölzen werden von Raupen verschiedener Arten verursacht. So gibt es Traubenkirschen-Gespinstmotten, Weiden-Gespinstmotten, Pfaffenhütchen-Gespinstmotten usw.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Juni 2016

 


Ameisen-Buntkäfer (Thanasimus formicarius)

Ameisen-Buntkäfer (c) Dietrich Westphal
Ameisen-Buntkäfer (c) Dietrich Westphal
Ameisen-Buntkäfer (c) Dietrich Westphal
Ameisen-Buntkäfer (c) Dietrich Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Buntkäfer

 

Wegen zunehmenden Absterbens musste ich auf meinem Grundstück eine größere Fichte fällen lassen. Bei deren „Verarbeitung“ zu Feuerholz fielen mir mehrere kleine bunte Käfer auf. Die Art war mir von früheren Funden, üblicherweise im Wald und meist an Kiefern, bekannt. Ich konnte bisher aber keine Fotos davon machen, weil die Tiere sehr behände sind und sich bei der geringsten Störung fallen lassen oder verstecken. Ich hatte die Käfer bereits im März diesen Jahres gefunden und bei nur knapp über null Grad waren sie wenig aktiv und hielten lange genug still, so dass ich einige Fotos hinbekommen habe.

 

Aussehen, Merkmale:

Der Ameisen-Buntkäfer ist von oben gesehen schwarz gefärbt, mit rotem Halsschild und roter Flügeldeckenbasis. Auf dem schwarzen Teil der Flügeldecken sind Binden aus weißen Haaren vorhanden, die die insgesamt bunte Färbung des Tieres ausmachen. Der um einen Zentimeter große Käfer ist schlank gebaut.

 

Vorkommen:

In Nadelwäldern, von der Tiefebene bis in die Gebirgszonen, ist die Art überall häufig, besonders wenn seine Nahrung, das sind Borkenkäfer, in größerer Zahl zur Verfügung steht. Dass sich der Ameisen-Buntkäfer aber auch mit wenigen Nadelbäumen im städtischen Gartenbereich zufrieden gibt, war mir neu.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Weibliche Ameisen-Buntkäfer legen im Frühjahr 20 bis 30 Eier in Rindenschuppen von Nadelbäumen. Meistens überwintern die im Lauf des Sommers erwachsenen Larven und verpuppen sich im darauf folgenden Frühling. Wie mein Fund zeigt, schlüpfen einige Käfer aber schon im Herbst und überwintern dann als erwachsenes Tier.

 

Nahrung:

Wie bereits erwähnt, ernähren sich die Ameisen-Buntkäfer von Borkenkäfern. Der Tagesbedarf wird mit 3 bis 5 Käfern angegeben. Die Larven des Ameisen-Buntkäfers machen auch Jagd auf Larven und Puppen der Borkenkäfer. Aus menschlicher Sicht kann man die Art zu den „Nützlingen“ zählen.

 

 Der Name „Ameisen-Buntkäfer“ ist lediglich ein Hinweis darauf, dass die Art eine entfernte Ähnlichkeit mit Waldameisen besitzt. Ein sonstiger Zusammenhang zwischen ihr und Ameisen besteht nicht.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Mai 2016

 


Hummelschweber, Wollschweber (Bombylius major)

Hummelschweber (c) Dietrich Westphal
Hummelschweber (c) Dietrich Westphal
Hummelschweber (c) Dietrich Westphal
Hummelschweber (c) Dietrich Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Zweiflügler

Familie: Schweber

 

Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine Hummel: rundlich, behaart, Blüten besuchend. Bei näherem Hinsehen fielen mir an dem Tier, das ich im Garten beobachtete, dann doch einige Unterschiede auf. So zum Beispiel die dünnen Beine, der lange, wie ein Spieß nach vorn ragende Saugrüssel und vor allem die Tatsache, dass das Tier nur zwei Flügel besitzt statt der vier, die man bei einer Hummel erkennt. Es handelt sich um einen Wollschweber, eher verwandt mit der Stubenfliege und der Stechmücke als mit der Hummel, die ein Hautflügler ist.

 

Aussehen, Merkmale:

Der Wollschweber ist rundlich gebaut und hat gut einen Zentimeter Körperlänge. Hinzu kommt noch der lange, gerade nach vorn gerichtete Rüssel von mehr als 5 Millimeter Länge. Seinen Namen hat das Tier von der außerordentlich dichten braunen bis gelblichen Behaarung, die ihm das hummelähnliche Aussehen gibt. Die beiden Flügel sind im vorderen Teil charakteristisch schwarz gefärbt und ansonsten transparent.

 

Vorkommen:

Der Woll- oder Hummelschweber ist in Europa und darüber hinaus weit verbreitet, aber wohl nicht sonderlich häufig. Mir war jedenfalls bis zur beschriebenen Beobachtung vor wenigen Tagen nicht bekannt, dass er bei uns überhaupt zu finden ist.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Wollschweber haben eine Generation im Jahr. Nach der Paarung streuen die Weibchen ihre Eier vor die Eingänge von Wildbienennestern. Die ausschlüpfenden Maden dringen in die Nester ein und verzehren die Vorräte der Bienen sowie deren Larven.

 

Nahrung:

Die Schweber fliegen früh im Jahr, von April bis Mitte Mai und saugen Nektar aus verschiedenen Blüten, insbesondere aus Weiden und Taubnesseln.

 

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, April 2016

 

Augenfleckiger Marienkäfer (Anatis ocellata)

Augenfleckiger Marienkäfer (c) Dietrich Westphal
Augenfleckiger Marienkäfer (c) Dietrich Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Marienkäfer

 

Marienkäfer - wer kennt sie nicht, die Glücksbringer unter den Käfern? Geläufig sind vor allem der „Siebenpunkt“ und der „Zweipunkt“, aber wer vermutet, dass in Mitteleuropa rund hundert verschiedene Arten zu dieser Käferfamilie zählen? Die meisten sind eher klein, nur wenige Millimeter lang und selbst die größten erreichen kaum einen Zentimeter Länge.

 

Aussehen, Merkmale:

Mit bis zu neun Millimetern Körperlänge ist der Augenfleckige Marienkäfer einer der größten Vertreter der Familie. Er hat die für Marienkäfer typische rundliche hoch gewölbte Form. Die Flügeldecken haben auf rotem Grund schwarze Flecken, die hell gelblich umrandet sind. Das Halsschild ist schwarz mit hellgelber Zeichnung und auf dem ebenfalls schwarzen Kopf befinden sich zwischen den Augen zwei hellgelbe Flecken.

 

Vorkommen:

Der Augenfleckige Marienkäfer, kurz auch Augen-Marienkäfer genannt, ist bei uns überall verbreitet, wobei er Nadelwälder oder Gärten, in denen Koniferen, besonders Fichten, wachsen, bevorzugt. Er erreicht aber bei weitem nicht die Häufigkeit der Zweipunkt- oder Siebenpunkt-Marienkäfer.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Marienkäfer bringen in Mitteleuropa meist nur eine Generation im Jahr hervor. Die weiblichen Käfer legen ihre Eier einzeln oder in Gelegen von ca. 20 Stück zum Beispiel an die Unterseite von Blättern, in Rindenspalten und ähnlichem ab, aber immer in der Nähe von Nahrung, wie Blattlauskolonien. Die Entwicklungszeit ist kurz und dauert bis zum erwachsenen Käfer oft nur einige Tage.

 

Nahrung:

Marienkäfer, so auch diese Art, fressen überwiegend Blattläuse. Der Augen-Marienkäfer bevorzugt dabei Blattlaus-Arten, die auf Nadelgehölzen vorkommen. Dabei entwickeln sowohl der Käfer selbst als auch seine Larven einen enormen Appetit. Marienkäfer können deshalb maßgeblich zur Eindämmung einer Blattlausplage beitragen.

 

Sonstiges:

Bei Störung scheiden die Käfer Tröpfchen einer stinkenden Flüssigkeit aus, die viele ihrer Feinde davon abhält, sie zu fressen.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, März 2016

 


Knochenkäfer (Trox sabulosus)

Knochenkäfer ©: D. Westphal
Knochenkäfer ©: D. Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Erd- oder Knochenkäfer

 

Haben Sie schon einmal etwas von einem Käfer namens Trox gehört? Ich bis zum letzten Jahr auch nicht. Dann flog mir aber so ein kleiner schwarzer Kerl mit knubbeligen Flügeldecken zu. Eigentlich hatten es ein Kollege und ich letzten Sommer am Rand der Heide auf Nachtfalter abgesehen, aber auch der kleine Käfer gab ordentliches Futter für den Fotoapparat ab.

 

Aussehen, Merkmale:

Der Knochenkäfer ist nur etwa 8 Millimeter lang und von eiförmig gedrungener rundlicher Gestalt. Der Käfer ist dunkelbraun bis schwarz. Lediglich die Fühler und die Borsten an Beinen und Panzer sind braun bis rötlich-braun. Die letzten drei Glieder der kurzen Fühler sind einseitig verbreitert und sehen ähnlich aus wie bei einem Maikäfer.

 

Vorkommen:

Der Knochenkäfer ist über weite Teile Europas und Asiens verbreitet. Er ist wärmeliebend und so ist es naheliegend, dass ich ihn am Rand einer Heidefläche angetroffen habe. Dort findet man ihn vom Frühjahr bis zum Herbst an sandigen Stellen mit schütterem Bewuchs.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Käfer legen ihre Eier in der Nähe einer Nahrungsquelle unterschiedlich tief im Sand ab. Die Larven leben unterirdisch und graben sich von unten an die Nahrungsquelle heran. Die Entwicklung zum erwachsenen Käfer ist nach zirka 10 Wochen abgeschlossen.

 

Nahrung:

Der Name „Knochenkäfer“ deutet es an: In ihrem Lebensraum suchen sie nach trockenem Aas, alten Knochen, Federn, Gewöllen und anderen organischen Resten, von denen sie sich ernähren. Der Literatur ist zu entnehmen, dass sie sich hervorragend mit Fuchslosung anködern lassen sollen.

 

Sonstiges:

Die Arten der Gattung Trox sind in der Lage, durch Reiben des Hinterleibes an den Flügeldecken zirpende Geräusche zu erzeugen. Mein Exemplar hat sich allerdings derart musikalisch nicht betätigt.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, März 2016

 


Goldschmied (Carabus auratus)

Goldschmied, Laßrönne, Mai 2013 ©: D. Westphal
Goldschmied, Laßrönne, Mai 2013 ©: D. Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Laufkäfer

 

Eine ganze Familie von Raubtieren ist allgegenwärtig, die Laufkäfer. Allerdings sind auch die größten der bei uns heimischen Arten nicht länger als 4 Zentimeter und die kleinsten messen nur wenige Millimeter. Das Schmuckstück unter diesen Käfern ist der Goldschmied. Laufkäfer sind, wie der Name der Familie ahnen lässt, gut zu Fuß. Dafür können besonders die größeren Arten nicht fliegen.

 

Aussehen, Merkmale:

Der Goldschmied ist bis 3 Zentimeter groß und hat, wie alle Laufkäfer, lange Beine und Fühler sowie kräftige Kiefer (Mandibeln). Auf den Flügeldecken befinden sich große erhabene Längsrippen. Der ganze Käfer ist von oben metallisch glänzend goldgrün gefärbt. Die Beine sind bis auf die Fußglieder (Tarsen) gelb.

 

Vorkommen:

Der Goldschmied kommt in West- und Mitteleuropa vor. Man trifft ihn noch häufig in vielen verschiedenen Lebensräumen an, wie z.B. lehmige Äcker, Flussauen, Gehölzränder (jedoch nicht innerhalb des Waldes) und trockene Hänge und Böschungen. Er bevorzugt warme, besonnte Standorte.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

In der Zeit von April bis August trifft man die Käfer an. Im Frühjahr, auch noch zu Beginn des Sommers, legen die Weibchen Eier und vergraben sie im Boden. Während des Sommers entwickeln sich die Larven, die genau so räuberisch sind wie die erwachsenen Käfer. Zu Ende des Sommers verpuppen sie sich. Die neue Käfergeneration schlüpft im Herbst und geht sofort in die Überwinterung. Erst im folgenden Frühjahr werden sie wieder aktiv.

 

Nahrung:

Die erwachsenen Käfer (Imago) sind tagaktiv. Sie jagen oberirdisch und erbeuten eine Vielzahl von Kleintieren, wie z.B. Kartoffelkäferlarven, Regenwürmer und Schnecken. Daneben gehen sie auch an frisches Aas und sogar an Pilze.

 

Sonstiges:

Schon die nähere Verwandtschaft des Goldschmiedes, die Angehörigen der Gattung Carabus, ist zahlreich. Ungefähr 30 Arten gibt es in Mitteleuropa, unter anderem den Lederlaufkäfer, den Gartenlaufkäfer und die Goldleiste. Die Familie der Laufkäfer insgesamt hat im gleichen Gebiet fast 1000 Mitglieder.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, März 2014

 

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Olivgrüner Bindenspanner(Chloroclysta siterata)

Olivgrüner Bindenspanner, Oktober 2013, Winsen ©: D. Westphal
Olivgrüner Bindenspanner, Oktober 2013, Winsen ©: D. Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Spanner

 

Aussehen, Merkmale:

Wie bei den meisten Spannern herrschen bei den vier bei uns vorkommenden Arten der Gattung Chloroclysta gedeckte Farben vor. Dennoch ist der Olivgrüne Bindenspanner mit seinen samtenen Grün- und Brauntönen auch farblich attraktiv. Die Färbung ist sehr variabel und so gibt es Tiere mit überwiegend grünen Vorderflügeln und andere, bei denen braune Farbtöne überwiegen. Die Spannweite der Flügel beträgt etwas über 3 cm, für einen Spanner eine mittlere Größe.

 

Vorkommen:

Der Falter ist weit verbreitet, aber in Niedersachsen eher selten. Er besiedelt laubholzreiche Lebensräume, wie Wälder, Waldränder, Parks, Streuobstwiesen und an Hecken reiche Feldflur. Das Foto, das am 3. Oktober 2013 in Winsen aufgenommen wurde, ist aber der Nachweis dafür, dass er auch bei uns vorkommt.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Der Olivgrüne Bindenspanner bildet eine Generation im Jahr. Die Falter schlüpfen im Zeitraum August/September, überwintern dann und leben dann bis Mai/Juni des folgenden Jahres. Die Weibchen legen die Eier an den Nahrungspflanzen der Raupen ab, aus denen etwa Mitte Juni die Raupen schlüpfen. Diese sind bereits im Juli/August erwachsen und verpuppen sich. 

 

Nahrung:

Die Falter sind, wie viele Arten die als „Erwachsene“ überwintern, in Sachen Nahrung nicht wählerisch. Sie saugen ebenso an den wenigen Blüten, die sich ihnen im Herbst und im frühen Früling bieten (besonders Weidenblüten), wie an mit Honigtau (Blattläuse) befallenen Blättern. Die Raupen ernähren sich nach bisheriger Kenntnis ausschließlich von Blättern von Gehölzen, allerdings von einer ganzen Reihe verschiedener Arten, wie Zitter-Pappel, verschiedenen Weiden, Eichen, Vogelbeere, Hunds-Rose oder Zierkirsche.
 

Sonstiges:

Der Olivgrüne Bindenspanner gilt deutschlandweit als „nicht gefährdet“. Gemäß Roter Liste für Niedersachsen ist er aber „stark gefährdet“.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Oktober 2013

 

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Weißer Blütenspanner(Eupithecia centaureata)

Weißer Blütenspanner, August 2013, Winsen ©: D. Westphal
Weißer Blütenspanner, August 2013, Winsen ©: D. Westphal

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Spanner

 

Aussehen, Merkmale:

Viele dutzend Arten von Blütenspannern der Gattung Eupithecia sind bei uns heimisch. Graue oder bräunliche Farbtöne herrschen bei den meisten dieser kleinen, oftmals kaum voneinander zu unterscheidenden Arten vor. Der weiße Blütenspanner hingegen ist wegen seiner ganz charakteristischen Zeichnung auf hellem Grund unverwechselbar. In Ruhehaltung strecken die Falter ihre nur ca. 2 cm spannenden Flügel weit aus. Auf deren weißer Grundfarbe erkennt man je ein großes dunkles, teilweise schwarzes „Abzeichen“ und zum Flügelrand hin ein zart pastellfarben-bräunliches Feld.

 

Vorkommen:

Der Falter ist weit verbreitet und bei uns überall häufig. Er besiedelt eine Vielzahl verschiedener Lebensräume und man findet ihn unter anderem auf sonnigen Halbtrockenrasen, Wiesen, Bahndämmen, Wegrändern, Brachen und auch in Gärten. Nachts fliegt er, wie alle Arten seiner Gattung, gern zum Licht.

 

Nahrung:

Die Falter besuchen die Blüten vieler Pflanzenarten. Ebenso vielfältig ist die Nahrung der Raupen, die an mehreren Dutzend verschiedenen Pflanzenarten gefunden wurde. Doldenblüter und Korbblüter scheinen dabei bevorzugt zu werden. 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Der Weiße Blütenspanner bildet zwei Generationen im Jahr. Die Frühjahrsgeneration (April bis Juni) zeigt dabei eine deutlich geringere Individuenzahl als die Sommergeneration (Juli bis September). Die Raupen der Sommergeneration verpuppen sich im Herbst und die Puppe überwintert.
 

Sonstiges:

Die Zeichnung der Vorderflügel –dunkle Abzeichen auf weißem Grund- findet man bei etlichen Arten der Spanner und Kleinschmetterlinge. Sie führt zu einer Tarnung, die als „Vogelkotminese“ bezeichnet wird und bewahrt die Falter davor, gefressen zu werden.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, 14. September 2013

 

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Lilienhähnchen(Lilioceris lilii)

Lilienhähnchen auf Schachblume (D. Westphal)
Lilienhähnchen auf Schachblume (D. Westphal)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Blattkäfer

 

Aussehen, Merkmale:

Das Lilienhähnchen ist mit 6 bis 8 Millimeter Körperlänge nicht sonderlich groß, fällt aber wegen seiner intensiv roten Flügeldecken und dem ebenso gefärbten Halsschild trotzdem auf. Kopf, Fühler, Beine und die Unterseite sind schwarz.

 

Vorkommen:

Der Käfer kann in großen Teilen Europas und dem angrenzenden Asien angetroffen werden. Man findet ihn in Wäldern und Gärten an Liliengewächsen.

 

Nahrung:

Lilienhähnchen ernähren sich von Liliengewächsen, auf denen sie sich aufhalten. Insbesondere die Larven können dabei an Gartenpflanzen erhebliche Schäden anrichten.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Weibchen legen rund 300 Eier auf die Nahrungspflanzen (u.a. Türkenbundlilie, Weißwurz, Schachblume). Die Larven maskieren sich mit einer dunklen Schicht des eigenen Kotes, so dass die orange Körperfärbung nicht zu sehen ist. Nachdem sie auf etwa 1 Zentimeter Länge herangewachsen sind, verpuppen sie sich in der Erde. Jährlich gibt es bis zu 3 Generationen. Die Lebensdauer der Käfer – ohne Larvenstadium beträgt im Sommer wenige Wochen. Dagegen können die Käfer der überwinternden Generation mehrere Monate alt werden.

 

Sonstiges:

Als Hähnchen oder Blatthähnchen bezeichnet man eine ganze Reihe von überwiegend bunten Blattkäferarten mit charakteristischem Aussehen: Die Käfer sind gedrungen und das Halsschild ist deutlich abgesetzt und viel schmaler als die Flügeldecken.

Das Lilienhähnchen ist imstande, zirpende Töne hervorzubringen.

 

Text und Fotos: Dietrich Westphal, Mai 2013

 

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Vierstreifenbiene (Halictus quadricinctus.)

Vierstreifenbiene, 8. Juli 2011, Winsen (D. Westphal)
Vierstreifenbiene, 8. Juli 2011, Winsen (D. Westphal)

Klasse: Insekten

Ordnung: Hautflügler

Familie: Schmalbienen

 

Aussehen, Merkmale:

Zur Gattung Halictus zählen dutzende zum Teil sehr ähnliche Arten. Sie sind schlank gebaut und viele Arten tragen auf dem Hinterleib Querbänder aus weißen Haaren. Die Bienen dieser Gattung werden bis ca. 1,5 cm lang. Die meisten Schmalbienen sind solitär, es gibt aber auch Arten, die lockere Gemeinschaften oder einjährige Staaten bilden.

 

Vorkommen:

Die Vierstreifenbiene bewohnt fast ganz Europa, ist weit verbreitet und meist auch häufig.

 

Nahrung:

Schmalbienen ernähren sich und ihre Larven von Nektar und Pollen. Bevorzugt werden Blüten von Korbblütern, z.B. Löwenzahn, aufgesucht.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Männchen und Weibchen fliegen im August und September. Während die Männchen noch im Herbst sterben, überwintern die befruchteten Weibchen und gründen allein oder zu mehreren ein Nest. Die Biene baut Zellen, legt Eier, pflegt und füttert die Larven und bewacht die verpuppten Larven bis zum Schlupf der jungen Bienen ausgangs des Sommers.

 

Sonstiges:

Die Vierstreifenbiene zählt zu den Wildbienen, von denen bei uns hunderte von Arten leben. Der wichtige Beitrag dieser Tiergruppe zum Bestäuben unserer Wild- und Nutzpflanzen wird häufig unterschätzt oder gar nicht erkannt. Aufgrund der Industrialisierung der Landwirtschaft sind viele Wildbienenarten heute selten geworden.

 

D. Westphal 08. April 2013

 

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Schwarzaugen-Bindenspanner (Cosmorhoe ocellata)

Schwarzaugen-Bindenspanner, August 2007 Hohnstorf (Elbe) (D. Westphal)
Schwarzaugen-Bindenspanner, August 2007 Hohnstorf (Elbe) (D. Westphal)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Spanner

 

Aussehen, Merkmale:

Flügelspannweite 20 bis 25 mm. Die Vorderflügel sind hell-dunkel quer gebändert. Die dunklen Partien sind überwiegend braun, enthalten aber schwarze „Augen“ und leuchtend blaue Anteile.

 

Vorkommen:

Die Art stellt keine besonderen Ansprüche an seinen Lebensraum und kommt in lichten Laubwäldern, Gebüschen, Wegrändern, Gärten usw. gleichermaßen vor. Er ist weit verbreitet und bei uns überall zu finden.

 

Nahrung:

Während sich die Falter überwiegend von Blütennektar ernähren, fressen die Raupen an verschiedenen Labkraut-Arten.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Der Schwarzaugen-Bindenspanner bildet jährlich zwei Generationen, wobei die Falter jeweils nur wenige Wochen leben. Die Raupen der ersten Generation verpuppen sich im Sommer und bald darauf schlüpfen die Falter der zweiten Generation. Deren Raupen überwintern und verpuppen sich erst im folgenden Frühjahr.

 

Sonstiges:

Jeder kennt die bunten Tagfalter, wenigstens einige Arten, wie Zitronenfalter oder Tagpfauenauge. Von den wenig bekannten Nachtfaltern oder gar den Kleinschmetterlingen existieren ungleich mehr Arten, die leider oft abwertend als „Motten“ bezeichnet werden. Der Schwarzaugen-Bindenspanner ist ein Beispiel dafür, dass diese nachtaktiven Tiere ebenfalls kleine Schönheiten sein können.

 

D. Westphal 22. Februar 2013

 

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Stierkäfer (Typhoeus typhoeus)

Stierkäfer, April 2012, Wilsede (D. Westphal)
Stierkäfer, April 2012, Wilsede (D. Westphal)

Klasse: Insekten

Ordnung: Käfer

Familie: Blatthornkäfer

 

Aussehen, Merkmale:

Größe zwischen 1,5 und 2,5 cm. Gedrungener Körperbau, ähnlich wie ein Mistkäfer, glänzend schwarz. Männchen mit hornartigen Verlängerungen des Halsschildes, die bei großen Exemplaren den Kopf überragen können.

 

Vorkommen:

Stierkäfer sind wärmebedürftig. Man findet sie in sandigen Heidegebieten und lichten Kiefernwäldern, jedoch nur stellenweise und nicht häufig.

 

Nahrung:

Die Käfer ernähren sich vom Kot verschiedener Tiere, vorzugsweise von Kaninchen. Sie legen Vorräte davon in tiefen Erdgängen an.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Stierkäfer-Weibchen graben bis 1,5 m tiefe Gänge, in denen Kot-Vorräte angelegt werden. Die Larven ernähren sich von diesen Vorräten bis zur Verpuppung. Eine Generation im Jahr.

 

Sonstiges:

Stierkäfer kann man bei uns im Frühling und Frühsommer vor allem im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide beobachten.

 

D. Westphal 23. Februar 2013

 

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Pfeileule - Raupe (Acronicta psi)

Raupe der Pfeileule, August 2010, Winsen (D. Westphal)
Raupe der Pfeileule, August 2010, Winsen (D. Westphal)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Eulenfalter

 

Aussehen, Merkmale:

Die Raupe der Pfeileule wird bis 4 cm lang. Sie hat auf dem Vorderkörper einen langen schwarzen Zapfen und am Hinterkörper einen lang behaarten Buckel. Der Rücken ist weiß bis schwefelgelb gefärbt und jedes Körpersegment hat beiderseits zwei hochrote Querstriche.

 

Vorkommen:

Pfeileulen sind weit verbreitet und relativ häufig. Sie stellen keine großen Ansprüche an ihren Lebensraum und bewohnen praktisch alle Landschaften mit Baum- und Strauchbewuchs. Die Raupen sind tagaktiv.

 

Nahrung:

Die Nahrung der Raupen der Pfeileule umfasst die Blätter einer großen Anzahl verschiedener Laubgehölze. Unter vielen anderen fand man sie an verschiedenen Pappel- und Weidenarten, an Birke, Eiche, Schlehe und Weißdorn.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Raupen verpuppen sich im Herbst in einem festen Kokon unter Baumrinde oder unter Holzstücken am Boden. Die Puppe überwintert und der Falter schlüpft im folgenden Frühling. Wahrscheinlich leben die Raupen einer zweiten Generation während des Sommers, aber das ist nicht ganz sicher.

 

Sonstiges:

Die Pfeileule ist zusammen mit einigen verwandten Arten der Gattung Acronicta ein Beispiel dafür, dass die Raupen von Nachtfaltern viel attraktiver und bunter sein können als die sich aus ihnen entwickelnden Schmetterlinge.

 

D. Westphal 24. Februar 2013

 

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Halbmond – Schwebfliege (Scaeva pyrastri)

Halbmond-Schwebfliege, Juli 2012, Fladungen/Rhön (D. Westphal)
Halbmond-Schwebfliege, Juli 2012, Fladungen/Rhön (D. Westphal)

Stamm: Gliederfüßer

Klasse: Insekten

Ordnung: Zweiflügler

Familie: Schwebfliegen

 

Aussehen, Merkmale:

Halbmond-Schwebfliegen werden 10 bis 13 mm lang und fallen durch die weiße Zeichnung des Hinterleibes auf schwarzem Grund auf. Stirn, Teile der Augen und die Körperseiten sind dicht mit überwiegend gelblichen Haaren besetzt.

 

Vorkommen:

Die Art ist weit verbreitet und erschließt sich ihre Lebensräume durch teilweise weite Wanderungen. Sie kommt vom Flachland bis ins Gebirge vor und besiedelt u.a. Wiesen, Wegränder, Gärten und Waldränder. Sie fliegt im Flachland von April bis September mit dem Höhepunkt im Juli und August.

 

Nahrung:

Schwebfliegen sind Blütenbesucher, die sich von Nektar und Pollen ernähren. Die Halbmond-Schwebfliege trifft man meist auf Doldenblüten an. Die Larve dieser Art ähnelt im Aussehen einem Egel und ernährt sich von Blattläusen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Weibchen legen ihre Eier auf den Pflanzen ab, auf denen die Blattläuse leben, die von den Larven gefressen werden. Die Larven verkriechen sich im Herbst in der Bodenstreu und überwintern dort. Die Verpuppung findet im folgenden Frühling statt.

 

Sonstiges:

Die Familie der Schwebfliegen umfasst allein in Deutschland etliche Hundert Arten. Sie können wie ein kleiner Hubschrauber in der Luft auf der Stelle „schweben“. Die Färbung vieler Arten ist lebhaft, wobei gelbe Flecken und Bänder überwiegen. Einige Schwebfliegen ähneln deshalb auf den ersten Blick wehrhaften Wespen oder Bienen und fallen deshalb weniger häufig ihren potentiellen Fressfeinden zum Opfer.

 

D. Westphal 1. März 2013

 

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Seideneulchen (Rivula sericealis)

Seideneulchen, August  2011, Winsen (D. Westphal)
Seideneulchen, August 2011, Winsen (D. Westphal)
"Concorde-Falter" August 2011, Winsen (D. Westphal)
"Concorde-Falter" August 2011, Winsen (D. Westphal)

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge

Familie: Eulenfalter

 

Aussehen, Merkmale:

Die kleinen Falter haben eine Flügelspannweite von nur 18 bis 22 Millimeter. Sie ähneln eher einem Spanner oder einem Kleinschmetterling, gehören aber zur großen Schmetterlingsfamilie der Eulenfalter. Die bräunliche bis ockergelbe Färbung der Flügel hellt sich zum Körper hin auf. In der Mitte der Vorderflügel befindet sich jeweils ein dunkler Fleck, der aus zwei aneinander grenzenden Ringen besteht.

 

Vorkommen:

Seideneulchen kommen mit Ausnahme des hohen Nordens in ganz Europa und in weiten Teilen des angrenzenden Asiens vor. Ihr bevorzugter Lebensraum ist mäßig feuchtes bis ausgesprochen nasses Grünland. Daneben treten sie in sehr lichten Laubwäldern und auch im Siedlungsbereich auf. Die Art meidet trockene Lebensräume und von intensiver Ackernutzung geprägte Bereiche.

 

Nahrung:

Die Falter besuchen die Blüten vieler verschiedener Pflanzenarten, zum Beispiel Dost und Goldrute, aber auch auf verschiedenen Gräsern können sie beobachtet werden. Die Raupen ernähren sich von Gräsern.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die erste Falter-Generation lebt im Frühling bis Frühsommer. Deren Raupen verpuppen sich im Hochsommer und bilden eine zweite Falter-Generation. Die Raupen der zweiten Generation überwintern und verpuppen sich im folgenden Frühling.

 

Sonstiges:

Als ich das Seideneulchen unter der Außenlampe an unserer weißen Hauswand vor die Kamera bekam, wusste ich zunächst nicht, um welche Art es sich handelte; die Bestimmung habe ich später nachgeholt. Ich nannte das Tier zunächst „Concorde-Falter“, weil es mich an das bekannte Überschall-Flugzeug erinnerte.

 

D. Westphal 9. März 2013

 

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