Sonstige Gliederfüßer


Kellerassel (Porcellio scaber)

Kellerassel, August 2008, Winsen ©: D. Westphal
Kellerassel, August 2008, Winsen ©: D. Westphal
Mauerassel, August 2008, Winsen  ©: D. Westphal
Mauerassel, August 2008, Winsen ©: D. Westphal

Klasse: Krebse

Unterklasse: Asseln

Familie: Kellerasseln

 

Aussehen, Merkmale:
Kellerasseln sind breit-oval gebaut und bis etwa 18 mm lang. Ihr Körper trägt einen deutlich segmentierten Rückenpanzer, der eine kräftige Körnelung aufweist. Am Kopf befinden sich neben den dunklen Komplexaugen zwei große geknickt gehaltene Fühler. Die Vielzahl der Beine der Assel befindet sich weitgehend unter dem an den Seiten ausladenden Panzersegmenten. Die Färbung variiert stark. Es kommen einfarbig graue oder braune Tiere vor, während andere hell gefleckt sind.

Vorkommen:
Kellerasseln sind nahezu weltweit außerordentlich häufig. Sie kommen in einer Vielzahl verschiedener Lebensräume vor, wie z.B. in Laubwäldern, Komposthaufen und feuchten Kellern. Anscheinend ist ein gewisses Maß an Feuchtigkeit die Hauptvoraussetzung für ihr Vorkommen. Sie gehören zu den wichtigsten Humusbildnern.

Fortpflanzung:
Kellerasseln pflanzen sich das ganze Jahr über fort. Wie bei den meisten Krebsen treten auch bei ihnen Männchen und Weibchen auf. Die Männchen besamen die Weibchen, die dann die Eier in einem körpereigenen, mit Wasser gefüllten Behältnis (Marsupium) mit sich herumtragen. Im Gegensatz zu anderen Krebsen sind Kellerasseln und Verwandte vollkommen unabhängig von offenem Wasser. Auch schlüpfen aus den Eiern keine Larven, wie bei den meisten anderen Krebsen üblich. Es schlüpfen vielmehr junge Asseln, die sich nur durch ihre geringe Größe von ihren Eltern unterscheiden.

Nahrung:
Kellerasseln ernähren sich überwiegend von zerfallendem pflanzlichen Material, wie sie es in der Laubstreu von Wäldern, auf dem Komposthaufen oder auch an Vorräten in feuchten Kellern finden. Sie sind sogar imstande, in feuchten Räumen die Tapeten anzunagen.
 
Sonstiges:
Nicht jede Landassel ist eine Kellerassel. Ähnliche Lebensräume besiedelt die Mauerassel, die etwa ebenso groß wird wie die Kellerassel, jedoch wesentlich breiter gebaut ist. Häufig kommt auch die Moosassel vor. Sie ist deutlich kleiner als Keller- oder Mauerassel, aber wesentlich behänder.
Die genannten Arten sind gemäß Roter Listen nicht gefährdet.

 

D. Westphal 16. Dezember 2013

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Gartenkreuzspinne (Araneus diademata)

Gartenkreuzspinne, September 2007, Winsen  ©: D. Westphal
Gartenkreuzspinne, September 2007, Winsen ©: D. Westphal
Gartenkreuzspinne mit Wespe, September 2010, Winsen ©: D. Westphal
Gartenkreuzspinne mit Wespe, September 2010, Winsen ©: D. Westphal

Klasse: Spinnentiere

Unterklasse: Webespinnen

Familie: Radnetzspinnen

 

Aussehen, Merkmale:
Die Weibchen der Gartenkreuzspinne erreichen eine Körperlänge von etwa 15 Millimetern. Die Männchen sind mit 5 bis 10 Millimetern Größe deutlich kleiner. Die Grundfärbung variiert von gelbbraun bis schwarzbraun. Davon hebt sich gut sichtbar eine helle, kreuzförmige Zeichnung auf dem vorderen Teil des Hinterkörpers ab. Der Hinterleib ist im vorderen Drittel am breitesten und ist dadurch, von oben gesehen, abgestumpft kegelförmig.


Die Spinne baut ein großes radförmiges Fangnetz, das sie vor Fenstern, an der Wäscheleine, an Zweigen von Bäumen, in einer Lücke in der vorhandenen Vegetation oder an allen möglichen anderen Orten, an denen Insekten fliegen könnten, befestigt. Oft wird das Netz eher wahrgenommen als die Spinne selbst, obwohl sie sich meist in dessen Zentrum aufhält.

Vorkommen:
Die Gartenkreuzspinne ist bei uns überall häufig. Sie bevorzugt halbschattiges oder offenes Gelände, beispielsweise an Wegrändern, in Gärten oder außen an Gebäuden.

Fortpflanzung, Lebensdauer:
Reife Gartenkreuzspinnen findet man von August bis Oktober. Das Männchen sucht in dieser Zeit das Weibchen in ihrem Netz auf, wo es zur Begattung kommt. Die Weibchen produzieren danach mehrere Eikokons, die gut versteckt angelegt werden. Die Jungspinnen schlüpfen im Herbst, verlassen den Kokon aber erst im folgenden Frühling. Während andere Kreuzspinnenarten bereits nach einem Jahr „erwachsen“ sind, dauert die Entwicklung bei der Gartenkreuzspinne zwei Jahre.

Nahrung:
Die Spinnen fressen nahezu alles, was sich in ihren Netzen fängt, angefangen von Blattläusen oder Mücken bis hin zu großen Schmetterlings- und Käferarten. Sogar so wehrhafte Insekten wie Wespen fallen ihnen zum Opfer. Während des Einspinnens der Beute injizieren sie ihren Opfern ein hoch wirksames Verdauungssekret, das deren Organe auflöst. Die entstehende Flüssigkeit wird dann aufgesogen.
 
Sonstiges:
Neben der Gartenkreuzspinne gibt es noch eine ganze Reihe verwandter, mehr oder weniger ähnlicher Arten, z.B. die Vierfleck-Kreuzspinne, die Marmorierte Kreuzspinne und die Gehörnte Kreuzspinne. Diese Arten sind meist nicht ganz so häufig wie die Gartenkreuzspinne und sie kommen weniger regelmäßig in unmittelbarer menschlicher Umgebung vor.
Die Gartenkreuzspinne zählt nicht zu den gefährdeten Tierarten.

 

D. Westphal 12. Oktober 2013

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Bandfüßer (Polydesmus sp.)

Bandfüßer, August 2012, Winsen (D. Westphal)
Bandfüßer, August 2012, Winsen (D. Westphal)

Klasse: Tausendfüßer

Unterklasse: Doppelfüßer

Familie: Bandfüßer

 

Aussehen, Merkmale:

Länge ca. 15 bis 30 mm, Färbung braun. Augen fehlen. Rumpf aus 20 Ringen, die ausgeprägte Seitenflügel mit hinten zugespitzten Rändern aufweisen. Jedes Rumpfsegment trägt 2 Beinpaare (Name der Unterklasse!).

 

Vorkommen:

Vorwiegend in feuchten Laubwäldern, auch Gärten, unter Holz oder Steinen versteckt, nachtaktiv.

 

Nahrung:

Doppelfüßer, so auch der Bandfüßer, ernähren sich überwiegend von lebenden und abgestorbenen Pflanzenteilen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Das Weibchen errichtet vor der Eiablage einen ringförmigen Erdwall, in den die Eier abgelegt werden. Das Gelege wird dann mit einer Erdkuppel abgedeckt. Die Entwicklung von Doppelfüßern bis zum erwachsenen Tier dauert bis zu einem Jahr. Einige Arten erreichen ein Alter von 10 Jahren.

 

Sonstiges:

In Mitteleuropa wurden bisher 10 Arten der Gattung Polydesmus gefunden, die ziemlich schwer voneinander zu unterscheiden sind. Einige von ihnen sind weit verbreitet und recht häufig.

 

D. Westphal 20. Februar 2013

 

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Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia)

Veränderliche Krabbenspinne, Juni 2012, Winsen (D. Westphal)
Veränderliche Krabbenspinne, Juni 2012, Winsen (D. Westphal)

Klasse: Spinnentiere

Ordnung: Webespinnen

Familie: Krabbenspinnen

 

Aussehen, Merkmale:

Weibchen ca. 10 mm Körperlänge, Männchen nur bis 5 mm. Männchen sind stets gleich gefärbt mit dunklem Vorder- und gelbem Hinterkörper. Weibchen dagegen können alle Schattierungen von gelb über grüngelb bis weiß aufweisen. Häufig hat der abgeflachte Hinterkörper an den Seiten rote Streifen. Die beiden vorderen der vier Beinpaare der Krabbenspinnen sind kräftig und stark verlängert

 

Vorkommen:

An sonnigen, überwiegend trockenen Orten, meist auf Blüten. Weit verbreitet und häufig.

 

Nahrung:

Die Spinne lauert vorzugsweise auf Blüten auf ihre Insektenbeute, die sie mit den beiden vorderen Beinpaaren blitzschnell packt und durch einen Giftbiss lähmt. Da weiße Exemplare meist auf weißen und gelbe Tiere auf gelben Blüten sitzen, sind sie erstaunlich gut getarnt. Unter ihrer Beute sind regelmäßig auch die an sich wehrhaften Honigbienen.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Nach der Begattung im Frühsommer legt das Weibchen seine Eier an einem verborgenen Ort ab. Die Jungtiere schlüpfen noch im gleichen Sommer, überwintern und sind im Mai/Juni des folgenden Jahres erwachsen. Die Lebensdauer beträgt 1 Jahr.

 

Sonstiges:

Die Veränderliche Krabbenspinne ist nur eine von ca. 40 Arten dieser Familie, die in Mitteleuropa vorkommen, wohl aber eine der häufigsten.

 

D. Westphal 21. Februar 2013

 

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Wolfsspinne (Pardosa sp.)

Wolfspinne, Juli 2008, Oeningen (D. Westphal)
Wolfspinne, Juli 2008, Oeningen (D. Westphal)
Wolfspinne mit Jungtieren,Juni 2008, Oeningen (D. Westphal)
Wolfspinne mit Jungtieren,Juni 2008, Oeningen (D. Westphal)

Klasse: Spinnentiere

Ordnung: Webespinnen

Familie: Wolfspinnen

 

Aussehen, Merkmale:

Die gut 30 schwer unterscheidbaren Arten der Gattung Pardosa haben einen nur etwa 5 bis 6 mm langen Körper und sind überwiegend dunkel, meist bräunlich oder grau gefärbt. Sie sind während des gesamten Sommerhalbjahres überaus häufig. Meist bemerkt man die kleinen Tiere, wenn sie über unbewachsene Bodenstellen hinweg huschen.

 

Vorkommen:

Die bei uns heimischen Arten sind über ganz Mitteleuropa verbreitet und kommen fast überall vor. Viele Arten bevorzugen allerdings sandigen und trockenen Untergrund.

 

Nahrung:

Die Wolfspinnen der Gattung Pardosa ernähren sich von Insekten, deren Larven und anderen Kleintieren. Im Gegensatz zu anderen Spinnen stellen sie weder Fangnetze noch aus Gespinsten bestehende Schlupfwinkel her. Sie spüren die Beutetiere mit Hilfe ihrer gut entwickelten Augen auf und greifen blitzschnell zu, sobald die Entfernung zur Beute gering genug geworden ist.

 

Fortpflanzung, Lebensdauer:

Einige Wochen nach der Paarung webt das Weibchen einen Eikokon, den es an den Spinnwarzen befestigt und mit sich herum trägt. Etwa 2 bis 3 Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Jungspinnen. Die Mutterspinne leistet Hilfestellung, indem sie die Kokonwand öffnet. Die Jungen ersteigen darauf den Hinterleib des Weibchens und lassen sich einige Tage tragen. Nach einer ersten Häutung zerstreuen sie sich dann.

 

Sonstiges:

Zur Verwandtschaft der Wolfspinnen zählen die berüchtigten Taranteln. Man findet sie gelegentlich auch in Mitteleuropa, aber weit verbreitet und häufig sind die meist Wärme liebenden Arten erst in den Mittelmeerländern. Die Gefährlichkeit der Taranteln wird stark übertrieben. Die Giftwirkung der in Europa heimischen Arten erreicht allerhöchstens die eines Wespenstichs.

 

D. Westphal 15. März 2013

 

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