Sonstige Gliederfüßer


Grüne Kräuselspinne (Nigma walckenaeri)

Klasse: Spinnentiere

Ordnung: Webespinnen


Familie: Kräuselspinnen

 

Aussehen, Merkmale:
Die Grüne Kräuselspinne ist mit maximal 5 Millimeter Länge nicht eben als groß zu bezeichnen, aber alle anderen Mitglieder der Familie Kräuselspinnen sind noch kleiner. Durch die leuchtend grüne Färbung besonders des Hinterkörpers - mehr oder weniger mit weißlicher Behaarung – fällt Nigma walckenaeri dennoch auf und ist kaum mit einer anderen Spinne zu verwechseln.

Vorkommen:
Auch die Grüne Kräuselspinne ist, wie eine ganze Reihe von Insekten- und Spinnenarten, ein Zuwanderer aus dem Süden. Sie hält sich deshalb bei uns vornehmlich im klimatisch begünstigten Siedlungsbereich auf. Man findet die Art in Gärten auf großblättrigen Sträuchern oder auf Kletterpflanzen an Hausfassaden, etwa Wilden Wein. Dort ist sie auf den grünen Blättern fast unsichtbar. So entdeckte ich die abgebildete Spinne auf dem Rosenblatt erst, als ich näher nach der im Sonnenlicht metallisch grün funkelnden Schmeißfliege geschaut habe.

Fortpflanzung, Lebensdauer:
Erwachsene Exemplare leben etwa von August bis Oktober. Zur Paarung geht das kleinere Spinnenmännchen auf das Weibchen zu, wird vom Weibchen an den Klauen (Cheliceren) gepackt – bei den meisten anderen Spinnenarten ist das umgekehrt – und begattet das Weibchen mit seinen Tastern (Pedipalpen). In einiger Entfernung von ihrem Schlupfwinkel und gut versteckt legt das Weibchen dann einen ca. 6 Millimeter großen linsenförmigen Eikokon an. Innerhalb eines Jahres entwickeln sich die Eier über Jungspinnen zu den erwachsenen Tieren.

Netz und Nahrung:
Das Weibchen der Grünen Kräuselspinne spinnt auf der Oberseite eines seitlich hochgewölbten Blattes einen zeltdachartigen, durchscheinenden Schlupfwinkel. Auf den Bildern links ist er zu erkennen. Von dessen Öffnung gehen zickzackförmige Fangfäden aus. Sie sind rechts auf den Bildern zu sehen. Die „Fäden“ bestehen aus einer mikroskopisch feinen gekräuselten Wolle (cribellate Fangfäden), in der auch Beutetiere, die deutlich größer sind als die Spinne, sicher festgehalten werden.
 
Sonstiges:
Die Art gilt in Deutschland als selten. In Niedersachsen ist sie anscheinend häufiger und ist gemäß Roter Liste nicht gefährdet.

 

D. Westphal, September 2018

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Wespenspinne (Argiope bruennichi)

Klasse: Spinnentiere

Unterklasse: Asseln

Familie: Radnetzspinnen

 

Aussehen, Merkmale:
Wespenspinnen-Weibchen erreichen eine Körperlänge von bis zu 2,5 Zentimetern und sind damit deutlich größer als die bekannten Gartenkreuzspinnen. Ihr Hinterleib ist unverwechselbar gelb-weiß gestreift und mit schwarzen Querbändern wespenähnlich gezeichnet. Die Männchen dagegen sind kaum über einen halben Zentimeter lang und damit, wie bei den meisten Spinnen, viel kleiner. Außerdem sind sie eher unauffällig-bräunlich gefärbt.

Vorkommen:
Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Wespenspinne bei uns ausgesprochen selten. Seitdem hat sie ihr Areal stark ausgedehnt und kommt heute in fast allen europäischen Ländern vor. Auch in Teilen Afrikas und Asiens ist sie anzutreffen. Die Art lebt im Offenland mit hoher Sonneneinstrahlung und niedriger bis halbhoher Vegetation, z.B. auf extensiv genutztem Grünland, Brachflächen und Heiden mit Vorkommen vieler Heuschrecken, ihrer bevorzugten Beute.

Fortpflanzung, Lebensdauer:
Wespenspinnen paaren sich im Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte August im Netz der Weibchen. Viele Männchen überleben diesen „Besuch“ nicht, sie werden nach der Kopulation vom Weibchen verzehrt. Meist im September spinnen die Weibchen einen oder mehrere Kokons, in die sie ihre Eier ablegen und in denen die bald schlüpfenden Jungspinnen überwintern. Wenn die Temperatur im nächsten Frühling wieder ansteigt, entwickeln sie sich schnell zu erwachsenen Spinnen.

Netz und Nahrung:
Die Wespenspinnen legen ihre Fangnetze in Bodennähe an, kaum einmal höher als einen halben Meter. Auffallend ist das sogenannte Stabiliment, ein sehr kräftiger, zickzackförmiger Strang aus Gespinst, der meist vertikal mitten durchs Netz verläuft. Vermutlich dient dieser Streifen eher der Tarnung der in Netzmitte sitzenden Spinne als der Stabilität des Netzes. Die Wespenspinnen fangen in erster Linie Heuschrecken, aber auch viele andere Insekten, wie Bienen, Wespen und sogar Libellen. Beutetiere werden eingewickelt, mit einem Giftbiss getötet und schließlich ausgesogen.
 
Sonstiges:
Die ursprünglich im Mittelmeerraum lebende Wespenspinne ist bei uns mit keiner anderen Spinnenart zu verwechseln. Heuschrecken dienen im Übrigen vielen Vögeln, Säugetieren, Reptilien und anderen Insekten als Nahrung, aber bei uns sind nur die Wespenspinnen auf diese Beute spezialisiert.

 

D. Westphal, März 2018

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Rollassel (Armadillidium opacum)

Klasse: Krebse

Unterklasse: Asseln

Familie: Kugelasseln

 

Wenn ich auf Exkursion bin, schaue ich gern unter Gegenstände, die am Boden liegen. Unter Brettern, Ziegelsteinen und vielem mehr halten sich erfahrungsgemäß häufig Kleintiere auf. Diesmal finde ich neben ein paar Ameisen aber nur schwarze Kügelchen, die sich bei näherem Hinsehen als Rollasseln entpuppen.

 

Aussehen, Merkmale:
Anders als die breit gebauten Kellerasseln sind Rollasseln eher hochgewölbt und rundlich. Ihr Rückenpanzer ist sehr stabil und die einzelnen Elemente passen lückenlos zusammen, wenn sich die Tiere zu einer perfekten Kugel zusammenklappen. Ausgestreckt sind erwachsene Tiere 10 bis 12 Millimeter lang. Die Färbung der leicht glänzenden Oberseite ist bei Männchen schwarzgrau, während die Weibchen hellere Flecken aufweisen.

Vorkommen:
Rollasseln leben vorzugsweise in Laubwäldern und an steinigen Orten. Sie sind bei uns nicht so häufig wie Keller- oder Mauerasseln, aber aufgrund der starken Panzerung, die sie vor dem Austrocknen schützt, sind sie in der Lage, erheblich trocknere, für einen Krebs untypische Lebensräume zu besiedeln. Im Siedlungsbereich trifft man sie normalerweise nicht an.

Fortpflanzung:
Wie bei den meisten Krebsen treten bei den Rollasseln Männchen und Weibchen auf. Die Männchen besamen die Weibchen, die dann die Eier in einem körpereigenen, mit Wasser gefüllten Behältnis (Marsupium) mit sich herumtragen. Im Gegensatz zu anderen Krebsen sind Rollasseln und Verwandte vollkommen unabhängig von offenem Wasser. Auch schlüpfen aus den Eiern keine Larven, wie bei den meisten anderen Krebsen üblich. Es schlüpfen vielmehr junge Asseln, die sich nur durch ihre geringe Größe von ihren Eltern unterscheiden.

Nahrung:
Rollasseln ernähren sich überwiegend von zerfallendem pflanzlichem Material, wie sie es in der Laubstreu von Wäldern finden.
 
Sonstiges:
Die Rollassel Armadillidium opacum ist die häufigste Art dieser Gattung. Es gibt aber noch 5 weitere Rollassel-Arten in Mitteleuropa, die meist seltener und schwer zu unterscheiden sind.

 

D. Westphal 7. Oktober 2017

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Kellerassel (Porcellio scaber)

Kellerassel, August 2008, Winsen ©: D. Westphal
Kellerassel, August 2008, Winsen ©: D. Westphal
Mauerassel, August 2008, Winsen  ©: D. Westphal
Mauerassel, August 2008, Winsen ©: D. Westphal

Klasse: Krebse

Unterklasse: Asseln

Familie: Kellerasseln

 

Aussehen, Merkmale:
Kellerasseln sind breit-oval gebaut und bis etwa 18 mm lang. Ihr Körper trägt einen deutlich segmentierten Rückenpanzer, der eine kräftige Körnelung aufweist. Am Kopf befinden sich neben den dunklen Komplexaugen zwei große geknickt gehaltene Fühler. Die Vielzahl der Beine der Assel befindet sich weitgehend unter dem an den Seiten ausladenden Panzersegmenten. Die Färbung variiert stark. Es kommen einfarbig graue oder braune Tiere vor, während andere hell gefleckt sind.

Vorkommen:
Kellerasseln sind nahezu weltweit außerordentlich häufig. Sie kommen in einer Vielzahl verschiedener Lebensräume vor, wie z.B. in Laubwäldern, Komposthaufen und feuchten Kellern. Anscheinend ist ein gewisses Maß an Feuchtigkeit die Hauptvoraussetzung für ihr Vorkommen. Sie gehören zu den wichtigsten Humusbildnern.

Fortpflanzung:
Kellerasseln pflanzen sich das ganze Jahr über fort. Wie bei den meisten Krebsen treten auch bei ihnen Männchen und Weibchen auf. Die Männchen besamen die Weibchen, die dann die Eier in einem körpereigenen, mit Wasser gefüllten Behältnis (Marsupium) mit sich herumtragen. Im Gegensatz zu anderen Krebsen sind Kellerasseln und Verwandte vollkommen unabhängig von offenem Wasser. Auch schlüpfen aus den Eiern keine Larven, wie bei den meisten anderen Krebsen üblich. Es schlüpfen vielmehr junge Asseln, die sich nur durch ihre geringe Größe von ihren Eltern unterscheiden.

Nahrung:
Kellerasseln ernähren sich überwiegend von zerfallendem pflanzlichen Material, wie sie es in der Laubstreu von Wäldern, auf dem Komposthaufen oder auch an Vorräten in feuchten Kellern finden. Sie sind sogar imstande, in feuchten Räumen die Tapeten anzunagen.
 
Sonstiges:
Nicht jede Landassel ist eine Kellerassel. Ähnliche Lebensräume besiedelt die Mauerassel, die etwa ebenso groß wird wie die Kellerassel, jedoch wesentlich breiter gebaut ist. Häufig kommt auch die Moosassel vor. Sie ist deutlich kleiner als Keller- oder Mauerassel, aber wesentlich behänder.
Die genannten Arten sind gemäß Roter Listen nicht gefährdet.

 

D. Westphal 16. Dezember 2013

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Gartenkreuzspinne (Araneus diademata)

Gartenkreuzspinne, September 2007, Winsen  ©: D. Westphal
Gartenkreuzspinne, September 2007, Winsen ©: D. Westphal
Gartenkreuzspinne mit Wespe, September 2010, Winsen ©: D. Westphal
Gartenkreuzspinne mit Wespe, September 2010, Winsen ©: D. Westphal

Klasse: Spinnentiere

Unterklasse: Webespinnen

Familie: Radnetzspinnen

 

Aussehen, Merkmale:
Die Weibchen der Gartenkreuzspinne erreichen eine Körperlänge von etwa 15 Millimetern. Die Männchen sind mit 5 bis 10 Millimetern Größe deutlich kleiner. Die Grundfärbung variiert von gelbbraun bis schwarzbraun. Davon hebt sich gut sichtbar eine helle, kreuzförmige Zeichnung auf dem vorderen Teil des Hinterkörpers ab. Der Hinterleib ist im vorderen Drittel am breitesten und ist dadurch, von oben gesehen, abgestumpft kegelförmig.


Die Spinne baut ein großes radförmiges Fangnetz, das sie vor Fenstern, an der Wäscheleine, an Zweigen von Bäumen, in einer Lücke in der vorhandenen Vegetation oder an allen möglichen anderen Orten, an denen Insekten fliegen könnten, befestigt. Oft wird das Netz eher wahrgenommen als die Spinne selbst, obwohl sie sich meist in dessen Zentrum aufhält.

Vorkommen:
Die Gartenkreuzspinne ist bei uns überall häufig. Sie bevorzugt halbschattiges oder offenes Gelände, beispielsweise an Wegrändern, in Gärten oder außen an Gebäuden.

Fortpflanzung, Lebensdauer:
Reife Gartenkreuzspinnen findet man von August bis Oktober. Das Männchen sucht in dieser Zeit das Weibchen in ihrem Netz auf, wo es zur Begattung kommt. Die Weibchen produzieren danach mehrere Eikokons, die gut versteckt angelegt werden. Die Jungspinnen schlüpfen im Herbst, verlassen den Kokon aber erst im folgenden Frühling. Während andere Kreuzspinnenarten bereits nach einem Jahr „erwachsen“ sind, dauert die Entwicklung bei der Gartenkreuzspinne zwei Jahre.

Nahrung:
Die Spinnen fressen nahezu alles, was sich in ihren Netzen fängt, angefangen von Blattläusen oder Mücken bis hin zu großen Schmetterlings- und Käferarten. Sogar so wehrhafte Insekten wie Wespen fallen ihnen zum Opfer. Während des Einspinnens der Beute injizieren sie ihren Opfern ein hoch wirksames Verdauungssekret, das deren Organe auflöst. Die entstehende Flüssigkeit wird dann aufgesogen.
 
Sonstiges:
Neben der Gartenkreuzspinne gibt es noch eine ganze Reihe verwandter, mehr oder weniger ähnlicher Arten, z.B. die Vierfleck-Kreuzspinne, die Marmorierte Kreuzspinne und die Gehörnte Kreuzspinne. Diese Arten sind meist nicht ganz so häufig wie die Gartenkreuzspinne und sie kommen weniger regelmäßig in unmittelbarer menschlicher Umgebung vor.
Die Gartenkreuzspinne zählt nicht zu den gefährdeten Tierarten.

 

D. Westphal 12. Oktober 2013

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Bandfüßer (Polydesmus sp.)

Bandfüßer, August 2012, Winsen (D. Westphal)
Bandfüßer, August 2012, Winsen (D. Westphal)

Klasse: Tausendfüßer

Unterklasse: Doppelfüßer

Familie: Bandfüßer

 

Aussehen, Merkmale:

Länge ca. 15 bis 30 mm, Färbung braun. Augen fehlen. Rumpf aus 20 Ringen, die ausgeprägte Seitenflügel mit hinten zugespitzten Rändern aufweisen. Jedes Rumpfsegment trägt 2 Beinpaare (Name der Unterklasse!).

 

Vorkommen:

Vorwiegend in feuchten Laubwäldern, auch Gärten, unter Holz oder Steinen versteckt, nachtaktiv.

 

Nahrung:

Doppelfüßer, so auch der Bandfüßer, ernähren sich überwiegend von lebenden und abgestorbenen Pflanzenteilen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Das Weibchen errichtet vor der Eiablage einen ringförmigen Erdwall, in den die Eier abgelegt werden. Das Gelege wird dann mit einer Erdkuppel abgedeckt. Die Entwicklung von Doppelfüßern bis zum erwachsenen Tier dauert bis zu einem Jahr. Einige Arten erreichen ein Alter von 10 Jahren.

 

Sonstiges:

In Mitteleuropa wurden bisher 10 Arten der Gattung Polydesmus gefunden, die ziemlich schwer voneinander zu unterscheiden sind. Einige von ihnen sind weit verbreitet und recht häufig.

 

D. Westphal 20. Februar 2013

 

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Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia)

Veränderliche Krabbenspinne, Juni 2012, Winsen (D. Westphal)
Veränderliche Krabbenspinne, Juni 2012, Winsen (D. Westphal)

Klasse: Spinnentiere

Ordnung: Webespinnen

Familie: Krabbenspinnen

 

Aussehen, Merkmale:

Weibchen ca. 10 mm Körperlänge, Männchen nur bis 5 mm. Männchen sind stets gleich gefärbt mit dunklem Vorder- und gelbem Hinterkörper. Weibchen dagegen können alle Schattierungen von gelb über grüngelb bis weiß aufweisen. Häufig hat der abgeflachte Hinterkörper an den Seiten rote Streifen. Die beiden vorderen der vier Beinpaare der Krabbenspinnen sind kräftig und stark verlängert

 

Vorkommen:

An sonnigen, überwiegend trockenen Orten, meist auf Blüten. Weit verbreitet und häufig.

 

Nahrung:

Die Spinne lauert vorzugsweise auf Blüten auf ihre Insektenbeute, die sie mit den beiden vorderen Beinpaaren blitzschnell packt und durch einen Giftbiss lähmt. Da weiße Exemplare meist auf weißen und gelbe Tiere auf gelben Blüten sitzen, sind sie erstaunlich gut getarnt. Unter ihrer Beute sind regelmäßig auch die an sich wehrhaften Honigbienen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Nach der Begattung im Frühsommer legt das Weibchen seine Eier an einem verborgenen Ort ab. Die Jungtiere schlüpfen noch im gleichen Sommer, überwintern und sind im Mai/Juni des folgenden Jahres erwachsen. Die Lebensdauer beträgt 1 Jahr.

 

Sonstiges:

Die Veränderliche Krabbenspinne ist nur eine von ca. 40 Arten dieser Familie, die in Mitteleuropa vorkommen, wohl aber eine der häufigsten.

 

D. Westphal 21. Februar 2013

 

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Wolfsspinne (Pardosa sp.)

Wolfspinne, Juli 2008, Oeningen (D. Westphal)
Wolfspinne, Juli 2008, Oeningen (D. Westphal)
Wolfspinne mit Jungtieren,Juni 2008, Oeningen (D. Westphal)
Wolfspinne mit Jungtieren,Juni 2008, Oeningen (D. Westphal)

Klasse: Spinnentiere

Ordnung: Webespinnen

Familie: Wolfspinnen

 

Aussehen, Merkmale:

Die gut 30 schwer unterscheidbaren Arten der Gattung Pardosa haben einen nur etwa 5 bis 6 mm langen Körper und sind überwiegend dunkel, meist bräunlich oder grau gefärbt. Sie sind während des gesamten Sommerhalbjahres überaus häufig. Meist bemerkt man die kleinen Tiere, wenn sie über unbewachsene Bodenstellen hinweg huschen.

 

Vorkommen:

Die bei uns heimischen Arten sind über ganz Mitteleuropa verbreitet und kommen fast überall vor. Viele Arten bevorzugen allerdings sandigen und trockenen Untergrund.

 

Nahrung:

Die Wolfspinnen der Gattung Pardosa ernähren sich von Insekten, deren Larven und anderen Kleintieren. Im Gegensatz zu anderen Spinnen stellen sie weder Fangnetze noch aus Gespinsten bestehende Schlupfwinkel her. Sie spüren die Beutetiere mit Hilfe ihrer gut entwickelten Augen auf und greifen blitzschnell zu, sobald die Entfernung zur Beute gering genug geworden ist.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Einige Wochen nach der Paarung webt das Weibchen einen Eikokon, den es an den Spinnwarzen befestigt und mit sich herum trägt. Etwa 2 bis 3 Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Jungspinnen. Die Mutterspinne leistet Hilfestellung, indem sie die Kokonwand öffnet. Die Jungen ersteigen darauf den Hinterleib des Weibchens und lassen sich einige Tage tragen. Nach einer ersten Häutung zerstreuen sie sich dann.

 

Sonstiges:

Zur Verwandtschaft der Wolfspinnen zählen die berüchtigten Taranteln. Man findet sie gelegentlich auch in Mitteleuropa, aber weit verbreitet und häufig sind die meist Wärme liebenden Arten erst in den Mittelmeerländern. Die Gefährlichkeit der Taranteln wird stark übertrieben. Die Giftwirkung der in Europa heimischen Arten erreicht allerhöchstens die eines Wespenstichs.

 

D. Westphal 15. März 2013

 

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