Weichtiere



Karthäuserschnecke (Monacha carthusiana)

Stamm: Weichtiere

Ordnung: Lungenschnecken

Familie: Laubschnecken

 

Andere Gehäuseschnecken als die bekannten „Schnirkelschnecken“ findet man bei uns eher selten. Neulich hatte ich das Glück, eine Schnecke zu entdecken, deren Gehäuse fast diskusförmig flach ist und die damit deutlich anders gebaut ist als die eher rundlichen bis kegelförmigen Bänderschnecken.
 

Aussehen, Merkmale:

Das Gehäuse der Karthäuserschnecke ist 9 bis 17 Millimeter breit, aber nur bis zu 10 Millimeter hoch. Es ist meist weißlich-gelb gefärbt, gelegentlich mit einem Stich ins bräunliche. Auffallend ist der rotbraune Mündungsrand, der nach innen von einer rein weißen, nach außen durchschimmernden Lippe begrenzt wird.
Der Weichkörper ist bei dem abgebildeten Tier hellgelb und nur die Fühler sind etwas dunkler grau gefärbt. Bei manchen Exemplaren findet man aber auch schwarze Punkte und einen rötlich überlaufenen Vorderteil.

 

Vorkommen:

Die Karthäuserschnecke lebt überwiegend auf offenen und trockenen Flächen, etwa wie nur schütter bewachsene Ränder von Sandwegen und in Bodenabbaugruben. Sie ist weit verbreitet, wenn auch bei uns nicht eben häufig. In der Roten Liste für Deutschland wird sie als ungefährdet geführt.

 

Nahrung:

Karthäuserschnecken leben von den Resten abgestorbener und in Zersetzung befindlicher Pflanzen. Dabei nehmen sie auch die abbauenden Organismen, wie Pilze und Bakterien, mit auf. Sie fressen keine lebenden Pflanzen an.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Bald nach der Paarung der zwittrigen Schnecken im September legen die Tiere etwa 15 bis 20 Eier ab. Die meisten der Karthäuserschnecken sterben danach. Schon nach 1 bis 2 Wochen schlüpfen die Jungtiere. Sie erreichen ein Alter von 1 bis maximal 2 Jahren.

 

Sonstiges:

Ursprünglich wohl nur im westlichen Europa und westlichen Teilen von Mitteleuropa heimisch, ist die Karthäuserschnecke durch menschliches Tun weit verschleppt worden und hat ihr Verbreitungsgebiet, das derzeit auch Teile von Nordamerika umfasst, erheblich vergrößert.

 

D. Westphal,  Juli 2020


Garten-Bänderschnecke (Cepaea nemoralis)

Stamm: Weichtiere

Ordnung: Lungenschnecken

Familie: Schnirkelschnecken

 

In Zeiten des Winters, der kein Winter ist, trifft man gelegentlich auch auf herumkriechende Gehäuseschnecken. Besonders auffallend sind die bunten Schnirkel- oder Bänderschnecken, von denen ich eine, die Hain-Bänderschnecke, bereits 2014 vorgestellt habe. Hier folgt jetzt die andere regelmäßig anzutreffende Art, die Garten-Bänderschnecke.
 

Aussehen, Merkmale:

Die Garten-Bänderschnecke ist ausgewachsen mit 1,5 bis 2,2 Zentimetern Gehäusebreite etwas kleiner als die Hain-Bänderschnecke. Das Gehäuse ist wie bei dieser abgeflacht-kugelig geformt, jedoch ist der Mündungsrand gewöhnlich weißlich und nur selten rosa oder hellbraun überlaufen. Dagegen hat die Hain-Bänderschnecke fast immer einen auffallend dunkelbraunen oder schwarzen Rand der Gehäusemündung. Ansonsten variiert die Grundfarbe der Gartenbänderschnecken wie bei ihrer Schwesterart von fast weiß bis satt gelb und von rosa, rot bis violett. Auch bei dieser Art gibt es bis zu 5 meist braune Bänder auf den Gehäusen. Viel häufiger als bei der Hain-Bänderschnecke findet man aber Tiere, die gar keine Bänder aufweisen.
Die Färbung der Weichkörper ist, wie bei der Schwesterart, variabel und reicht von hell gelblich über Tiere mit mehr oder weniger ausgedehnten dunkleren Partien, die auch in Streifen angeordnet sein können bis hin zu Tieren mit fast schwarzem Weichkörper. Kopf und Fühler sind meistens etwas dunkler gefärbt als der Rest des Weichkörpers.

 

Vorkommen, Nahrung:

Die Garten-Bänderschnecke kommt in weiten Teilen West- und Mitteleuropas vor. Sie ist zwar in vielen unterschiedlichen Biotoptypen anzutreffen, ist aber eher typisch für naturnahe und sich selbst überlassene Standorte. Sie fehlt zwar auch in Gärten nicht, ist dort aber –trotz ihres Namens- meist sehr viel weniger häufig als die Hain-Bänderschnecke.

 

Nahrung:

Garten-Bänderschnecken ernähren sich hauptsächlich vom Algenbewuchs auf Steinen und Holz oder Blättern und Stämmen von Pflanzen. Da sie die Pflanzen selbst in der Regel nicht anfressen, richten sie auch keine entsprechenden Schäden an.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Wenn das Gehäuse seine Endgröße erreicht hat, werden Hain- wie Garten-Bänderschnecken geschlechtsreif. Als Zwitter befruchten sie sich gegenseitig und legen während des Sommers pro Tier in mehreren Partien insgesamt einige Dutzend Eier in selbst gegrabene Erdhöhlen. Die Jungschnecken schlüpfen nach ca. 3 Wochen. Garten-Bänderschnecken werden mehr als fünf Jahre alt.

 

Sonstiges:

Beide Bänderschnecken-Arten werden von vielen anderen Tieren gefressen, insbesondere von verschiedenen Vogelarten, wie Drosseln, Stare und Elstern. Hier tut sich besonders die Singdrossel hervor, die die Gehäuse immer wieder am selben Stein, der „Drosselschmiede“, zertrümmert, um an den Weichkörper zu gelangen. Oft findet man an solchen Orten dutzende, wenn nicht sogar hunderte von Gehäuseresten.

 

D. Westphal, 2. Februar 2020


Ohrförmige Glasschnecke (Eucobresia diaphana)

Ohrförmige Glasschnecke (Eucobresia diaphana), Winsen – Garten der Natur, 20.02.2017 (c) Dietrich Westphal
Ohrförmige Glasschnecke (Eucobresia diaphana), Winsen – Garten der Natur, 20.02.2017 (c) Dietrich Westphal
Ohrförmige Glasschnecke (Eucobresia diaphana), Winsen – Garten der Natur, 20.02.2017 (c) Dietrich Westphal
Ohrförmige Glasschnecke (Eucobresia diaphana), Winsen – Garten der Natur, 20.02.2017 (c) Dietrich Westphal

Stamm: Weichtiere

Ordnung: Lungenschnecken

Familie: Glasschnecken

 

Während einiger Arbeiten im „Garten der Natur“ finde ich neulich eine kaum einen Zentimeter große Schnecke, die trotz recht kühlem Wetter herumkriecht. Nun kennt man Schnecken mit Gehäuse und solche ohne, die Nacktschnecken. Dieser Winzling hier aber sieht aus, als sei er ein „Mittelding“. Die Schnecke hat schon ein Gehäuse, aber es ist für die Aufnahme des Weichkörpers viel zu klein. – Die Bestimmung des Tieres ist dann nicht sehr schwierig, eine Glasschnecke. Und tatsächlich, diese Art ist eine halbe Nacktschnecke, da sie sich nicht gänzlich ins Gehäuse zurückziehen kann.

 

Aussehen, Merkmale:

Das Gehäuse der Ohrförmigen Glasschnecke wird 6 bis 6,5 Millimeter groß. Es ist flach mit nur 2 bis 2 ½ Windungen. Der letzte Umgang ist ohrförmig und breiter als der Rest des Gehäuses. Außerdem ist es glasartig durchsichtig (Name!). Der Weichkörper ist meist dunkelgrau bis schwarz. Große Teile des Gehäuses, besonders des letzten Umgangs, sind vom Weichkörper des Tieres eingehüllt. Die oberen Fühler besitzen die für Land-Lungenschnecken typischen einfachen Augen.

 

Vorkommen, Nahrung:

Die Art ist in Deutschland von Schleswig-Holstein bis in die Alpen verbreitet. Im Norden Deutschlands ist sie jedoch seltener als im Süden. Sie lebt in feuchten bis nassen Biotopen, oft zwischen Steinen oder liegendem Holz. Die Schnecke ernährt sich von verwesenden Pflanzenteilen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Ohrförmige Glasschnecken sind, wie alle Landlungenschnecken, Zwitter. Sie legen Eier mit kalkiger Schale, meist in Moospolstern. Die Tiere sind auch im Winter aktiv, leben aber nicht länger als ein Jahr.

 

D. Westphal, 9. März 2017


Gemeine Schließmundschnecke (Balea biplicata)

(c) Dietrich Westphal
(c) Dietrich Westphal
(c) Dietrich Westphal
(c) Dietrich Westphal

Stamm: Weichtiere

Ordnung: Lungenschnecken

Familie: Schließmundschnecken

 

Schließmundschnecken sind weltweit mit vielen Arten vertreten. In Deutschland kommen immerhin ca. 30 Arten vor. Sie haben ein hochgetürmtes Gehäuse mit zahlreichen Umgängen, das gewöhnlich linksgewunden ist. Das bedeutet, wenn man das Gehäuse mit der Spitze nach oben und der Mündung nach vorn betrachtet, liegt letzteres auf der linken Seite, während es bei den meisten anderen Schneckengehäusen auf der rechten Seite liegt (rechtsgewunden), zum Beispiel bei den bekannten Schnirkelschnecken. Außerdem befindet sich im Inneren des Gehäuses ein komplexer Verschlussapparat, nach dem diese Schneckenfamilie benannt ist.

 

Aussehen, Merkmale:

Das Gehäuse der Gemeinen Schließmundschnecke ist braun, deutlich gerippt und mit 16 bis 18 mm Länge für eine Schließmundschnecke recht groß. Die Mündung ist unten etwas zugespitzt und weist oben einen Zahn und eine quer laufende Lamelle auf. Der Mündungsrand ist, wie bei vielen (erwachsenen) Schließmundschnecken, umgeschlagen wie eine Hutkrempe. Der Weichkörper ist dunkelgrau und hat, wie bei Land-Lungenschnecken üblich, vier Fühler, von denen die oberen mit einfachen Augen bestückt sind.

 

Vorkommen:

Während viele andere Schließmundschnecken-Arten eher im südlichen Deutschland vorkommen, ist die Gemeine Schließmundschnecke fast im ganzen Land zu finden und dabei auch nicht selten. Man findet sie an feuchten und zumindest frischen Standorten am Boden in Wäldern, an Bäumen und an Felsen und Mauern. Oft verstecken sich die Tiere in Rissen und Spalten des Untergrundes, was ihnen aufgrund ihrer schlanken Gehäuseform gut gelingt.

 

Nahrung:

Die Gemeine Schließmundschnecke ernährt sich von Algen- und Bakterienrasen, von Pilzen und von welken und faulenden Pflanzenteilen. Lebende Pflanzen hingegen werden nicht gern gefressen. Die Art ist deshalb nicht als „Schädling“ zu bezeichnen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Schließmundschnecken sind Zwitter. Bei der Paarung kommt es aber nicht zum Austausch von Sperma, wie bei vielen anderen Landschnecken, sondern immer ein Partner fungiert als Männchen, der andere als Weibchen. Die Tiere sind lebendgebärend. Die Jungen, immer 5 bis 10 Exemplare im Abstand von wenigen Tagen, werden von April bis in den Oktober abgesetzt. Sie sind nach 8 bis 10 Monaten ausgewachsen und erreichen ein Alter von bis zu 3 ½ Jahren.

 

D. Westphal, 7. Oktober 2016


Tigerschnegel (Limax maximus)

Tigerschnegel, 9. September 2009, Hittfeld (c) Dietrich Westphal
Tigerschnegel, 9. September 2009, Hittfeld (c) Dietrich Westphal
Tigerschnegel in Paarung, an ca. 40 cm langem Schleimfaden hängend, 27. Juni 2016 (c) Dietrich Westphal
Tigerschnegel in Paarung, an ca. 40 cm langem Schleimfaden hängend, 27. Juni 2016 (c) Dietrich Westphal
Tigerschnegel in Paarung mit ausgestülpten und ineinander verdrehten Penes, 27. Juni 2016 (c) Dietrich Westphal
Tigerschnegel in Paarung mit ausgestülpten und ineinander verdrehten Penes, 27. Juni 2016 (c) Dietrich Westphal

Stamm: Weichtiere

Ordnung: Lungenschnecken

Familie: Schnegel

 

Mehr als zwei Dutzend Arten unserer heimischen Landschnecken tragen kein Gehäuse und werden deshalb als Nacktschnecken bezeichnet. Zu diesen zählt der Tigerschnegel.
Man sagt Nacktschnecken nach, erhebliche wirtschaftliche Schäden zu verursachen, aber das trifft nur auf wenige Arten zu, wie der oft in Massen auftretenden Spanischen Wegschnecke. Der Tigerschnegel ist bei weitem nicht so häufig und lebende Pflanzen stehen gewöhnlich nicht auf seinem Speiseplan.

 

Aussehen, Merkmale:

Der Tigerschnegel ist eine große Nacktschnecke, die ausgestreckt bis 20 Zentimeter lang werden kann, meist aber nur 10 bis 15 cm Länge erreicht. Am Kopf befinden sich vier Fühler, von denen die oberen, wie bei Landschnecken üblich, Augen tragen. Der Vorderkörper liegt unter einer Verdickung, dem Mantel. Der Hinterkörper läuft an seinem Ende spitz aus und hat im hinteren Drittel oben einen deutlichen Kiel. Die meisten Tiere sind beigefarben mit schwarzer Fleckenzeichnung. Auf dem Hinterleib sind die Flecken oft länglich und in Streifen angeordnet (Name!).

 

Vorkommen:

Der Tigerschnegel ist in Deutschland weit verbreitet und meist häufig, wenn auch keine „Massenart“. Er kommt in einer großen Anzahl unterschiedlicher Lebensräume vor, u.a. Wälder, Gebüsche und auch Gärten.

 

Nahrung:

Die Nahrung der Schnegel besteht überwiegend aus Pilzen, Algen und faulendem Pflanzenmaterial. Der Tigerschnegel frisst aber auch andere Nacktschnecken und deren Eier. Dadurch ist er durchaus als Nützling im Garten anzusehen

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Tigerschnegel werden einige Jahre alt. Die Paarung ist bei dieser und bei verwandten Arten ein erstaunlicher Vorgang: Die beiden Partner hängen spiralförmig miteinander verschlungen frei an einem bis 40 Zentimeter langen, stabilen Schleimfaden. Die Tiere stülpen dann ihre Penes aus und tauschen, wie bei den zwittrigen Schnecken üblich, ihr Sperma aus. Im Spätsommer erfolgt eine erste Eiablage. Jedes Tier produziert dabei Gelege mit bis zu 200 relativ großen, glasklaren Eiern. Weitere Eiablagen folgen. Die Jungtiere schlüpfen meist nach knapp einem Monat und paaren sich erstmals im Alter von 1 ½ bis 1 ¾ Jahren.

 

D. Westphal, 1. Juli 2016


Hain-Bänderschnecke (Cepaea nemoralis)

Hain-Bänderschnecke 25.06.2006, Winsen. Rötliches Gehäuse mit 4 Bändern, ©: D. Westphal
Hain-Bänderschnecke 25.06.2006, Winsen. Rötliches Gehäuse mit 4 Bändern, ©: D. Westphal
Hain-Bänderschnecke 24.08.2008, Winsen. Weißliches Gehäuse mit 4 Bändern, ©: D. Westphal
Hain-Bänderschnecke 24.08.2008, Winsen. Weißliches Gehäuse mit 4 Bändern, ©: D. Westphal
Hain-Bänderschnecke 11.07.2011, Osterwiesen (Winsen). Rotes Gehäuse ohne Bänder, ©: D. Westphal
Hain-Bänderschnecke 11.07.2011, Osterwiesen (Winsen). Rotes Gehäuse ohne Bänder, ©: D. Westphal

Stamm: Weichtiere

Ordnung: Lungenschnecken

Familie: Schnirkelschnecken

 

Aussehen, Merkmale:

Das Gehäuse ist abgeflacht-kugelig und hat bei erwachsenen Tieren einen Durchmesser von 2 bis 2,5 cm. Die etwas verbreiterte Mündung des Gehäuses ist außen und innen fast immer dunkelbraun gefärbt. Das matt glänzende Gehäuse ist im Übrigen so variabel gefärbt, wie man es auch bei tropischen Landschnecken antrifft. Die Grundfarbe variiert von fast weiß bis satt gelb oder von rosa über satt rot und violett bis zu dunkelbraun. Die Bänder sind meist braun, jedoch kommen auch Tiere mit schwarzen, rötlichen oder gar weißen Bändern vor. Zudem ist die Anzahl der Bänder variabel bis hin zu Tieren, die gar nicht gebändert sind.

Die Färbung der Weichkörper ist ebenfalls variabel und reicht von hell gelblich über Tiere mit mehr oder weniger ausgedehnten dunkleren Partien, die auch in Streifen angeordnet sein können bis hin zu Tieren mit fast schwarzem Weichkörper. Kopf und Fühler sind meistens etwas dunkler gefärbt als der Rest des Weichkörpers.

 

Vorkommen:

Die Hain-Bänderschnecke ist eine mitteleuropäische Art, die überall und meist häufig in Gärten, Wäldern, Weg- und Gewässerrändern, Brachflächen, nicht zu intensiv genutztem Grünland und anderen Lebensräumen vorkommt.

 

Nahrung:

Hain-Bänderschnecken ernähren sich hauptsächlich von abgestorbenen, verrottenden Pflanzenteilen. Sie fressen aber auch frische Pflanzen, Algen und Pilze.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Wenn das Gehäuse seine Endgröße erreicht hat, werden die Hain-Bänderschnecken geschlechtsreif. Als Zwitter befruchten sie sich gegenseitig und legen während des Sommers pro Tier in mehreren Partien insgesamt ca. 80 Eier in selbst gegrabene Erdhöhlen. Die Jungschnecken schlüpfen nach ca. 3 Wochen. Hain-Bänderschnecken werden bis zu acht Jahre alt.

 

Sonstiges:

Die Garten-Bänderschnecke ähnelt der Hain-Bänderschnecke sehr und ist auch ähnlich variabel, die Färbung betreffend. Die Gehäusemündung ist bei Garten-Bänderschnecke fast immer rein weiß, auch bei erwachsenen Tieren. Beide Arten werden von vielen anderen Tieren gefressen, insbesondere von verschiedenen Vogelarten, wie Drosseln, Stare und Elstern.

 

D. Westphal, 2. Mai 2014


Keller-Glanzschnecke (Oxychilus cellarius)

Keller-Glanzschnecke, Oktober 2011, Winsen ©: D. Westphal
Keller-Glanzschnecke, Oktober 2011, Winsen ©: D. Westphal

Stamm: Weichtiere

Ordnung: Lungenschnecken

Familie: Glanzschnecken

 

Aussehen, Merkmale:

Das kaum gewölbte, fast diskusförmige Gehäuse der Keller-Glanzschnecke erreicht lediglich etwa 1 Zentimeter Durchmesser. Das Tier ist damit viel kleiner als die bekannten Schnirkelschnecken. Die Farbe des stark glänzenden Gehäuses ist durchscheinend gelblich-hornfarben. Der Weichkörper, also das „eigentliche“ Tier, ist bläulich-grau.

 

Vorkommen:

Die Art ist in West- und Mitteleuropa beheimatet und in vielen Gebieten nicht selten. Man findet die Schnecke in mäßig feuchten Laubwäldern, unter Fallholz und Steinen, auch im Kulturgelände unter Bauschutt, moderndem Holz und in feuchten Kellern.

 

Nahrung:

Die Keller-Glanzschnecke lebt überwiegend räuberisch und ernährt sich von anderen (Gehäuse-) Schnecken und deren Eiern.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Glanzschnecken sind Zwitter, die sich bei der Paarung gegenseitig befruchten. Die Reproduktionszeit ist ganzjährig, mit einem Maximum im Herbst. Die Tiere legen weiße Eier mit einem Durchmesser von ca. 1,5 mm.

 

Sonstiges:

Die Keller-Glanzschnecke frisst unter anderem die Eier von Schneckenarten, die wesentlich größer sind als sie selbst, etwa die der sich bei uns in letzter Zeit explosionsartig ausbreitenden Spanischen Wegschnecke. Sie trägt damit zur Bekämpfung dieser in Garten und Landwirtschaft schädlichen Art bei.

 

 

D. Westphal 31. Dezember 2013

 

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Baumschnecke (Arianta arbustorum)

Baumschnecke Juli 2011,Winsen (Dietrich Westphal)
Baumschnecke Juli 2011,Winsen (Dietrich Westphal)

Stamm: Weichtiere

Ordnung: Lungenschnecken

Familie: Schnirkelschnecken

 

Aussehen, Merkmale:

Die Baumschnecke ist in Größe, Form und Färbung des Gehäuses sehr variabel. Bei erwachsenen Tieren ist es meist um die 2 cm groß mit kugeliger Form und mehr oder weniger kegelförmigem Gewinde. Die Färbung ist meist kastanienbraun mit strohgelben Flecken und einem dunklen Band. Der Weichkörper ist dunkelgrau bis tief schwarz.

 

Vorkommen:

In Mitteleuropa weit verbreitet und fast überall häufig. Bewohnt bevorzugt feuchte Laubwälder und Gebüsche mit reichen Krautbeständen.

 

Nahrung:

Baumschnecken fressen Blätter von Bäumen und Sträuchern und sie nagen mit ihrer Raspelzunge (Radula) an Kräutern, Pilzen und Beeren.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Die Paarungszeit fällt in die Monate Mai bis August. Da die Tiere Zwitter sind, befruchten sie sich gegenseitig. Es werden einige Dutzend runde weißliche Eier in eine Erdhöhle abgelegt. Die Baumschnecke wird bis zu 5 Jahre alt.

 

Sonstiges:

Die Baumschnecke ist in den Gehäusemerkmalen äußerst variabel. Die Art bildet viele geografische und ökologische Rassen und Spielarten, die sich auch überlagern können. So sind die Gehäuse in Küstennähe oft hoch aufgewunden. Zwergformen findet man in bestimmten Gebirgstälern. Tiere in küstenfernen Gebieten können überdies sehr hell gefärbt sein.

 

 

D. Westphal 26. Mai 2013

 

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Gemeine Bernsteinschnecke (Succinea putris)

Bernsteinschnecke, August 2011, Osterwiesen bei Winsen (D. Westphal)
Bernsteinschnecke, August 2011, Osterwiesen bei Winsen (D. Westphal)

Stamm: Weichtiere

Ordnung: Lungenschnecken

Familie: Bernsteinschnecken

 

Aussehen, Merkmale:

Gehäuse bis ca. 2 cm lang, matt-glänzend, durchscheinend bernsteingelb. Nur wenige Umgänge, von denen der letzte mit der Mündung der bei weitem größte ist. Weichkörper ockerfarben mit zwei dunkelbraunen Linien, die vom oberen Fühlerpaar beiderseits des Körpers bis zum Gehäuse reichen.

Das obere Fühlerpaar trägt einfache Augen, während das untere, viel kürzere Fühlerpaar augenlos ist.

 

Vorkommen:

An Gewässerrändern, auf feuchten Wiesen und in Auwäldern. Bei uns weit verbreitet und in zusagenden Lebensräumen auch häufig.

 

Nahrung:

Bernsteinschnecken ernähren sich von frischen und welkenden Pflanzenteilen sowie von Algen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Bernsteinschnecken sind Zwitter, die sich gegenseitig befruchten. Selbstbefruchtung kommt vor. Es werden 50 bis 100 Eier an feuchten Stellen auf dem Boden oder an Pflanzen abgelegt, aus denen bei genügend hoher Temperatur schon nach 1 bis 2 Wochen Jungschnecken schlüpfen. Bernsteinschnecken werden 2 bis 3 Jahre alt.

 

Sonstiges:

Neben der Gemeinen Bernsteinschnecke gibt es bei uns sechs weitere, aber wesentlich seltenere Arten.

 

D. Westphal 19. Februar 2013

 

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